BFD'ler Beiträge

Was alles so am Dienstag geschah…

Nach einem recht belebenden Frühstück fuhren wir gegen 10 Uhr, eingepackt in warme Kleidung in den Tierpark Kellerwald-Edersee. Dort teilten wir uns in 2 Gruppen auf und genossen daraufhin eine zielgruppenorientierte Führung. Es gab beim Anblick der Frischlinge eine Diskrepanz in der Gruppe zwischen Leuten die sie gerne essen wollten und denen die sie lieber als Haustiere mitgeführt hätten. Besonders interessant war das neu eingerichtete Fuchs- und Dachsgehege, bei dem man die Tiere in ihrem Bau beobachten konnte.

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Auf der Jagd nach Frischlingen…

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….oh, da sind ja einige!

Nach einem erquickenden Picknick strömten wir voller Elan und Vorfreude in Massen zur Flugshow der Greifvögel. Für all die, die so eine Show noch nie gesehen hatten war es eine Horizont erweiternde Erfahrung. Es gab Kollateralschaden in Form einer älteren Dame. Wir fuhren dann nach Hause und genossen unser Abendessen …..ohne Frischlinge.

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Ein Highlight zum Ende der Greifvogelshow!

Tschüss, Applaus, nach Haus.

Rückblicke auf das Seminar „Im Einsatz für die Natur“

Tag 1

Nach einem kurzen Mittagsvesper zur Ankunft und der Zimmereinteilung, die zum Glück ohne Blutvergießen und andere Kriegsakte von Statten ging, trafen wir uns im sogenannten Rittersaal in einem Sitzkreis wie man sie noch aus der Grundschule kennt. Das Misstrauen war anfangs groß und wich erst allmählich, als uns die Kaffeeecke gezeigt wurde, wo es nicht nur das goldbraune Elexier des Lebens, sondern auch vegane und unvegane Kekse zur Verköstigung, gab. Eine Schüssel mit Studentenfutter wurde im Kreis herumgegeben, in die erst einmal hungrig hineingegriffen wurde, bevor man uns mitteilte, dass man zu jeder Sache, die man sich herausgenommen hatte, etwas über sich erzählen sollte. Ein paar stutzten bei dieser Ansage, denn es gab nicht viele, die so gleich in einer Gruppe von so vielen Unbekannten, so offen über sich sprechen wollten.

Schließlich ging es hinaus in den Hof, wo es mit dem Spaß weiterging und wir einen Ball einander zuwarfen und unsere Namen vorstellten. 25 Namen waren es noch, trotz sechs Leuten, die sich krank gemeldet hatten. Erst einmal genug Arbeit für den ersten Tag.

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Kennenlernspiele

Allerdings ging es kurz darauf noch einmal hoch in den Rittersaal, wo sich jeder ein Plakat nehmen durfte, um dort in ein paar Stichpunkten, die eigene Einsatzstelle vorzubereiten und anschließend in der Gruppe vorzustellen. Es war interessant zu hören, wie viele verschiede Arbeitsfelder sich hier in einem Raum versammelt hatten. Denn nicht bei allen ging es nur um Draußensein in der Natur oder im Garten etwas zurecht schnippeln. Ein paar kamen auch von der Tierpflege (darunter jede Menge aus dem Heidelberger Zoo), ein paar andere aus der Verwaltung und aus dem Büro (auch die Heidelberger Clique wieder hierbei vertreten), sowie auch ein paar in der Reparatur, auf Bauern- oder Pferdehöfen, oder sogar von Arbeit mit Flüchtlingen und Kindern.

Nach einem warmen Abendessen zur Stärkung ging es auch schon weiter mit dem Abendprogramm, bei dem wir mit Leckereien wie Schockolade oder Kekse (auch vegan vertreten) an unterschiedliche Tische gelockt wurden, an denen wir in Mindmapform unterschiedliche Fragen beantworten oder zumindest das notieren sollten, was uns zu jeweiligem Thema in den Sinn kam. Dabei wurde immer durchrotiert, sodass jeder die kleinen Köstlichkeiten an den verschiedenen Tischen einmal probieren konnte. Als der Abend immer später wurde, merkte man, wie die Aufmerksamkeit allmählich einem sicheren Nullpunkt nahe rückte, als auf den Plakaten auf einmal die unterschiedlichsten Kritzeleien von Weihnachtsmännern oder Papageien auftauchten. Die Einführung in unser Thema wurde schließlich zeitnah beendet (bevor der Kritzelspaß ausarten konnte) und wir konnten uns auf unsere Zimmer verkriechen, uns dort von der langen Fahrt erholen, bevor die Seminarwoche am nächsten Tag richtig beginnen sollte.

Mein Bundesfreiwilligendienst in der Onlineredaktion des NABU Baden-Württemberg

Bei einem Bundesfreiwilligendienst im Naturschutz gibt es viele verschiedene Tätigkeiten: Kinderbetreuung bei der NAJU, Vögel helfen in einer Aufzuchtstation, Führungen geben im Federseemoor. Mein BFD sah dagegen ganz anders aus, aber Spaß gemacht hat es mir allemal!

Hier in Stuttgart in der Landesgeschäftsstelle des NABU Baden-Württemberg arbeiten viele verschiedene Fachreferenten/innen, Mitarbeiter/innen im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie in Verwaltung und Buchhaltung. Ich war Teil des Kommunikationsteams. Hier werden Pressemitteilungen geschrieben und verschickt, Flyer und Broschüren entworfen, Veranstaltungen geplant und Homepageseiten erstellt.

Ihr wollt wissen, ob es dieses Jahr viele Wespen gibt? Wann die Schwalben eigentlich nach Süden ziehen und was genau ein Kleines Abendpfauenauge ist? Das und vieles mehr könnt ihr auf der Homepage des Landesverbands nachlesen (NABU-BW.de). Hier bauen ich und meine Kolleginnen informative Seiten zu allen möglichen NABU-Themen. Entweder schreiben unsere Pressereferenten Mitteilungen, die dann durch Bilder oder Links zu anderen Seiten ausgestattet werden oder wir recherchieren selbst, führen Interviews und erstellen dann zum Beispiel Artenporträts zu verschiedenen Tieren in Baden-Württemberg.

Homepage NABU BW

Homepage des NABU BW

Doch das ist nicht alles, denn auch im Social Media-Bereich ist der NABU Baden-Württemberg aktiv. Auf Facebook und Twitter erscheinen täglich neue Posts und Tweets, die erstellt und recherchiert werden müssen.

Eines meiner Hauptprojekte war der neue Onlineshop des NABU Baden-Württemberg (nabu-bw-shop.de). Dieser ging Ende Januar 2016 online. Davor war ich ganz schön beschäftigt. Zu jedem Artikel habe ich ein Produktbild und ein Beschreibungstext erstellt, die verschiedenen Rubriken benutzerfreundlich angelegt und der Shop mit schönen Bildern und Texten versehen.

Natürlich habe ich mein ganzes Jahr nicht nur am Schreibtisch verbracht. Ich war auch bei verschiedenen Veranstaltungen dabei, wie zum Beispiel der Landesvertreterversammlung, den Naturschutztagen am Bodensee und der Frühjahrskonferenz. Hier war ich als Fotografin, Standbetreuerin und „Mädchen für alles“ im Einsatz, zudem habe ich auch Erfahrungen als Model und Frosch sammeln und vieles, vieles mehr gesammelt – also langweilig war es mir wirklich nie!

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Die Laga-Schilder sind da

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Ich habe bei meinem Bundesfreiwilligendienst viele tolle Menschen kennengelernt und möchte diese Zeit nicht missen. Mit einem lachenden und weinenden Auge verlasse ich den NABU Baden-Württemberg und kann nur jedem, der sich für Naturschutz und Medien interessiert, diese BFD-Stelle empfehlen!

Seminar zur politischen Bildung im Bayerischen Wald

Eine Woche lang trafen sich 70 Bundesfreiwillige im Natur- und Tierschutz im Bildungsszentrum Spiegelau, um gemeinsam das politische Bildungsseminar zu besuchen. Für die meisten war der erste Tag mit einer langen Anreise verbunden und jeder war froh, als er pünktlich zum Abendessen im Haus ankam. Den ersten Abend verbrachten wir mit Kennenlernspielen und einem NABU-Quiz, wo vier Gruppen um den Sieg kämpften und allerhand Wissenswertes rund um den NABU, die NAJU und den BFD erfuhren.

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Kennenlernspiele in der Großgruppe.

 

Mitmachen beim großen NABU-Quiz.

 

Während der nächsten Tage konnten sich die Bundesfreiwilligen für vier verschiedene Themenbereiche unterscheiden, mit welchen sich dann beschäftigt wurde. Zur Auswahl standen: „Natur Natur sein lassen“ – Nachhaltiges Wirtschaften am Beispiel Nationalpark Bayerischer Wald, Nachhaltiges Leben – was heißt das für uns? Auch International gesehen, Prima Klima und Nachhaltiges Leben – ökologisch und ökonomisch. Jede Gruppe erarbeitete sich ihre Themenschwerpunkte und beschäftigte sich dann damit.

Abends gab es dann immer ein vielfältiges Freizeitangebot. So standen jede Menge Tischkicker, Billardtische, Spiele und auch Fernseher zur Verfügung. Wer wollte konnte einen Fotokurs besuchen und in der Hauseigenen Dunkelkammer Fotos entwickeln lernen. Auch das Tanzbein wurde geschwungen, so führte uns einer der Refernenten in die Kunst des Tango tanzens ein. Der „Storchenkoffer“ der NAJU wurde an einem Abend vorgestellt und einige Stationen konnten selbst ausprobiert werden.

Ausflüge in den Nationalpark, mit viel Wissenswerten Informationen standen ebenfalls auf dem Tagesprogramm.

 

Auf der Suche nach Luchsen im Freiwildgehege des Nationalparks.

 

Auch die Wölfe bekamen wir zu Gesicht.

 

Auf winterlicher Exkursion im Nationalpark.

 

Zum Abschied bauten einige noch eine kleine Schneekatze am Bahnhofsgelände. So ging eine Ereignis- und schneereiche Woche zu Ende.

 

Katrins BFD-Märchen auf der Jugendburg Hessenstein

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Hinter sieben Bergen – einsam und mitten im Wald – liegt die Burg Hessenstein.
Als Katrin am 1. April des Jahres 2015 durch das Burgtor tritt, um ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Jugendbildungsstätte auf der Burg anzutreten, ist sie auf der Stelle verzaubert.

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Katrin ist Gärtnerin und Kräuterhexe wenn sie sich um die Pflanzen des verwunschenen Burggartens kümmert. Als solche kämpft sie gegen den heimtückischen, immer wiederkehrenden Hahnenfuß und belegt ihre größten Gegenspieler – eine Wühlmausgroßfamilie – mit einem Fluch. Ohne Erfolg. An ihren Fluchkünsten wird sie noch etwas feilen müssen.

Ab und an geht Katrin auf Zeitreise. In mittelalterlicher Gewandung steht sie als Handwerksmeisterin vor einer Gruppe von Lehrlingen. Diese wollen die Zunft des Spielemachens, Bürstenbindens oder Gürtelmachens bei ihr erlernen. Ein leises Glück beschleicht die Zeitreisende, wenn die vielen kleinen Lehrlinge abends nach getaner Arbeit beim Feuerzauber ausgelassen und freudig den Tag beschließen.

Der zauberhafte Ort gönnt Katrin keine Verschnaufpause. Am Tag nach einer Zeitreise kann es passieren, dass sie zum Räuber wird. Um vogelfrei im rauhen nordhessischen Wald zurecht zukommen, übt sie mit den Räuberkindern das Feuermachen, baut Holzhütten und begibt sich auf Spurensuche nach wilden Tieren. Und manchmal – wenn es dann abends ganz leise im Wald ist – kann sie dort tanzende Feen und Elfen beobachten.

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Außerdem ist Sie selbst aufmerksamer Lehrling und helfende Hand. Sie begleitet die großen Meisterinnen und Meister der Wasser-, Boden-, Wiesen- und Waldkunde bei deren lehrreichen Exkursionen für die wissbegierigen Schülerinnen und Schülern.

Nebenbei ist Sie eine Sammlerin. Jeden einzelnen Tag auf der Burg sammelt Katrin schöne Momente: von der einzigartig wunderbaren Natur inmitten der sie hier leben darf und vom Zusammensein mit dem gesamten Hofstaat, der so verschieden und so liebenswert ist und von den unterschiedlichen Eindrücken, die sie von den Reisenden, die hier ein und aus gehen, erhält.

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Seit die Tage kurz und dunkel sind und es kalt ist, gibt es erneut eine mächtige Verwandlung: der Garten hält seine verdiente Winterruhe und die Schulklassen bleiben lieber in den warmen Klassenräumen als um die Burg zu strolchen. Der Burgbetrieb ist ruhig und friedlich. In einem Büro der Neuzeit werden jetzt die Bildungsangebote überarbeitet und verbessert. Material wird sortiert. Der Garten wird dokumentiert und für die Übergabe an die nachfolgenden Bfd’ler aufbereitet.

Aber Abends, nach getaner Arbeit, widmet sich Katrin in Ihrer Burgkammer weiterhin der Zauberei. Schließlich will sie, wenn sie Ende März wieder durchs Burgtor in die Welt tritt, den Menschen vor den sieben Bergen ein bischen Zauberhaftes von diesem für sie wundersamen Ort mitbringen.

Bilder und Text: Katrin Fischer im November 2015, Burg Hessenstein

 

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