„Land-unter“ zum zweiten

Es ist gerade mal fünf Tage her, dass Sturmtief „Ingraban“ die Hütte durchgerüttelt und die Insel unter Wasser gesetzt hat. Da ist gestern schon wieder starker Wind aus West aufgekommen (bis 7 Bft.). Noch dazu war am vorangegangenen Freitag Neumond. Das bedeutet: Springtide. Die Hochwasser laufen also sowieso schon höher als normal auf. Zusammen mit dem starken Wind aus West stieg das Wasser gestern Nachmittag wieder auf 60 cm über dem mittleren Hochwasserstand. Was das für die Insel und deren Bewohner bedeutet, konnte nun also bei Tag beobachtet werden (nachdem es beim letzten Mal Mitternacht und dunkel war).

Das Wasser stand knöcheltief unter der Hütte und in der oberen Salzwiese und fast der gesamte östliche Teil der Insel stand unter Wasser. So mussten sich auch die Raupen des Wolfsmilch-Ringelspinners (Malacosoma castrensis) auf die Halmspitzen retten. Dem Milchkraut (Glaux maritima) blieb nichts anderes übrig, als unter Wasser weiter zu blühen.

Schon beim letzten Mal wurden die Gelege der Zwerg- und Küstenseeschwalben an der Süd-Spitze fortgespült. Die Seeschwalben- und Lachmöwenkolonie an der Ost-Spitze scheint beide Hochwasser zumindest teilweise überstanden zu haben. Sie halten sich noch zahlreich in der Kolonie auf. Bei den Austernfischern ist zu hoffen, dass die meisten Küken schon geschlüpft waren und nicht fortgetrieben wurden.

 

Tore

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Naturschutzwart Trischen 2017