Das grüne Band Trischens

Trischens Vegetation zeigt sich zur Zeit in einer wunderschönen Farbskala von saftig-grün über silbrig-blau-grün hin zu einem immer noch vertrockneten Stroh-gelb. Doch bei dem Blick von der Hütte gen Süden fällt in der Düne ein kräftig-grünes Band auf. Was hat es damit auf sich?

Ein Großteil der Vegetation der Süd-Düne hat sich von der langen Trockenheit im Mai nicht erholt und erscheint in einem vertrockneten gelblichen Farbton. Um so mehr fällt dadurch der schmale Streifen entlang der Düne auf, der von vitalen kräftig-grünen Pflanzen bewachsen ist. Er verläuft parallel zum Horizont, wie mit dem Lineal gezogen. Nur hier und da weist er kleinere Lücken auf.

Bei diesem grünen Band handelt es sich um den langsam kompostierenden Winterspülsaum. Das Substrat aus verrottendem Treibsel hält genügend Feuchtigkeit im Boden. Pflanzennährstoffe wie Stickstoff und Phosphat sind ausreichend vorhanden und ermöglichen stark zehrenden Pflanzenarten, hier ihr Auskommen zu finden. Zusammen mit den Resten von Algen und Seegras wurden ihre Samen von den Winterstürmen hier abgelagert und finden gute Wachstumsbedingungen vor.

Eine besonders charakteristische Pflanzenart des Spülsaums ist der Meersenf (Cakile maritima). Die Fruchtschoten dieser Art sind ganz besonders an das Verdriften durch Meerwasser angepasst. Während die obere aufgeblähte Hälfte abbricht und mit einem Samen darin davon schwimmt, bleibt die untere Hälfte mit einem Samen am Wuchsort.

Auch die Stand- und Spießmelde (Atriplex littoralis, A. prostrata) sowie das Echte Leinkraut (Linaria vulgaris) sind typische Arten der Spülsäume.

Jonas

Jonas

Naturschutzwart Trischen 2018