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Gustav ist nach Norden geflogen

Gustav hat am Freitag (22. Jan.) die Gegend um Malakal am Weißen Nil verlassen und ist in zwei Tagesetappen gut 300 Kilometer nach Norden geflogen. Für den Start zum Rückflug in die Brutgebiete ist es für ihn allerdings noch zu früh.

Leo dreht eine Runde

Schon vor drei Wochen hatte ich über eine Rundreise von Leo berichtet. Nun ist es wieder passiert.

Leo rastet schon den ganzen Winter über in der Savanne südlich der Stadt Ati. Da dürfte es nun im Laufe des Winters recht trocken geworden sein. Trotzdem findet Leo offenbar noch genug Nahrung. Am Samstag (23. Jan.) ist er dann wieder zu einem Rundflug gestartet. Am nächsten Tag wurde er am Ufer des Lac Fitri geortet, wo er für mehrere Stunden Rast machte. Dann ging es wieder zurück in die Savanne.

Der Lac Fitri ist nur gut 30 Kilometer von seinem Rastgebiet entfernt. Vielleicht will er dort nur etwas trinken, um dann in der Savanne weiter nach Futter zu suchen.

Hans Albert auf dem Rückweg?

Hans Albert hat vorgesten (24. Jan.) Vaciamadrid verlassen und ist ca. 330 Kilometer nach Nordosten geflogen. Morgens, bevor er loszog, suchte er noch auf Feldern am Fluss Jarama nach Futter. Gegen 10 Uhr startete er und am Abend hatte er den kleinen Ort Sariñena in Katalonien erreicht. Die Nacht verbrachte er auf einem Dach im Ort. Morgens ging es zur Nahrungssuche auf die Felder der Umgebung. Bis heute Morgen blieb er in der Gegend.

Eigentlich ziehen unsere Störche aus Nordwestdeutschland von Madrid aus Richtung Nordwesten, um die Pyrenäen nahe der Atlantikküste zu überqueren. Hans Albert nimmt dagegen Kurs auf die Mittelmeerküste. Das ist ungewöhnlich.

Fritzi ist offenbar tot

Seit gut drei Wochen kommen die Ortungen von Fritzi nur noch von einem Ort nahe dem Flugplatz von Ben Slimane. Daraus muss ich leider schließen, dass sie offenbar tot ist. Ich habe einen Kollegen in Marokko kontaktiert. Er wollte einen Mitarbeiter aus der Region an den Ort schicken.

Was kann passiert sein? Ist sie vielleicht mit einem Flugzeug kollidiert? Danach sehen die Ortungen aber nicht aus. Sie ist zwar abends über die Landebahn geflogen, aber die folgenden Ortungen zeigen keine Auffälligkeiten. Offenbar ist sie in der Nacht gestorben – möglicherweise von einem Beutegreifer getötet. Aber warum hat sie die Nacht auf einem Feld verbracht.

Einen Hinweis ergab eine Ringrückmeldung der Vogelwarte. Danach wurde in dem gleichen Zeitraum ein geschwächter Storch mit Ring aufgefunden. In dieser Zeit war das Wetter in Marokko ähnlich wie in Spanien saehr kalt. War auch Fritzi geschwächt? Am Tag zuvor war sie aber noch auf der Mülldeponie um zu fressen. Gab es schon längere Zeit nicht genug Futter? Ich hoffe, dass ich demnächst eine Rücklmeldung erhalte.

Fred bleibt in Tansania

Seit dem letzten Tagebucheintrag ist Fred nur noch gut 10 Kilometer weiter nach Süden geflogen. Es sieht ganz danach aus, als wolle er im Süden von Tansania längere Zeit bleiben. Er scheint auch ein ganz attraktives Gebiet gefunden zu haben, denn seit vier Tagen liegt sein Aktionsradius in einem Areal von nicht einmal zwei mal zwei Kilometern Größe.

Hans Albert trotzt Schnee und Kälte

Die Bilder aus der Tagesschau erstaunen. Madrid versinkt im Schnee! Und was macht unser Senderstorch Hans Albert und die anderen Störche, die auf der Mülldeponie nahe Vaciamadrid überwintern? Bis gestern (10. Jan.) harrte Hans Albert in Vaciamadrid aus.

Es sieht so aus, dass er seinen Energieaufwand stark reduziert. Am Samstag blieb er den ganzen Tag auf dem Dach der Müllsortieranlage und flog überhaupt nicht auf die Deponie oder an den Rio Manzanares. So kann er ohne Probleme ein paar Tage ohne Futter auskommen. Erfahrungsgemäß taut der Schnee in Madrid meist recht schnell. Dann kommt er wieder überall an Nahrung.

Leo macht eine Rundreise

Leo hatte am 30. Dez. die Gegend südlich von Ati verlassen, um weiter nach Westen zu ziehen. Silvester überflog er den Lac Fitri und landete am Nachmittag in der Savanne etwa 50 Kilometer westlich des Sees. Schon am nächsten Tag machte er sich wieder auf den Rückweg nach Ati. Jetzt rastet Leo gut 35 Kilometer südwestlich seines Ausgangsortes. Er ist eine weite Schleife geflogen und hat dabei in vier Tagen gut 350 Kilometer zurückgelegt.

Fred immer noch in Tansania

Fred ist seit Ende Dezember nur ein kleines Stück weiter nach Süden gezogen. Er befindet sich immer noch in Tansania und zwar in der Region Mbeya nahe der Grenze zu Sambia. Seit Samstag rastet er unweit des Rukwasees. Die Landschaft ist hier durch das regelmäßige Mosaik der Felder geprägt. Auch lichte Wälder sind im Satellitenbild zu erkennen.

Alle wohlauf!

Von unseren anderen Senderstörchen gibt es keine Neuigkeiten zu berichten. Sie sind aber wohlauf! Hans-Albert ist immer noch bei Madrid, Fritzi bei Casablanca und Robert im Westjordanland.

Leo bleibt im Norden

Von Leo gibt es keine Neuigkeiten. Er befindet sich immer noch südlich der Stadt Ati. Hier dürfte es im Dezember recht trocken sein. Dennoch findet Leo auf den landwirtschaftlichen Feldern noch viel Nahrung. Dafür spricht, dass sich in den letzten Wochen sein Aktionsradius über ein Gebiet von 30 x 15 Kilometern erstreckte.