Hans Albert hat es eilig

Hans Albert hatte am Samstag (4. Sept.) Spanien erreicht. Zuvor durchflog er Frankreich in nur drei Tagen. Allein am Mittwoch (1. September) ist er von der belgischen Grenze fast bis nach Bordeaux im Südwesten geflogen und legte dabei fast 500 Kilometer zurück. Danach ließ er es etwas ruhiger angehen und machte längere Pausen. Am Samstag startete er dann beim Örtchen Captieux in der Region Landes um ca. 9:30 Uhr, überquerte die Pyrenäen und landete nach 9 Stunden und gut 250 Kilometern in Spanien. Dort übernachtete er im flachen Wasser der aufgestauten Laguna de Pittilas, 30 Kilometer nördlich der Storchenstadt Alfaro am Ebro.

Hans Albert hat Frankreich erreicht

Hans Albert ist erst am Donnerstag (26. August) gestartet. Er flog über die Elbe nach Süden bis er am Abend in der Wesermarsch bei Berne, nördlich von Delmenhorst, seine abendliche Pause machte. Am nächsten Tag ging es weiter. Dabei hatte Hans Albert es gar nicht so eilig. Sonntag machte er an der holländischen Grenze bei Mönchengladbach einen Tag lang Rast. Gestern hatte er dann den Nordrand der Ardennen bei Givet in Frankreich erreicht.

Eva in Siebenbürgen

Eva machte sich am 23. August auf und flog über die Elbe nach Süden. Sie folgte damit der Route von Westziehern und landete am Abend bei Verden (Aller). Dann bemerkte sie wohl, dass sie im „falschen“ Trupp unterwegs war und wechselte die Richtung auf Südost. Sie zog über Sachsen-Anhalt in Richtung Zittau ganz im Südosten Deutschlands. Danach flog sie entlang der Grenze zwischen Polen und Tschechien, überquerte die Karpaten und zog weiter durch Siebenbürgen. Heute Morgen befand sie sich wenige Kilometer vor Kronstadt.

Tini ist nach Westen gezogen

Wenn ein neu besenderter Storch im Spätsommer auf die Reise geht, sind wir immer ganz gespannt welche Richtung er einschlägt. Eigentlich wollen wir vor allem Ostzieher besendern, weil wir deren Bedingungen im afrikanischen Sahel untersuchen wollen. Die Auswahl klappt ganz gut, indem wir Vögel auswählen, die erst im April an ihr Nest zurückkehren. Aber das klappt nicht in jedem Fall. Und so ein Fall ist Tini. Im Gegensatz zu ihrem Männchen ist die Westzieherin.

Bis zum 21. August vagabundierte Tini einige Kilometer um ihren Nestplatz in Hoort herum. Dann flog sie über den Schaalsee in Richtung Süden und machte in der Winsener Marsch, südlich der Elbe zwei Tage lang Pause, bevor es am 23. August weiter nach Südwesten ging. Am Nachmittag erreichte sie das Steinhuder Meer. Am nächsten Abend landete sie nach fast 400 Kilometern den nördlichen Rand der Ardennen in Belgien. Am 25. August flog sie nur wenige Kilometer bis an den Südrand der Ardennen und machte dort einige Tage lang auf einer Mülldeponie Rast.

Am Sonntag (29. August) erreichte sie die Gegend nördlich von Bordeaux, wo sie sich noch heute aufhält. Auch dort versucht sie vor allem auf Mülldeponien ihr Futter zu finden.

 

Joe ist schon in Afrika

Joe ist schon ungewöhnlich früh zum Herbstzug gestartet. Obwohl er und seine Partnerin Junge aufgezogen hatten, ist er schon am 1. August in Richtung Süden geflogen. Eigentlich bleiben die Altstörche nachdem die Jungen flügge geworden sind noch einige Zeit am Nest, bevor auch sie sich auf die Reise machen. Joe ist Ostzieher, also nahm er die Route über Polen und flog nordöstlich des Karpatenbogens über die Ukraine bis nach Rumänien. Am 13. August erreichte er die Umgebung von Istanbul und überquerte am folgenden Tag den Bosporus. Fünf Tage später war er dann schon auf der Sinai Halbinsel. Am nächsten Tag erreichte er in Ägypten den Nil bei Quina. Das warem bisher seine letzten Meldungen. Er dürfte sich dann auf den Weg über die Sahara gemacht haben. Da es dort kein Mobilfunknetz gibt, müssen wir warten bis er die Sahelzone im Sudan oder im Tschad erreicht hat und sein Sender wieder einen Kontakt zum Mobilfunknetz aufnehmen kann.

Neue Storchenzugkarte ist online!

Darauf haben alle gewartet. Unsere Storchenzugkarte ist endlich aktualisiert und die Zugrouten unserer neuen Senderstörche können aktuell verfolgt werden. Eine Neuerung ist außerdem, dass sich die Positionsdaten jetzt täglich aktualsieren.

Neues von den Senderstörchen

Seit dem Frühjahr habe ich nichts von den Senderstörchen berichtet. Das möchte ich jetzt nachholen. Wir hatten im vergangenen Winter und Frühjahr aus verschiedenen Gründen fünf Störche mit Sender verloren. So viele Verluste in einer Saison hatten wir während der mehr als 10 Jahre langen Projektdauer noch nicht zu beklagen. Im Frühjahr starteten nur noch Gustav und Hans Albert mit einer Brut. Während Hans Albert mit seiner Partnerin nur ein Junges aufziehen konnte, waren es bei Gustav zwei flügge Junge.

In diesem Sommer ging es vor allem wieder darum neue Störche zu finden, die für einen Sender geeignet sind. Einerseits haben wir das Ziel möglichst nach Südosten ziehende Individuen zu finden, denn wir wollen vor allem ihr Verhalten in Ost- und Südafrika studieren. Zum anderen müssen wir die Chance haben, dass sich die Vögel überhaupt einfangen lassen, um ihnen einen Sender mitzugeben. Dass dieses auch nicht so einfach ist, mussten wir in diesem Sommer gleich mehrfach erfahren. Und ist erstmal ein Fang gescheitert, sind die Vögel so misstrauisch, dass sie sich nicht gleich wieder fangen lassen.

Der Sender von Gustav meldet sich nach mehr als 10 Jahren nur noch sporadisch. Deshalb hatten wir geplant Gustav mit einem neuen Sender auszurüsten und gleich seine Partnerin dazu. Sie konnten wir fangen, Gustav allerdings nicht. Sie hat von uns den Namen Eva erhalten. Vielleicht klappt es ja im kommenden Jahr mit Gustav. Mit Hilfe von mecklenburgischen Ornithologen konnten wir ein Storchenpaar aus dem kleinen Dorf Hoort bei Hagenow besendern. Die beiden haben in diesem Jahr sogar vier Junge erfolgreich aufgezogen. Sie erhielten die Namen Tini und Joe . Joe ist schon ungewöhnlich früh mit dem Herbstzug gestartet und befindet sich derzeit bereits in Anatolien, während Tini noch immer am Nest in Mecklenburg verharrt. Wir hoffen aber noch, dass ein weiterer Storch besendert werden kann. Ende August, bei einer sonnig stabilen Wetterlage, werden unsere Störche ihre Brutgebiete Richtung Süden verlassen.

Unsere Storchenzugkarte wird derzeit überarbeitet und aktualisiert, was noch ein paar Tage in Anspruch nimmt. Wir denken, dass sie Ende nächster Woche wieder an den Start geht. Dann werde ich auch wieder regelmäßig aus dem Leben der Störche auf dem Zug und im Winterquartier berichten.

Gustav ist zurück

Gestern (8. April) ist Gustav an seinem Nest wohlbehalten angekommen. Seine letzte Etappe hat dann doch ein wenig länger gedauert. Das war wohl dem winterlichen Wetter in der letzten Woche geschuldet. Am Abend zuvor war er noch in der Nähe von Bad Doberan.

Gustav nimmt Kurs auf sein Brutgebiuet

Gustav ist ein gutes Stück vorangekommen. Am Freitagabend landete er ca. 60 Kilometer nördlich von Krakau zur abendlichen Rast. Zuvor hatte er die Karpaten überquert und war quer durch Siebenbürgen nach Norden gezogen. Nun dürfte er schon in den nächsten Tagen auf seinem Nest in Tielen ankommen.

Gustav ist wieder unterwegs

Nachdem sich das Wetter wieder gebessert hat ist Gustav wieder gestartet. Gestern morgen war er schon in Rumänien. Leider hat sein Sender nur sehr wenige Ortungen geliefert, so dass ich seine Reise nicht nachzeichnen kann.

Gustav wird jetzt vielleicht eine Woche später als in den Vorjahren an sein Nest zurückkommen. Solche Schlechtwetterperioden gibt es im Frühjahr in der Türkei oder in Südosteuropa durchaus häufiger. Sie verzögern den Rückflug der Störche manchmal um einige Tage, manchmal auch um einige Wochen.