Drohne Beiträge

Hightech auf Trischen

Bis vor wenigen Jahren wurden die Brutvögel im Nationalpark Wattenmeer ausschließlich durch VogelwartInnen, amtliche oder ehrenamtliche OrnithologInnen erfasst. Nicht immer eine einfach Aufgabe, vor allem wenn es um große Vogelkolonien geht. Diese großen Brutkolonien werden vor allem von Möwen, Seeschwalben, Kormoranen und Löfflern gebildet. Zudem sind eben diese Kolonien oft in Gebieten, welche schlecht zu erreichen und einzusehen sind. Für genau diese Standorte wird seit einigen Jahren eine Technik erprobt, welche die Vogelzählung vereinfachen soll. Eine Drohne fotografiert diese Vögel aus der Luft. Anschließend werden die Fotos am Computer angeschaut und die Brutpaare ausgezählt.

noch ist die Drohne am Boden

 

Werden Drohnen in der Nähe von brütenden und rastenden Vögeln fahrlässig eingesetzt, können sie große Störungen verursachen. Die Vögel können nicht unterscheiden ob es sich um einen Greifvogel handelt, oder ob es eben „nur“ eine Drohne ist. Deshalb ist das fliegen lassen von Drohnen an den meisten Stellen nicht erlaubt.

Auf Trischen und an den anderen Koloniestandorten im Nationalpark wird die professionelle Erfassung durch die Drohne deshalb auch intensiv wissenschaftlich begleitet, um ihre Wirkung auf die Vögel zu untersuchen.

Auf Trischen war es dann vor Kurzem soweit. Zwei Mitarbeiter von BioConsult waren mit mir auf Trischen um dort die Möwen, Kormorane und Löffler zu befliegen. Die Drohne ist insgesamt drei Mal in die Luft gegangen. In 70 Meter Höhe hat sie sie Insel in geraden Bahnen überflogen und dabei über 3.000 Fotos gemacht!

Ich selber habe während der Flüge ein Protokoll von der Hütte aus erstellt und genau notiert welche Vögel wie reagierten. Insgesamt war die Störung recht gering. Einige Austernfischer flogen für einige Minuten hinter der Drohne her, Möwen und Kormorane sind dagegen nur kurz in die Luft gegangen und haben sich auch gleich wieder hingesetzt. Nun warte ich gespannt was die Drohne fotografiert hat und wie viele Brutpaare ausgezählt werden.

 

Trotz der technischen Zählung werde ich die Tiere auf Trischen natürlich weiter beobachten. Denn viele Erkenntnisse, welche ich im Gebiet erlange, können durch die Drohne nicht ersetzt werden. Der Bruterfolg zum Beispiel, also wie viele Küken flügge werden oder eben kleine Vogelarten oder versteckt brütende Arten. Und so werden künftig wohl auch weiterhin VogelwartInnen und VogelzählerInnen im Nationalpark Brutvögel erfassen, so wie es eben schon immer gemacht wurde.