Gustav am Nil

gustav_iconAuch Gustav hat am Montag (21. September) Afrika erreicht. Er zog am nächsten Tag an den Nil und von dort aus nach Süden zum Assuan Stausee. Er hatte sich nachts nicht in der Niloase aufgehalten, um nach Futter zu suchen, sondern übernachtete mitten in der Wüste. So machen es fast alle Störche.

Michael weiter Richtung Westen

michael_iconMichael ist in den vergangenen Tagen wieder gut 150 Kilometer nach Westen gewandert. Dabei ist es typisch für ihn, dass er zumeist 20 bis 50 Kilometer weit fliegt, um dann an einem Ort für den Rest des Tages zu bleiben und nach Futter zu suchen. Beim Blick auf das Satellitenbild stellt sich die Frage, was er wohl in dieser dürren Gegend sucht. Aber zoomt man in das Bild hinein, fallen einem trockene Flussläufe und zahlreiche kleine Punkte auf, wahrscheinlich Bäume. Jetzt nach der Regenzeit dürfte es in der Gegend wohl eher grün sein und in den Flussläufe steht vielleicht noch Wasser.

Pause in Israel

gustav_iconGustav hatte am Freitag (18. September) Syrien hinter sich gelassen und Israel erreicht. Hier ließ er es etwas gemächlicher angehen. Er machte südlich des Sees Genezareth und bei Bet Sche’an eine Pause. Kein Wunder, denn hier gibt es bewässerte Felder und damit wohl reichlich Futter für ihn. Am Sonntag (20. September) ging es weiter Richtung Sinai.

Adele immer noch in Frankreich

AdeleAdele ist immer noch in Frankreich. Am Samstag (19. September) ist sie endlich einmal eine längere Etappe von mehr als 260 Kilometer nach Südwesten gezogen, nachdem sie zuvor nur sehr kurze Strecken geflogen war. Am Samstagabend befand sie sich gut 20 Kilometer nördlich der Dodogne.

Ronja bei Madrid

ronja_iconRonja scheint zwei Orte zu haben, an denen sie Futter findet – die große Mülldeponie und die Umgebung einer Recycling- und Müllbehandlungsanlage acht Kilometer südwestlich davon. Ihre Schlafplätze sind in der Teichanlage El Porcal, südlich der Stadt Vaciamadrid und im Gewerbegebiet bei Voldemoro. Am Fluss Manzanares scheint sie häufiger Pause zumachen.

Adele über Paris

AdeleAdele ist am Freitag (11. September) am späten Vormittag quer über das Zentrum von Paris geflogen. Dabei dürfte sie sogar den Louvre unter sich gesehen haben. Am Abend hatte sie gut 110 Kilometer hinter sich und landete nördlich der Wälder bei Orleans und machte am nächsten Tag eine Pause. Dann ging es an die Loire, so und landete am Dienstag (15. September) bei Blois. Nachdem sie nahe des Flusses nach Futter suchte, verbrachte sie offenbar die Nacht in einem Wald südlich der Loire.

Gustav noch in der Türkei

Vgustav_iconon Gustav haben wir nur eine Ortung vom Dienstag (15. September) aus der Gegend von Konya in Anatolien. Seit meinem letzten Eintrag ist er also noch nicht so viel weiter gekommen.

Am Lac Fitri

michael_iconMichael war in den vergangenen Tagen noch gut 200 Kilometer weit nach Westen gezogen. Jetzt (Mittwoch, 16. September) rastet er nördlich des Lac Fitri. Das ist ein flacher See, der gut 300 Kilometer östlich des größeren Tschad Sees liegt. Er ist ein wichtiges Rastgebiet für viele Vogelarten. Auch er ist in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden. Die Umgebung des Lac Fitri hat Michael bisher in jedem Jahr besucht. Direkt am See ist er aber nie gewesen, sondern suchte in der umgebenden Savanne nach Futter.

Was erwartet unsere Senderstörche?

Weißstorch am Rand der Wüste – Foto: NABU/Thomas Krumenacker

Wenn unsere Störche im September abgezogen sind, ist für mich immer ein Blick auf die Winterquartiere spannend. Wie war die Regenzeit, wie sieht es jetzt dort aus?

In Afrika südlich der Sahara hängt der Nahrungsreichtum von den Regenfällen ab. Die Regenzeit im Sahel dauert von Juni bis August und die Regenmenge in dieser Zeit entscheidet über die Vegetationsverhältnisse und letztlich auch über die Menge an Insekten, die von den Pflanzen leben (zum Beispiel Heuschrecken). Bei Dürre wird die Nahrung knapp aber bei feuchten Verhältnissen ist die Savanne ein Schlaraffenland.

In den modernen Zeiten kann ich über das Internet auf Satellitenerkundungen zurückgreifen und Informationen über Regenfälle und Vegetationsverhältnisse sammeln. So bekomme ich ein gutes Bild von den Verhältnissen in den Rastgebieten der Störche.

Und wie ist nun die Situation? Gut! Fast im gesamten Sahel hat es ausreichend geregnet. So können wir hoffen, dass unsere Ostzieher gut über den Winter kommen. Übrigens bedeutet dies auch, dass die Bauern in diesen Regionen wahrscheinlich gute Ernten einfahren werden.

Nur bei den Westziehern ist die Situation fast immer gleich, sofern die Mülldeponie bei Vaciamadrid nicht zwischenzeitlich geschlossen wurde, was sicher in einigen Jahren der Fall sein wird. Dann werden wir sehen, wie unsere Senderstörche sich der neuen Situation anpassen.

Michael im Tschad

michael_iconMichael ist am Donnerstag (10. September) noch einmal mehr als 300 Kilometer nach Südwesten gezogen und hat den Tschad erreicht. Dann ließ er es gemächlicher angehen. Am Freitag flog er nur noch 100 Kilometer weit und machte längere Pausen. Samstag (12. September) schlug er die südliche Richtung ein. Nun rastet er unweit der Straße zwischen den beiden Städten Ati und Abeche.

Michael hat für seine Reise von Bargen in den Tschad 22 Tage gebraucht und dabei 8.700 Kilometer zurückgelegt.