Der ersehnte Regen nach der Dürre

Am 09. Juni fiel nach über einem Monat wieder etwas Regen auf Trischen. Davor fiel der letzte Niederschlag (6 mm) Anfang Mai. Anschließend hatte Trischen keinen Tropfen mehr gesehen und aus dem schönen Grün, welches das winterliche Grau vertrieben hatte, wurde allmählich wieder ein tristes Gelb-Grau.

Besonders die krautigen Pflanzen der Graudüne und oberen Salzwiese vertrockneten in der heißen Maisonne. Selbst die widerstandsfähigen Gräser schienen langsam unter Stress zu stehen und durch den trockenen Ostwind war die Luftfeuchtigkeit sogar für morgendliche Taubildung zu gering. Meine eigenen Wasservorräte waren längst aufgebraucht und mit dem Trinkwasser aus den Kanistern musste ich gut haushalten. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen kratzten sogar hier draußen an der 30°C Marke und ohne schützenden Schatten heizte sich der Sand schnell so sehr auf, dass man ihn schon vor der Mittagszeit nicht mehr barfuß betreten konnte.

Jetzt sind die Regentonnen aber endlich wieder halbvoll und die Vegetation ringsherum scheint direkt etwas grüner geworden zu sein. Der Westwind bringt wieder feuchte und kühle Luft und die Wolken spenden Schatten.

Trotzdem forderten die heißen Temperaturen wahrscheinlich ihren Tribut, denn zum gleichen Zeitpunkt war Schlupftermin für die Möwen- und Weißwangengans-Küken. Zwar schützt das isolierende Federkleid der Eltern auch vor der Hitze, doch scheinen nur wenige Möwen-Küken und so gut wie keine Weißwangengans-Küken die heißen und trockenen Tage überlebt zu haben.

Bleibt zu hoffen, dass die später geschlüpften Küken einen besseren Start ins Leben haben!

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018