Lilly bereits über der Sahara

Lilly erreichte den Golf von Suez am Mittwoch (6. September) – einen Tag später als Arthur. Auch sie benötigte nur vier Tage, um von der Türkei hierher zu kommen.

Lilly nahm aber eine eher ungewöhnliche und beschwerliche Route über das Wasser nach Afrika. Sie übernachtete fast an der südöstlichen Spitze der Sinaihalbinsel bei Ras Mohamed. Hier schraubte sie sich am Donnerstagmorgen in die Höhe und flog mehr als 70 Kilometer über das Wasser. Auf halber Strecke konnte sie über der Wüsteninsel Shadwan wieder etwas an Höhe gewinnen und nach 1 Stunde und 30 Minuten Afrika erreichen. Auch Lilly schaffte es am gleichen Tag bis an den Nil. Am Samstag (9. September) hatte sie bereits den Assuanstausee hinter sich gelassen, bevor auch sie im Funkloch verschwandt.

Ich bin gespannt, ob sie auch in den Tschad fliegt oder im Sudan auftaucht.

Arthur vor dem Flug über die Sahara

Für die tausend Kilometer weite Reise von der türkischen Grenze bis zum Sinai hat Arthur insgesamt vier Tage benötigt. Dienstag (5. September) erreichte Arthur die Küste des Golf von Suez bei der Stadt El Tor. Am Mittwochmorgen flog er noch 30 Kilometer die Küste entlang, um sich dann in die Höhe zu schrauben und den Golf von Suez zu überqueren. Nach 1 Stunde und 25 Minuten hatte er Afrika erreicht. Am Abend landete er schon nahe des Nil bei Edfu (260 Kilometer). Die letzte Ortung von Arthur kam aus der Umgebung von Assuan.

Nun werden wir einige Tage nichts von Arthur erfahren, denn über der Nubischen Wüste bekommen wir keinen Kontakt zu seinem Sender.

Gustav auf dem Sinai

Am Samstagabend (9. September) hatte Gustav bereits Israel überquert und landete auf dem Sinai, um nahe des Mosesberges zu übernachten. Für die über 1.000 Kilometer lange Strecke von der Türkei über Syrien und Israel brauchte Gustav insgesamt vier Tage.

Robert ist schon in der Türkei

Robert ist in sechs Tagen von der polnisch-slowakischen Grenze aus bis über den Bosporus geflogen. Das sind gut 1.300 Kilometer.

Er ist, wie alle anderen Senderstörche zuvor, südlich der Kaparten entlang durch Siebenbürgen hindurch gezogen. Am Samstag (9. September) hat er den Bosporus direkt überquert, indem er über die City von Istanbul geflogen ist.

Arthurs Rast am Marmarameer

Die Überquerung des Marmarameeres durch Arthur konnte ich detailliert nachzeichnen. Am Mittwochabend (30. August) machte Franziska Arici, Ornithologin aus Bursa, eine spannende Beobachtung. Hier ihr Bericht:

„Wir wohnen an einem Südhang genau zwischen Mudanya und Bursa. Am 30.8. abends bemerkten wir bei einbrechender Dämmerung einen großen Trupp Störche auf die bewaldeten Hügel hinter uns zufliegen. Da wir dachten, dass sie nicht mehr sehr weit fliegen würden, sind wir am nächsten Morgen noch im Dunkeln los und haben sie tatsächlich nur 2 km von unserem Haus gefunden. Man sah im Morgengrauen ihre Sihouetten. Als es
hell wurde, bemerkten wir, dass wir mitten zwischen ihnen waren. Rundherum und kilometerweit überall Störche, auf trockenen Bäumen, auf großen Kiefern, sogar auf Sträuchern und dicht gedrängt auf dem Boden zwischen Ölbäumen, auf einem kahlen Hügelkamm.. Möglich, dass Arthur dabei war.

Auch an den darauf folgenden Tagen kamen kleine Trupps und übernachteten noch näher am Haus auf hohen Kiefern. Man hörte sie von uns aus aufgeregt klappern, bis jeder seinen Rastplatz gefunden hatte.“

In der Zwischenzeit ist Arthur ein gutes Stück weitergezogen. Er hat Syrien hinter sich gelassen und wurde Montag (4. Sept.) in der Negevwüste geortet.

Rastende Weißstörche bei Bursa (Türkei). War auch Arthur unter ihnen? (Foto: Franziska Arici)

Gustav hat das Mittelmeer erreicht

Gustav hat im Gegensatz zu Arthur und Lilly das Mamarameer gemieden. Er ist stattdessen am Sonntag (3. Sept.) direkt über Istanbul gezogen. Die Nacht verbrachte er dann schon auf der asiatischen Seitte der Türkei. Am nächsten Tag zog Gustav dann gut 300 Kilometer bis nach Zentralanatolien. Am nächsten Abend nach gut 340 Kilometer hatte er das Taurusgebirge überquert und die Gegend bei Adana in der Nähe der Mittelmeerküste erreicht.

Michael im Tschad gelandet

Michael ist neben Gustav unser „dienstältester“ Senderstorch. In jedem Jahr hat er eine fast identische Zugroute genutzt. So ist er auch dieses Jahr wieder in den Tschad geflogen. In drei Tagen hat er die gut 1200 Kilometer lange Etappe über die Nubische Wüste geschafft. Jetzt kann er sich in der Sahelzone erst einmal satt fressen und langsam Richtung Südwesten ziehen. In ein paar Tagen hat er dann die Umgebung des Lac Fitri erreicht.

Ronja bei Madrid

Ronja ist in der Umgebung von Madrid geblieben. Sie meidet aber bisher die Mülldeponie von Vaciamadrid, von der nur eine Ortung kam. Stattdessen wurde sie meistens am Müllrecyclingwerk bei Pinto geortet.

Robert ist auch gestartet

Nun ist auch am Donnerstag (31. August) unser letzter Senderstorch gestartet. Auch er ist Richtung Südosten abgezogen. Robert ist schon 5 Jahre alt und wurde 2012 in Wacken beringt, dass nur wenige Kilometer von Gribbohm entfernt liegt.

Er ist es aber zunächst recht gemächlich angangen und ist nach nur 57 Kilometern wieder gelandet und hat nördlich von Hamburg die Nacht verbracht. Am nächsten Tag ist er bis die Nähe von Potsdam gezogen. Am Samstag machte er dann eine gut 350 Kilometer lange Etappe bis in die Umgebung von Breslau.

Gustav nimmt Kurs auf Istanbul

Gustav hatte am Freitag (1. Sept.) die Schwarzmeerküste in Bulgarie erreicht. Dann ging es am nächsten Tag weiter in die Türkei.