Burg Hessenstein Beiträge

Das Blutbad

Nach einer mörderischen Nacht, hatten wir alle Hunger wie wilde Raubtiere. Dies passte perfekt zum Film „Auf der Jagd-Wem gehört die Natur?“, den wir am Tag zuvor geschaut hatten. Nach unserer Diskussion zum Film, ging es mit unseren Zukunftsvisionen weiter. Im Anschluss daran wurden die letzten Leichen entdeckt und der Mörder wurde prämiert. Nachdem wir sowieso schon über Mord und Todschlag gesprochen hatten, kamen wir direkt zum nächsten gefährlichen Fall in Form eines Planspiels. Die Ecuadorianische Regierung stand mitten in der Krise, bezüglich des Ölabbauens im Naturpark Yasuni. Es gab hitzige Diskussionen und kräftiges Argumentieren, um die eigenen Ziele zu erreichen, wobei eventuell auch ein paar „Fakten“ dazu gedichtet wurden. Ohne Nervennahrung wie Schokolade, hatten wir auch das nicht überlebt. Danach stand sofort wieder unser Leben auf dem Spiel.  Ein blutrünstiger Vampir hatte es sich selbst zur Aufgabe gemacht, uns alle in den Abgrund seiner Dunkelheit zu ziehen. Keine Stunde später hatte er die ersten auf seiner Seite. Um dem entgegen zu wirken machte sich eine kleine Gruppe mutiger Vampirjäger auf den Weg. Ob es bereits einen Untoten unter ihnen gab, wussten sie nicht. So wurde auch das Misstrauen untereinander gefüttert.

Mit den Geräten, die für die Reinigung des Vampirgebietes aka der Streuobstwiese nötig waren, machte sich die Gruppe zu später Stunde auf. Nach dem Deponieren der Geräte, für die Aktion am nächsten Tag, ging es auf eine Fackelwanderung zurück zur Burg. Der durch die Fackeln schwach beleuchtete Weg, wurde durch die Erzählung von Gruselgeschichten noch unheimlicher.

Mit freudigen Siegergebrüll und der Erleichterung, nicht untot an der Burg angekommen zu sein, wärmten wir uns bei kleinen Snacks, guter Musik und einer Runde UNO wieder auf. Nach mehreren Stunden begaben wir uns ins Bett und nahmen die Angst, bald getötet zu werden, mit in den Schlaf.

Lieber schlau als Blau

Liebes Tagebuch…

Nach einem gehaltvollen Frühstück und müde ein Lunchpacket zusammenstellen, ging es mit dem Reisebus in den Wildtierpark. Dort trafen wir Isa, die uns durch den Park führte und uns über Wölfe informierte. Zwischen Zähneklappern und unruhigen Blättergeraschel konnten wir unser Wissen über Wölfe deutlich erweitern. Neben den Wölfen gab es auch noch Ziegen, Rotwild, Wildschweine und noch einige andere einheimische Wildtiere zu entdecken. Wildschweine gab es sogar in verschiedenen Formen. Von kleinen dünnen, bis zu großen dicken und andersherum war alles vertreten. Das Highlight war es, die sowohl majestätischen, als auch flauschigen Wölfe bei der Fütterung zu erleben.

Kleine Wildschweinferkels

Mufflons

Reh streicheln

Es gab Wölfe zu sehen

Nachdem alle endgültig durchgefroren waren, ging es endlich wieder zurück auf die kuschelig warme Burg, wo wir anschließend noch einen Film über die Jagd gesehen haben. Die Leute, die zu erschöpft von der Tour durch den Tierpark waren und auf den Stühlen einschliefen, wurden durch einen lauten Knall aus dem Film geweckt. Danach war jeder wieder aufmerksam und hell wach. Zumindest für die nächsten 10 Minuten.

Der Film sorgte sogar noch beim darauffolgendem Abendessen für Diskussionen, aber wir waren uns alle einig, dass der Film nicht wirklich zur Meinungsfindung beigetragen hat.

Zitat des Abends beim Abendessen: „Das Vegetarische schmeckt besser, das schmeckt weniger nach Arsch.“

Gestärkt ging es weiter zu einer Runde Capture the Flag, welches komplett im Chaos versank, bis wir es endgültig nach draußen verlegten. Hierbei war Lena kein gutes Vorbild, da sie diejenige war, die am meisten Geschummelt hat. Bevor es jedoch losging, musste die tückische Tyrannei der Textilien durch die tapfere Hannah beendet werden, sodass dessen Überreste uns als Kopfschmuck dienen konnten. Nach einer epischen Schlacht, gewann das glorreiche Team Rot.

Schlaffer Montag

Das zweite Seminar stand in den Startlöchern und man traf sich teilweise schon in der Bahn Aufgrund von Verspätungen, Ausfällen oder anderen Umständen. Am Bahnhof in Viermünden traf man auch neue Gesichter und es wurden blitzschnell die Namen ausgetauscht. Nach dem schon bekannten Weg zur Ortsmitte, wurde der Marsch zum Bus Richtung Burg Hessenstein angetreten. Der Bus kam überraschenderweise pünktlich an der richtigen Haltestelle und die 5minütige Fahrt begann. Alles erschien reibungslos von der Stange zu gehen, jedoch am Fuße des Berges angekommen, traf es uns wie ein Rechen in der Wiese und Lena stand nicht mit dem Bus parat. Der Schock stand uns allen förmlich ins Gesicht geschrieben und wie paralysiert starrten wir uns gegenseitig an. Durch ein rasches Telefonat wurde uns rasant bewusst, dass sich niemand bei Lena gemeldet hat, um Bescheid zu geben, dass sie mit der Bahn anreisten. Plötzlich tauchte ein Gefährt auf, worin man zweifellos Paul erkennen konnte. Die Fenster wurden binnen eines Wimpernschlages heruntergekurbelt und er sah in bedrückte Gesichter. „Soll ich jemanden mitnehmen?“ doch alle BFDler blieben schweigsam. Der Stolz überwog allerdings bei allen und keiner stieg ein. Also wurde der Aufstieg mit Gepäck angetreten. Oben angekommen war deutlich zu erkennen, wie eine riesen Last von den Schultern der BFDler viel. Nun befanden wir uns wieder in der bekannten Burg Hessenstein und wir trafen uns im Rittersaal. Es wurde uns direkt preisgegeben, dass wir die Burg für uns alleine hätten.

Die Zimmer wurden im wahrsten Sinne des Wortes bezogen danach fanden sich alle im Rittersaal ein. Man freute sich über das lang ersehnte Widersehen, dennoch war vielen die Müdigkeit unverkennbar ins Gesicht geschrieben. Es begann das erste Kennenlernspiel, wo man durchaus noch neue Information über alle anwesenden erfuhr. Zwischendurch wurde noch ein weiteres Spiel angekündigt, welches sich über mehrere Tage ziehen sollte. Das „Mörderspiel“ bestand darin ein zufällig gezogenes Ziel durch die Übergabe eines Gegenstandes kaltblütig und gewissenlos zu „ermorden“.  Im weiteren Verlauf des Tages kam es in Kleingruppen zu hitzigen Diskussionen über unser Thema „Praktischer Natur- und Tierschutz“.

Worldcafe als Einstieg ins Thema

Dies zog sich allerdings, wie ein alter Kaugummi und die Müdigkeit und das Verlangen nach schlaf holte die meisten bereits vor dem ersehnten Abendessen ein.

Nach der dringend nötigen Stärkung fanden sich alle im Düsterwald ein. Spannende Partien „Werwolf“ wurden gespielt oder es erhitzte sich die Gemüter bei „UNO“ oder „Halli-Galli“. Wir haben den Abend dann noch entspannt ausklingen lassen, um gestärkt in den ersten richtigen Tag zu starten.

Gruppenarbeit und kreatives Kochen

Nach dem Frühstück in der Burgschänke ging es für uns an die bereits angefangene Gruppenarbeit, für die wir uns 2 Stunden Zeit nahmen. Von „Kreislaufwirtschaft“ über „Die Umweltfolgen der Massentierhaltung“ bis hin zum „Einstieg in die Selbstversorgung“ war alles dabei. Nach der Fertigstellung unserer Plakate, hängten wir sie an Pinnwänden auf, schauten sie uns an und diskutierten über die einzelnen Themen.

Im Anschluss an die wohlverdiente Mittagspause, wurde unsere Kreativität gefragt. Während der Vorlesung einer positiven Zukunftsutopie, malten wir unsere Vorstellungen auf eine, im Raum ausgebreitete, Papierrolle. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich und doch auch teilweise gleich, unsere Vorstellungen vom Jahr 2038 waren.

Kurze Zeit später fanden wir uns vor einem riesigen Gemüsehaufen wieder, aus dem unser Abendessen entstehen sollte. Da, wenn es um Essen geht, jeder auf einmal mit Rezeptideen um sich schmeißt, hatten wir eine große Auswahl, an der wir uns bedienen konnten. Unser selbstgemachter Quark wurde auch fertig.

Quark herstellen aus frischer Milch vom Bauernhof

Pilze panieren

Trotz der vielen Ideen, wurden wir uns ziemlich schnell einig und legten mit den Vorbereitungen los. Zwischen Karotten schneiden, Pilze panieren und Äpfel aushüllen, mangelte es nicht an Spaß. Nach viel „Gesang“, wurde uns bewusst, dass wir das Zeug zum A cappella-Chor hätten.

Kräuter schneiden für den Quark

Gegen Abend saßen wir bei entspannter Stimmung am Grillplatz, sahen zu, wie das Essen vor sich hinbrutzelte, spielten „Wer bin ich?“ und ließen den Abend ausklingen.

Vom peinlichen Schweigen zur Geburt einer Legende

Bei der Ankunft am Bahnhof in Frankenberg-Viermünden, standen etwa 10 gestandene Personen am Gleis und es war eine gewisse Desorientierung zu spüren, da keiner so genau wusste, wie man zur Bushaltestelle in der Ortsmitte kommt. Nach einem 5minütigen Fußmarsch war die Bushaltestelle schnell gefunden. Dort angekommen schauten sich die BFDler erstmal etwas schüchtern in die Augen. Einen Anfang zu finden, war relativ schwer. Aber durch einen peinlich berührten Smalltalk entwickelte sich ein aufgeregtes Gespräch. Die Verspätung des Busses und des Wartens an der falschen Haltestelle lockerte sich die Stimmung ungemein. Mit dem Bus an dem Parkplatz angekommen lernten wir Lena kennen. Sie fuhr mit einem Transporter unser Gepäck zur Burg hoch, wir alle mussten dann erst einmal den Berg zur Burg erklimmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen alle BFDler unversehrt, dennoch nassgeschwitzt am Burgtor an. Durch eine recht schnelle Einteilung der Zimmer lernte man sich immer besser kennen und es begann das Programm. Durch Steckbriefe sollte man die anderen vorstellen.

Steckbriefe schreiben

Danach ging es direkt zur Feuerstelle und uns wurde erstmal eine scheinbar unlösbare Aufgabe gestellt. Unter Stress und Zeitdruck sollten wir uns alle von zeitlich begrenzten Eisschollen aus Pappe auf eine Plane retten, welche in der Geschichte als Forschungsboot diente. Der erste Versuch erwies sich als Fehlschlag und die Gruppe wurde vom Ehrgeiz quasi mitgerissen und alle waren heiß auf einen zweiten Versuch. Man konnte sich vorher auf einen Plan einigen und die Aufgabe wurde ohne Verluste in Rekordzeit bewältigt. Die Veranstalterinnen Lena und Stephanie waren mehr als nur ein wenig beeindruckt als sie unsere Leistung bewerteten.

Eisschollen und Klimawandel

Gar nicht so einfach sich zu retten

Anschließend wurden die Abläufe für die kommenden Tage durchgegangen, es ging ein Raunen durch die Runde als die Gruppe von der anstehenden 7km Wanderung zum Bauernhof am Dienstag erfuhr. Nach dem gemeinsamen Abendessen war ein Spieleabend angedacht, um die frisch geknüpften Kontakte zu festigen. Es saßen allerdings die Namen noch nicht bei allen und es wurde improvisiert, als Lennard angesprochen werden sollte. Er wurde kurzerhand zu Torben umbenannt, da dies noch nicht ausreichte setze man fix noch ein Turbo davor und aus Lennard wurde Turbo Torben, welcher uns die ganze Seminarwoche begleitete.