Birdrace 2026
Moin!
Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Der wichtigste Tag im Jahr stand an – das Birdrace. Es wird jährlich vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) organisiert und ist ein bundesweiter Wettbewerb, bei dem es – neben der Freude an der Vogelbeobachtung – darum geht, innerhalb von 24 Stunden so viele verschiedene Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Im Idealfall tritt man dabei in Teams an, doch dieses Jahr musste ich die Herausforderung zumindest physisch ohne mein Team, die „Rothausschwänze“, annehmen. Der Rest meines Teams trat zeitgleich in Südbaden und am Dithmarscher Festland an.
Die Aufregung war so groß, dass ich – obwohl der Wecker eigentlich auf 5:00 Uhr gestellt war – bereits um 4:00 Uhr hellwach im Bett lag. An Schlaf war nicht mehr zu denken und noch direkt aus dem Bett konnte ich die ersten beiden Arten, Rotschenkel und Austernfischer, die das Rennen draußen lautstark einläuteten, auf meine Liste setzen.
Pünktlich zum Sonnenaufgang verband ich dann die Arbeit mit dem Vergnügen und machte mich an eine anstehende Brutvogelkartierung. In einer wunderschönen Morgenstimmung konnte ich so die nächsten Arten feststellen. Besonders freute ich mich über eine Wasserralle, die sich mir für einen kurzen Moment zeigte.
Nach dieser großen Runde über die Insel ging es erst einmal zurück zur Hütte für ein kleines Mittagsschläfchen, um wieder Kraft für den restlichen Tag zu tanken. Kurz vor Hochwasser machte ich mich dann auf den Weg zur Südspitze. Dort wartete ich, gut versteckt in den Dünen, auf die mit der Flut kommenden Limikolen und auf Axel, der sich für diesen Tag mit einer Versorgungsfahrt angekündigt hatte.
An Bord der „Luise“ gab es erst einmal ein deftiges Mittagessen und dazu ein paar Löffler- und Brachvogelbeobachtungen aus nächster Nähe, da Vögel Boote (ähnlich wie Autos) als deutlich weniger bedrohlich einstufen als Menschen und sich deshalb nicht stören ließen.
Auf dem Rückweg zur Hütte passierte dann noch etwas Spannendes: Ein Sandregenpfeifer versuchte mich zu „verleiten“. Das bedeutet, der Vogel täuscht eine Verletzung vor, um einen potenziellen Feind von seinem Nest oder seinen Jungen wegzulocken. Mein Interesse war natürlich geweckt und nach kurzem, vorsichtigem Umschauen entdeckte ich tatsächlich den Grund: zwei winzige „Pulli“, die es mit ihren langen Beinen nicht schwer hatten, ihren Eltern zu folgen. (Als Pulli (Einzahl: Pullus) werden Jungvögel bezeichnet, die noch nicht flügge sind.)
Eines der Elterntiere war beringt, und beim Ablesen der Ringkombination stellte sich heraus: Es ist ein alter Bekannter auf Trischen! Wer den Blog schon länger verfolgt, hat mit Sicherheit schon von ihm gelesen (ansonsten lohnt es sich, die Suchfunktion mit dem Stichwort „Sandregenpfeifer“ zu bemühen).
Den Abend ließ ich dann entspannt auf dem Hüttenumlauf ausklingen. Nach einem spektakulären Sonnenuntergang war ich eigentlich schon bereit fürs Bett, doch dann schob sich der Mond so majestätisch über den Horizont, dass ich mich noch einmal mit letzter Kraft die Treppe hinunter zum Strand schleppte, um dieses Motiv festzuhalten.
Am Ende des Tages standen dann 35 Arten auf meiner Liste, mein Team kam dabei auf 150 Arten und auch wenn es auf Trischen spannend war: In Gesellschaft ist das Birdrace immer noch am schönsten und ich freue mich schon jetzt darauf, nächstes Jahr wieder gemeinsam „racen“ zu gehen.
Zum Schluss noch zwei Hinweise:
Stunde der Gartenvögel: Wer nicht eh schon teilgenommen hat: Bis morgen läuft noch die „Stunde der Gartenvögel“ des NABU – quasi ein etwas entspannteres Birdrace, aber mindestens genauso wichtig für den Naturschutz!
Außerdem ist die Stellenausschreibung für den/die Naturschutzwart*in 2027 auf Trischen online. Falls ihr auch Lust auf dieses besondere Erlebnis und diese Arbeit habt: Ihr könnt euch noch bis zum 31. Mai auf der Website des NABU Schleswig-Holstein bewerben.

Trischen, den 09.05.2026
