Aus dem Ei gepellt

Überall öffnen sich derzeit auf Trischen die Eischalen. Unter dem ersten enormen Kraftaufwand ihres Lebens schlüpfen kleine Möwen-Küken hervor und erblicken zum ersten mal das Tageslicht, das bei der regelmäßigen Brut-Ablöse der Eltern immer schon mal durch die Eischale dämmerte.

In diesem Jahr umfasst die Kolonie der Großmöwen in den Dünen Trischens etwa 1690 Paare Silbermöwen (Larus argentatus) und 1530 Paare Heringsmöwen (Larus fuscus). Bereits Ende April lagen die ersten Eier in den Nestern. Rund vier Wochen lang brüteten die Eltern Tag und Nacht. Dabei lösten sie sich regelmäßig ab, damit der Partner zwischendurch Nahrung suchen oder der Gefiederpflege nachgehen konnte. Einer von beiden saß aber immer auf dem Nest und verharrte dort; selbst in der prallen Hitze der Mittagssonne, um die Eier vor dem Hitzetod zu schützen.

Jetzt ist die erste Etappe geschafft und in vielen Nestern schlüpfen nun die Küken aus den 2-3 Eiern. Mit dem Eizahn, einer Struktur auf dem Oberschnabel, die sie bald darauf verlieren werden, brechen die Kleinen die Eischalen auf. Doch bis sie flügge sind, stehen für die Eltern noch 5 bis 6 weitere Wochen Arbeit an. Der Nachwuchs wächst schnell und will ausreichend versorgt werden. Rundherum haben auch andere Eltern damit zu tun, hungrige Schnäbel zu stopfen und sie müssen aufpassen, dass der eigene Nachwuchs nicht selbst zu Möwenfutter wird. Es gibt also allerhand zu tun. Und auch nach dem Flüggewerden, werden die Eltern die jungen Möwen noch einige Wochen begleiten und füttern.

Erst im Alter von etwa 4 bis 5 Jahren (frühestens 3) werden die Silber- und Heringsmöwen geschlechtsreif und selbst das erste Mal brüten. Wahrscheinlich werden sie sich dafür auch wieder auf Trischen ansiedeln und bereits in den Jahren vor ihrer ersten eigenen Brut hier vorbeischauen.

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018