Wald Beiträge

Waldpolitik im Ampel-Koalitionsvertrag: Wertholz oder Furnierimitat im politischen Schaufenster?

1.12. 2021. Gesunde Wälder sind schön und unsere natürlichen Verbündeten gegen die fortschreitende Klima- und Biodiversitätskrise. So unterschiedlich traditionelle Blickwinkel und Primärinteressen hiesiger Akteure zu Waldfragen sein mögen: Die Anerkennung des prekären Zustandes des Waldes zwischen ökologischen Krisen und hohem Nutzungsdruck ist mittlerweile unumstritten. Entsprechend wenig überraschend und trotzdem positiv ist die problembewusste Tonlage, mit der die neue Koalition dem Thema Wald begegnet. Es finden sich im neuen Koalitionsvertrag aber nicht nur die richtige Melodie, sondern auch eine Menge Holz an neuen und grundsätzlich interessanten Vorhaben und Zielen. Wir schauen genauer hin.

Die Ökonomisierung der Fotosynthese

Die Ökonomisierung der Fotosynthese

BMEL stellt fragwürdiges Modell zur Förderung des Waldbesitzes vor

Ein Beitrag von Ralf Schulte, Fachbereichsleiter Naturschutzpolitik im NABU

Man nehme Kohlenstoffdioxid aus der Luft, Wasser aus dem Boden, lasse die Sonne drauf scheinen und fertig ist ein Kohlenstoffspeicherbaustein – nebst Geschäftsmodell. So der neue Ansatz der Landwirtschaftsministerien Julia Klöckner. Welche Ironie! Denn private und kommunale Waldbesitzende, die zulassen, dass auf ihren Waldflächen Bäume wachsen und diese mittels Photosynthese Holz „produzieren“. Deren Bäume dadurch Kohlenstoff einlagern und Sauerstoff wieder freisetzen, leisten somit einen Klimaschutzbeitrag (was sie eigentlich schon immer tun), sollen nun dafür durch den Steuerzahlenden honoriert werden. Diese Idee stellte Bundeswaldministerin Klöckner Anfang Juni auf dem Nationalen Waldgipfel der Öffentlichkeit vor.