Trischen blüht, Teil 2

Mit den blau-violetten Blüten des Starndflieders (Limonium vulgare) tauchte langsam eine ganz neue Farbe auf Trischen auf. Schon mit den ersten sprießenden Blättern im Frühling habe ich mich ganz besonders auf die Strandflieder-Blüte gefreut. Denn wenn der Strandflieder in der Salzwiese blüht, dann ist der Sommer da!

In diesem Jahr öffneten sich die ersten Blüten sogar schon ungewöhnlich früh Ende Mai/ Anfang Juni. Flächendeckend zeigt sich aber erst jetzt seine ganze Pracht. Sie ist nicht nur bei mir, sondern auch bei zahlreichen Insekten beliebt. Ihre Blüten werden zur Zeit z.B. von Kohlweißlingen (Pieris spec.) und Gammaeulen (Autographa gamma) besucht. Das Kraut ernährt den seltenen und nur auf dieser Pflanze vorkommenden Halligflieder-Spitzmaus-Rüsselkäfer (Pseudaplemonus limonii). Ob er auch auf Trischen vorkommt, ist bisher nicht bekannt.

Der Strandflieder, auch als Halligflieder bekannt, ist eine charakteristische Pflanzenart der unteren Salzwiese. Sie wächst zwischen der Linie des mittleren Hochwassers und der Linie des mittleren Springtiden-Hochwassers. Vor allem zur Blütezeit des Standflieders zeigt sich dabei sehr eindrücklich die deutliche Zonierung der Pflanzengesellschaften in der Salzwiese. Sie ist abhängig von der Überflutungs-Häufigkeit und dem Salzgehalt der verschiedenen Höhenbereiche.

Das aufgenommene Meersalz wird der Strandflieder über kompliziert aufgebaute Salzdrüsen wieder los. An der Blattunterseite bildet sich dabei zum Teil eine dünne Salzkruste.

Die Blütenstände des Strandflieders sind wirklich hübsch anzusehen und halten nach dem Trocknen sehr lange, so dass sie lange als Trockenblumen in Sträußen sehr beliebt waren und gesammelt wurden. Daher steht der Strandflieder heute unter Naturschutz.

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018