Wie lange wird es die „Big Five“ noch geben?

Der Schutz der Löwen kommt bei CITES nicht voran – statt eines Handelsverbotes (Anhang I Listung) für alle Löwenpopulationen, konnte sich die Konferenz gestern nur zu einem sehr schwachen Kompromiss durchringen.
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Foto: Barbara Maas

Und dass, obwohl es um den König der Tiere mittlerweile schlecht bestellt ist. Zwar ist ab sofort der kommerzielle Handel mit Löwenknochen, die von freilebenden Tieren stammen, verboten, aber für gezüchtete Löwen muss Südafrika nur eine Exportquote dafür festlegen. Woher die Knochen stammen? Aus sogenannten „Captive Breeding Farms“, die Löwen oft nur zum Zweck des „canned huntings“ (Gatterjagd) züchtet.

Noch zwei andere Mitglieder der legendären „Big Five“ standen heute zur Verhandlung – Elefant und Nashorn. Die Ergebnisse (die immer noch im Plenum umgestoßen werden können) sind bei den Elefanten bestenfalls als gemischt zu bezeichnen. Zwar wurde der Antrag von Namibia und Zimbabwe, wieder mit Elfenbein handeln zu dürfen, abgeschmettert, aber die Hochlistung aller Elefantenpopulationen Afrikas auf Anhang I scheiterte. Leider hat hier die EU eine unrühmliche Rolle gespielt und den Antrag nicht unterstützt. Dabei wäre es so wichtig gewesen, mit einem Handelsverbot, gültig für alle afrikanischen Elefanten, ein starkes Signal in die Welt und vor allem an die Wilderer, Schmuggler und Käufer da draußen zu schicken. Nun ja, vielleicht kommt der Antrag im Plenum noch einmal zurück und die eine oder andere Delegation überdenkt ihre Position noch einmal. Möglicherweise hat auch das Chaos mit dem elektronischen Wahlsystem, das ausgerechnet vor der Abstimmung ausgebrochen ist, seinen Beitrag dazu geleistet.

Auch beim Nashorn gab es hitzige Debatten. Was uns immer wieder und unangenehm auffällt – Nutzerländer sehen „ihre“ Tiere nur als Ressource, als Rohstoff an, die zu Geld gemacht werden können – nicht anders als Gold oder Öl. Swasiland hat in seiner Präsentation alle Register gezogen (Details ersparen wir Euch) und jede Menge Unterstützer um sich geschart , trotzdem: Die CITES-Delegierten haben in einer Geheimwahl entschieden, dass Swasiland auch künftig nicht mit Rhinozeros-Horn handeln darf. 100 Stimmen dagegen (dieses mal auch die EU) und nur 26 dafür. Das ist eindeutig! Wir freuen uns wie verrückt!

Claudia Praxmayer

Claudia Praxmayer

Expertin Internationaler Artenschutz
Claudia Praxmayer

3 Kommentare

Sabibo

04.10.2016, 19:47

Wie schön, dass für die Nashörner ein wichtiger Schritt zur Erhaltung dieser Art getan wurde - wie entsetzlich, dass die Dezimierung der Elefanten und Löwen weiter fortschreiten kann. Hoffentlich kann der ein oder andere Delegierte noch davon überzeugt werden, dass die das Aussterben jeder Art einen durch keinen Dollar der Welt zu ersetzenden Verlust für unsere Welt bedeuten würde. Den Mitarbeitern-innen des NABU wünsche ich noch viel Kraft und Energier, um die notwendige Überzeugungsarbeit leisten zu können und bedanke mich an dieser Stelle für Euren Einsatz für uns alle. Liebe Grüße Sabine

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Rena Eisbach

05.10.2016, 17:04

Es ist eine erfreuliche Nachricht das die Nashörner den höchsten Schutz erlangten . Für die Elefanten und Löwen jedoch nicht , was mich sehr traurig und wütend stimmt . Was bilden sich dieses Länder ein , die Tiere so zu benutzen wie es ihnen gefällt , Tiere haben ihr eigenes Leben und ihre Welt ! The Biggi Five das war einmal , Die Fünf Großen , konnte man damals sagen , denn sie waren frei . Der Mensch hat alle Rechte , die Tiere haben keine Rechte , die Löwen werden gezüchtet für die Jagd! Es ist so krank , was macht man mit unseren Tieren ? Warum tun sich nicht alle großen Tierschutz Organisationen zusammen und führen die Rechte der Tiere ein , Sie haben es dringend notwendig.

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Claudia Praxmayer

Claudia Praxmayer

07.10.2016, 15:53

Hallo Rena, ich stimme Dir zu - es ist oft schwer zu verstehen. Aber auch wenn Löwen und Elefanten nicht den Schutz erhalten haben, den wir uns für sie gewünscht haben - es geht dennoch in kleinen Schritten in die richtige Richtung. Zwar langsam, aber stetig. Wir hatten den Eindruck, dass einige Länder beginnen, umzudenken. Selbst China hat in einigen Punkten eingelenkt - das hätte es früher nicht gegeben. Wir werden nicht aufhören, uns für den besseren Schutz der Tiere einzusetzen und hoffen gleichzeitig, dass sich der positive Trend, der sich auf der Konferenz abgezeichnet hat, fortsetzt. Liebe Grüße & schönes Wochenende Claudia

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