Zwangspause am Bosporus

Der Heimzug unserer drei Senderstörche Elfi, Leo und Arthur stockt. Sie sitzen in der Türkei vor dem Bosporus fest.

Besonders die Zugroute von Elfi ist auffällig. Sie startete am Dienstag (24. März) um die Mittagszeit zur Überquerung des Marmarameeres und flog über die Halbinsel von Yalova in der Nähe der Stadt Bursa. Sie landete etwa eine Stunde später auf der Insel Imrali Adasi und musste dort bis zum nächsten Morgen rasten.  Am nächsten Morgen startete sie erneut, musste aber nach einer Stunde Flug auf halben Weg über dem Mamarameer umdrehen. Sie landete südlich des Kuş Gölü (See) und rastet dort in der Aue eines kleinen Flusses.

Leo und Arthur haben dagegen erst gar keinen Versuch unternommen, um nach Europa zu gelangen. Sie legten an zwei unterschiedlichen Orten in der Umgebung des Iznik Sees eine Pause ein.

Gustav hat Europa erreicht

Gustav hatte am Freitag (20. März) über die Marmarainseln das Marmarameer überquert unsd Europa erreicht. Leider hat er seitdem keine neuen Daten geliefert. Das wird sich mit Sicherheit in den nächsten Tagen ändern.

Noch 250 Kilometer bis Europa

Elfi hat schon die längste Strecke über Anatolien zurückgelegt. Gestern (22. März) hatte sie noch gut 250 Kilometer bis zum Bosporus zu fliegen.

Auch Leo in Anatolien

Leo ist hat nur wenige Stunden später als Arthur den Golf von Iskenderum überquert und brauchte ebenfalls nur gut 55 Minuten für diese Strecke. Leo befand sich gestern ebenfalls in Anatolien nur gut 40 Kilometer von Arthur entfernt.

Arthur ist wieder online

Der Sender von Arthur meldet wieder regelmäßig seine Daten. Auch die Batteriespannung ist wieder normal. Gestern (22. März) befand sich Arthur in Anatolien und hatte etwa die Hälfte der Strecke bis zum Bosporus zurückgelegt.

Arthur hatte am Dienstag (17. März) Israel verlassen und ist über den Libanon und Syrien in die Türkei gezogen. Am Freitag (20. März) übernachtete Arthur auf einer Mülldeponie nahe von Iskenderun in der Türkei. Früh am nächsten Morgen überflog Arthur die Stadt Iskenderun und überquerte auf direktem Weg den Golf von Iskenderun. Für den 37 Kilometer breiten Golf brauchte er 55 Minuten. Am Nachmittag hatte er das Taurus Gebirge hinter sich gelassen und nach mehr als 300 Kilometer das anatolische Hochland erreicht.

 

Leo im Winterquartier

Während des Winters wussten wir lange Zeit nicht, wo sich Leo aufgehalten hatte, denn sein Sender hatte „kein Netz“. Mittlerweile konnte er aber die fehlenden Ortungen nach und nach liefern und wir können rekonstruieren welche Gebiete von Leo während der langen Zeit aufgesucht hat.

Im Oktober 2019 rastete Leo nördlich der Straße N’Djamena – Abeché in der Nähe der Stadt Oum Hadjer. Das ist recht weit im Norden und spricht dafür, dass die Regenzeit im vergangenen Jahr recht gut gewesen ist und den Regen bis weit in den Norden gebracht hatte. Im Verlauf des Oktober wurde es dort zunehmend trockener und die Nahrung weniger. So zog es Leo weiter nach Südwesten in die Umgebung von Ati, einer weiteren Stadt im Sahel, die ebenfalls an der Straße zwischen N’Djamena – Abeché liegt.

Von Anfang Dezember bis Ende Januar hielt sich Leo dann in der Savanne südwestlich des Lac Fitri auf (sh. Abbildung). Die Gegend ist von zahlreichen Wadis durchzogen, die während der Regenzeit Wasser führen. Außerdem gibt es während der Regenzeit einige Überschwemmungsflächen. Unsere anderen Senderstörche, die bisher im Tschad gerastet hatten, hielten sich in dieser Gegend meist nur sehr kurz auf. Leo dagegen nutzte die Region über zwei Monate lang sehr intensiv.

Winterquartier von Leo im Tschad zwischen Anfang Dezember 2019 bis Ende Januar 2020 (Kartenquelle: National Geographic-Weltkarte).

Bei Hans Albert wird gebrütet

Bei Hans Albert geht das Brutgeschäft gut voran. Gestern lagen fünf Eier im Nest.

Hans Albert wendet gestern (17. März) die Eier (Foto: F. Zyweck).

Leo im Libanon

Obwohl Leo den Golf von Suez am Donnerstag (12. März) kurze Zeit vor Elfi erreichte und auch noch überqueren konnte, wurde er gestern erst im Südlibanon geortet. Er kam auf dem Sinai aufgrund des Sandstrums offenbar nicht so rasch voran und machte außerdem am Montag auf einer Mülldeponie bei Be’er Scheva einen Tag lang Pause.

Elfi hat die Türkei erreicht

Gestern (17. März) in den frühen Morgenstunden hat Elfi die Türkei erreicht. Zuvor hatte sie in einer Olivenplantage nahe der syrischen Stadt Rajo übernachtet. Sie flog dann aber nicht wie üblich bis nach Iskenderun, sondern zog entlang eines Bergzuges Richtung Norden. Gegen 10 Uhr machte sie dann Rast unweit des Stausees von Aslantaş.

Elfi hatte Afrika auf einer ungewöhnlichen Route erreicht. Am Donnerstag (12. März) erreichte sie den Golf von Suez am Gabal el Zayt, an der traditionellen  Zugroute. Es herrschte aber zu der Zeit ein starker Sandsturm, der die Überquerung der Meerenge erschwerte. Deshalb flog sie etwa 100 Kilometer an der Golfküste entlang nach Norden. Sie verbrachte die Nacht in der Wüste nahe der Küste. Am nächten Morgen ging es noch einmal gut 70 Kilometer weiter nach Norden. Sie musste noch eine Nacht auf der afrikanischen Seite des Golf von Suez verbringen, weil der erste Versuch der Golf Überquerung abgebrochen werden musste. Am nächsten Morgen ließ sie dann die 18 Kilometer breite Meerenge ohne Probleme hinter sich und erreichte den Sinai.

Für die 870 Kilometer bis zur Türkei brauchte Elfi dann nur noch drei Tage, weil sie keine Pausen mehr machte.

Arthur ist wohlauf

Auf unserer Karte ist Arthurs Position immer noch in Ägypten vor dem Golf von Suez. Aber Arthur ist bereits in der Türkei. Sein Sender hat derzeit eine niedrige Batteriespannung, sodass keine Daten heruntergeladen werden. Wir müssen abwarten.