Voll-Frühling

Es ist Himmelfahrt und für gewöhnlich steht der Flieder in voller Blüte. Fahrräder und sonstige Gefährte werden geschmückt und Sträuße verschenkt. Zumindest in Teilen des Landes. Hier auf der Insel gibt es keinen Flieder – also naja, keinen Flieder-Strauch. Hier läuten andere Pflanzen die Mitte des Frühjahrs ein, die Meteorologen und Agronomen als „Vollfrühling“ bezeichnen würden.Und als erstes ist da eine Pflanze zu nennen, die ähnlich schöne Blütenmeere bilden kann: Das Milchkraut (Glaux maritima). Diese kleine Pflanze, deren Neuaustriebe ich bereits zu Beginn des Frühlings gezeigt habe, blüht im schönsten rosa, dass an die Apfelblüte erinnern mag. Sie wächst in der oberen Salzwiese, die durch Sandflug, Tritt oder andere Störung etwas lichter ist, so zum Beispiel hier auch rund um die Hütte.

Ohne Blüten zum Verwechseln ähnlich, mit Blüte und auch am Standort aber eindeutig zu unterscheiden, ist die Salzmiere (Honckenya peploides). Auch sie wurde bereits vorgestellt. Am Strand und in den Vordünen ist sie daran beteiligt durch ihre Wurzeln und ihr verzweigtes und schnelles Wachsen den angewehten Sand festzuhalten und Dünen entstehen zu lassen. An den Spitzen der Triebe findet man nun noch weiße Blüten, die süßen Nektarduft verströmen.

In der Graudüne blühen Pflanzen, die auch auf dem Festland zu finden sind. Da ist zum einen die Kartoffelrose (Rosa rugosa), deren Blattaustrieb ich schon gezeigt habe und die mich immer noch an Sommer im Freibad erinnert. Von den hier wachsenden Sträuchern blühen einige rosa und andere weiß.  Zum anderen leuchten die gelben Schmetterlings-Blüten des Gewöhnlichen Hornklees (Lotus corniculatus) zwischen grünem Gras. Weiterhin fängt nun der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) an zu blühen, dessen Blüten zwar recht unscheinbar sind, dessen säuerliche Blätter aber manchen Salat verfeinern.

Zurück in der Salzwiese, insbesondere Bereiche, die feuchter sind, blüht seit längerer Zeit unscheinbar der Strand-Dreizack (Triglochin maritimum). Auf den ersten Blick kann man meinen einen Wegerich vor sich zu haben. Doch bei genauerer Betrachtung sind die Blätter viel schmaler mit kaum erkennbaren Blattnerven und die Blütenstände sind nicht so dicht.

Tore

Naturschutzwart Trischen 2017