Aufruhr unter Vögeln

Vögel können fliegen, zumindest die meisten, so viel ist klar. Und wenn man auf einer „Vogelinsel“ wohnt, ist es nicht verwunderlich, dass man oft, eigentlich den ganzen Tag fliegende Vögel sieht. Fliegen jedoch alle Vögel auf einmal laut rufend herum, dann muss etwas im Busch sein bzw. in der Luft. Menschen als Person oder mit Maschinen können eine solche Störung darstellen, aber auch andere, große Vögel. Daher nimmt man in solchen Fällen sofort das Fernglas in die Hand, um nach der Ursache zu suchen.

Gestern und heute war das oft der Fall, denn der größte in Deutschland brütende Greifvogel, stattete Trischen einen Besuch ab: ein Seeadler (Haliaeetus albicilla). Diese majestetischen Vögel sind auch für mich, der ich lange Zeit in Vorpommern gelebt habe, wo sie recht häufig sind, noch etwas besonderes. Sie wurden durch Bejagung und Eierklau zu Beginn des letzten Jahrhunderts in Deutschland fast ausgerottet, so dass sie in Deutschland nur noch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vorkamen. Nach Verbot der Jagd erholten sich die Bestände leicht, so dass auch im östlichen Schleswig-Holstein wieder Paare brüteten. Später bis in die 1970iger war der Seeadler, wie viele andere Tiere, insbesondere Greifvögel, durch DDT bedroht. Dank intensiver Schutzbemühungen hat sich ihr Bestand in den letzten Jahrzehnten erholt. So sieht man sie auch hier an der Schleswig-Holsteinischen Westküste wieder häufiger.

Dieser Vogel versuchte hier wohl eine Gans oder einen Kormoran zu fangen. Ob es ihm oder ihr gelungen ist, konnte ich nicht beobachten.

Tore

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Naturschutzwart Trischen 2017