Heute ist Natura-2000-Tag!

Natura 2000 DayHeute vor genau 23 Jahren wurde die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der EU verabschiedet – übrigens einstimmig von den Regierungen der damals 12 Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament. In allen 16 danach beigetretenen Länder trat dieser Rechtsrahmen ebenfalls in Kraft. Dieses „Grundgesetz des Naturschutzes“ bedeutete einen Quantensprung für Europas Tiere, Pflanzen und Lebensräume. Es weitete den grenzüberschreitenden Schutz von den Vögeln, für die bereits 1979 die bahnbrechende Vogelschutzrichtlinie verabschiedet worden war, aus auf andere Tiere, Pflanzen und auch Lebensraumtypen von „gemeinschaftlicher Bedeutung“. Für viele bedeutete das die Rettung vor dem Aussterben, für einige der Beginn eines spektakulären Comebacks, wie zum Beispiel bei Biber und Wolf, die einst gnadenlos verfolgt worden waren.

Die FFH-Richtlinie begründete aber auch das inzwischen größte Netzwerk von Schutzgebieten weltweit: Natura 2000. Mit 26.000 Gebieten auf einer Gesamtfläche die mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland ist es zum Rettungsnetz für die bedrohte biologische Vielfalt geworden. Und nicht nur das – viele von uns wissen gar nicht, dass sie in oder neben einem Natura-2000-Gebiet leben oder groß geworden sind (finden Sie es hier mit einem neuen Tool des WWF heraus!!) – aber möchten die Natur dort nicht missen, die sie täglich zum Spazierengehen, für Sport und Erholung nutzen und die ihnen saubere Luft, Wasser oder Schutz vor Überschwemmungen bietet. Wir Reiseweltmeister aus Deutschland sollten uns auch bewusst werden: ohne Natura 2000 gäbe es in den Mittelmeerländern vermutlich kaum noch ein unbebautes Stück Küste oder unberührte Strände, genau das was die meisten von uns eigentlich im Urlaub sehen und genießen wollen.natura2000jpg

Wir wissen allerdings auch, dass viele Regierungen, darunter auch die der zuständigen deutschen Bundesländer, bisher viel zu wenig getan haben für Schutz, Pflege, Überwachung und Akzeptanz der Natura-2000-Gebiete. Es fehlt in den meisten Ländern an Geld und Personal, und am politischen Willen Natura 2000 als Chance für ein Miteinander für Naturschutz, Landnutzung und Wirtschaft zu begreifen – obwohl es unzählige Beispiele dafür gibt wie das gehen kann. Deshalb droht Deutschland nun wieder ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof: die EU-Kommission bemängelt, dass viel zu wenige deutsche Gebiete bisher Schutzverordnungen, Schutzziele und Managementpläne besitzen.

Zwei Dinge können wir aber heute alle selbst tun für Natura 2000:  FEIERN und VERTEIDIGEN.

Feiern: Zeigen Sie Ihre Unterstützung für Natura 2000 durch das Hochladen eines Fotos mit der „Schmetterlinsgeste“ auf folgende europaweite Website: www.natura2000day.eu – oder posten Sie das Foto über soziale Medien mit #Natura2000day. Diese europaweite Aktion bewirbt dieses Jahr speziell das NABU-Projekt an der Unteren Havel – unseren Naturschatz der Woche.

Verteidigen: Sagen Sie Kommissionspräsident Juncker jetzt (bitte nicht weiter aufschieben!), dass Sie gegen seinen Plan sind die EU-Naturschutzrichtlinien, und damit Natura 2000, zu schwächen: Dazu bitte folgende Website nutzen: www.NABU.de/naturschaetze

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1 Kommentar

Claus Mayr

Claus Mayr

22.05.2015, 16:08

Nach einer Landespressekonferenz des NABU-Landesverbandes Baden-Württemberg hat die "Stuttgarter Zeitung" dazu einen sehr guten Artikel veröffentlicht, nachzulesen hier: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.initiative-der-eu-eu-checkt-naturschutzgesetze.f7afabf5-6bca-4cb6-8887-a1391e19b8a3.html

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