Hallo Trischen!
Moin! Mein Name ist David und ich habe das große Glück, dieses Jahr als Naturschutzwart auf der Insel Trischen arbeiten zu dürfen. Ich freue mich riesig darauf, meine Zeit in den Dienst dieser besonderen Insel und ihrer Bewohner zu stellen – und natürlich, dass ihr mich bei diesem Abenteuer über den Blog begleitet!
Wie in den Jahren zuvor konnte auch dieses Jahr der Termin der Inselbesetzung am 15. März nicht eingehalten werden. Grund dafür war ein defekter Kran im Meldorfer Hafen, weshalb die „Luise“ – das Schiff des Trischenversorgers Axel Rohwedder – nicht rechtzeitig zu Wasser gelassen werden konnte. Dank der Expertise und des Engagements des Seesportvereins (SSV) Meldorf konnte dieses Problem jedoch zügig behoben werden, und so kam nur fünf Tage später, am 20. März, der ersehnte Anruf von Axel: „Sonntagmorgen gegen 6 Uhr fahren wir los!“
Nach einer nächtlichen Anreise aus Süddeutschland kamen mein Vater und ich gegen 4 Uhr morgens im Meldorfer Hafen an. So blieben uns noch ein paar wertvolle Minuten, um die Augen auszuruhen und ein wenig Kraft für die Überfahrt und den Umzug zu tanken.
Als Axel am Hafen eintraf, empfing uns der Morgen noch mit einer dichten, grauen Suppe. Kurz zitterten wir, ob uns der Nebel doch noch einen Strich durch die Rechnung machen würde – bis sich die Morgensonne schließlich langsam durchkämpfte und einen absolut herrlichen Tag mit Sonnenschein und ruhiger See einläutete.

„Luise“ im Nebel
Die Überfahrt verlief ruhig, aber mit Bedacht: Da die Fahrwasser, wie das gesamte Wattenmeer, einem stetigen Wandel unterworfen sind, ging Axel kein Risiko ein. Statt der direkten Route wählte er einen weiteren Bogen: erst an der Küste entlang nach Norden über die Süderpiep und schließlich von Norden her über den Flakstrom zur Südspitze von Trischen. Dort hieß es dann erst einmal: Warten auf das Niedrigwasser.

Axel Rohwedder beim „Lesen“ des Wattenmeers
Diese Stunden des „Trockenfallens“ waren besonders intensiv. Mein neues, temporäres Zuhause lag nur noch wenige Meter entfernt, doch das Wasser gab den Weg nur schmerzhaft langsam frei. Als es dann endlich so weit gesunken war, dass es nicht mehr in meine Gummistiefel schwappen konnte, war es so weit: Ich konnte Trischen endlich betreten.

Warten auf das Watt
Danach ging alles Schlag auf Schlag: Hütte klarmachen und einheizen, das ganze Gepäck mit dem Handkarren vom Boot über den Strand zur Hütte schleppen und eine erste, kleine Erkundungstour über die Insel.
Da Axel auf das Hochwasser am nächsten Morgen warten musste, konnte ich die erste Nacht auf der Insel noch gemeinsam mit meinem Vater verbringen – ein schöner Übergang, bevor am nächsten Tag der Moment des Abschieds, aber damit auch des endgültigen Ankommens kam.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an den SSV Meldorf e.V., ohne den dieses ganze Vorhaben wohl kaum vorstellbar wäre. Natürlich auch danke an Axel Rohwedder für die erste und alle kommenden Versorgungsfahrten und an meinen Vater für die tatkräftige Hilfe beim Umzug!
Ein besonderer Dank geht außerdem an meine drei unmittelbaren Vorgänger:innen Melli, Jakob und Mareike, die mich jederzeit mit Rat und Tat unterstützen. 🙂

Abschied nehmen von „Luise“, Axel und meinem Vater Stefan
