Satellitentelemtrie Beiträge

Franceso ist noch in Italien

Foto: BirdLife Europe

Francesco ist sozusagen der Veteran in unserem Turteltaubenprojekt. Wir hatten ihn bereits im Frühjahr 2017 auf der Maltesischen Insel Comino mit einem Satellitensender ausgestattet und seither hat er uns schon eine große Menge an Daten zum Zug, seinem Brutgebiet und zu den Winterquartieren in Westafrika geliefert. Anfang Mai diesen Jahres war er nun schon zum dritten Mal in sein Brutgebiet in der Nähe der Stadt Benevento in der süditalienischen Provinz Kampanien zurückgekehrt und hat dort vermutlich erfolgreich gebrütet und Junge aufgezogen, eventuell sogar in mehr als einer Brut. In seinem Brutrevier hatte er sich diesen Sommer bis zum zweiten August aufgehalten und war dann etwa 35 km nach Nordosten geflogen, wo er sich seither schon über einen Monat aufhält. Einen solchen Ortswechsel nach der Brutzeit aber vor dem eigentlichen Zug hatte er bereits 2018 durchgeführt, nicht jedoch 2017. Möglicherweise ist das Gebiet, in dem sich Francesco zur Zeit aufhält, für adulte Turteltauben in der Nachbrutmauser und in Vorbereitung auf den Zug einfach besser geeignet als sein eigentliches Brutgebiet, in dem jedoch bessere Nahrungspflanzen für die Jungenaufzucht wachsen dürften.

Im Herbst 2017 war Francesco bereits Ende August Richtung Süden aufgebrochen, letztes Jahr begann er seinen Herbstzug am 11. September. Wir erwarten daher, dass er sich in den nächsten Tagen wieder auf die Reise ins Winterquartier begeben wird.

Wie funktionieren die Satellitensender?

Um die Positionen auf den Karten besser beurteilen zu können und auch zu verstehen, warum Nicolas Sender nach 15 Monaten ausfiel, möchten wir heute ein paar technische Details beschreiben:

Das ARGOS System (Advanced Research and Global Observation Satellite) wurde 1978 von NOAA (USA), NASA (USA) und der französischen Raumfahrtagentur CNES ursprünglich für meteorologische Messungen realisiert. Seit 1990 wurden ARGOS-Zusatznutzlasten für das Tiertracking verfügbar gemacht und ARGOS dient seitdem auch der Beobachtung von globalen Tierwanderungen, aber auch anderen Anwendern wie der Kontrolle im Schiffsverkehr.

Irgendwann erhält man kein Signal mehr: Die Lebensdauer eines Sender hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Akku – Foto: Ben Metzger

Während beim GPS-System der Empfänger auf der Erde seine Position mittels empfangener Satellitendaten berechnet, ist der Weg bei den Argos-Sendern umgekehrt.

Besenderung der Turteltauben auf Malta

Die erste Turteltaube, die wir auf den Namen Nicola tauften, hatten wir in einer Pilotphase des Projekts bereits im Frühjahr 2016 in Malta besendert. Sie war dem Beringer und Naturschutzwart Charles Coleiro am Vormittag des 13. Mai in BirdLife Maltas Vogelschutzgebiet Simar ins Netz gegangen. Simar liegt im Norden der Hauptinsel und ist als  Feuchtgebiet mit Lagunen und einen renaturierten Olivenhain als Rastort für durchziehende Vögel sehr bedeutend.

Turteltaube ‚Nicola‘ wird besendert – Foto: Ben Metzger

Als einer von BirdLife Maltas Gebietsbetreuern fängt und beringt Charles in Simar regelmäßig Zugvögel im Rahmen eines standardisierten Monitoring-Programms.