Gustav in Kordofan

gustav_iconGustav nutzt derzeit ein kleines Gebiet in der sudanesischen Provinz Kordofan als Rastplatz. Es ist nicht mal 20 mal 20 Kilometer groß. Es handelt sich dabei um eine Kulturlandschaft mit vielen Feldern und einigen Dörfern, die von unbefestigten Straßen durchzogen wird. Auch lassen sich einige trockene Flussläufe erkennen.

Michael bleibt am Tschadsee

michael_iconMichael hat sich aus dem Nordteil des Tschadseebeckens nicht hinaus bewegt. Er pendelt über die Grenze zwischen Nigeria und dem Tschad umher. Allerdings hat er seinen Aktionsradius erweitert. Seit Mitte Dezember hat er ein Gebiet von etwa 60 mal 40 Kilometer durchstreift. Aber immer wurde er im eher feuchten Sumpfland geortet und nicht auf den eher sandigen Inseln.

Adele und Ronja unter Beobachtung

Adeleronja_iconAdele und Ronja pendeln regelmäßig zwischen dem Schlafplatz in den Teichen von El Porcal, der Mülldeponie und der Flussaue des Rio Manzanares. Lediglich Ronja machte mal kleinere Ausflüge, zum Beispiel am 29. Dezember. Da flog sie für einige Zeit auf die kreisrunden Bewässerungsfelder östlich von Vaciamadrid am Rio Jarama.

Kurz vor Weihnachten am 23. Dezember erhielt ich eine Nachricht von der Ornithologin Elena de Val. Sie hatte Adele und Ronja gemeinsam mit anderen Störchen in einem Trupp in den Teichen von El Porcal beobachten können.

Storchentrupp im Teichegebiet El Porcal (Foto: Elena de Val).

Storchentrupp im Teichgebiet El Porcal (Foto: Elena de Val).

Elena beobachtet im Gebiet regelmäßig und liest die Ringe der Störche ab. So erfahren wir, wo die in Vaciamadrid überwinternden Störche herkommen. Wir wissen jetzt, dass zahlreiche Störche aus dem Nordwesten Deutschlands den Winter im Gebiet verbringen. Hier ein Foto von Ronja gemeinsam mit anderen Störchen im Teichgebiet El Porcal. Es wurde am 6. Januar aufgenommen.

Ronja in El Porcal. Sie ist rechts beringt und man kann den Sender erkennen ( Foto: Elena de Val).

Ronja in El Porcal. Sie ist rechts beringt und man kann den Sender erkennen ( Foto: Elena de Val).

Nur keinen Aufwand betreiben!

Unsere Senderstörche haben über den Jahreswechsel keine großartigen Ortsveränderungen gemacht. Sie scheinen sich an ihren Rastplatzen wohl zu fühlen und genug Futter zu finden. Warum also den Aufwand betreiben und größere Strecken ziehen?

Nichts Neues bei Adele und Ronja

Adeleronja_iconBei Adele und Ronja tut sich fast überhaupt nichts. Lediglich Ronja macht ab und an einen Ausflug nach Süden auf das Gelände einer biologischen Abfallbehandlungsanlage und in das Gewerbegebiet östlich der Stadt Pinto. Zur Erinnerung: im vergangenen Jahr war sie bis nach Marokko geflogen.

Passiert noch was?

michael_icongustav_iconEs scheint so, dass unsere Senderstörche in Afrika ein gutes Winterquartier gefunden haben, denn sie bewegen sich meist nur kurze Strecken. In anderen Jahren ist es häufig so, dass sich einige Überwinterer im Sahel auf den Weg nach Ost- und Südafrika machen. Dann verbringen diese Störche den Jahreswechsel am Äquator. Nicht so in diesem Jahr. Michael hockt noch immer im Nordwesten des Tschadsees. Er fliegt kaum herum und hat in den vergangen fünf Tagen gerade mal ein Gebiet von der Größe zwei mal zwei Kilometer genutzt. Interessant ist, dass er sich in den eher feuchten Bereichen aufgehalten hat. Die besiedelten eher trockenen Inseln meidet er.

Gustav hat sich bis Montag (7. Dezember) im Sudan östlich des Blauen Nil aufgehalten. Dort war er auf den Feldern der Bauern südlich der Stadt Gedaref unterwegs. Montag ist er dann wieder Richtung Westen geflogen, überquerte den Blauen Nil und am nächsten Tag auch den Weißen Nil. In zwei Tagen hat er fast 500 Kilometer zurückgelegt. Jetzt befindet er sich am nördlichen Rand der Savanne in der Provinz Kordofan.

Gustav auch im Sudan ein Kulturfolger

gustav_iconEinzig Gustav legt größere Strecken zurück. Er ist am Samstag (21. November) wieder in den Sudan gezogen und flog Richtung Nordosten an den Blauen Nil. In den letzten Tagen befand er sich gut 90 Kilometer östlich des Blauen Nil, unweit der Grenze zu Äthiopien. Wenn ich in das Satellitenbild hinein zoome, kann ich das regelmäßige Muster von Feldern erkennen. Hier in der Provinz Gedaref wird intensiv Landwirtschaft betrieben und die Störche sind hier – wie im Brutgebiet – Kulturfolger. Manchmal ist er den ganzen Tag lang auf nur einem Feld unterwegs.

Michael im Grünen

michael_iconAuch Michael bewegt sich nicht besonders weit. Es ist noch immer in Nigeria im Nordteil des Tschadsees. Er hatte seit dem 23. November und dem 27. November insgesamt nur rund 5,5 Kilometer zurückgelegt. An manchen Tagen scheint er sich nur wenige hundert Meter zu bewegen. Er befindet sich offensichtlich im grünen Sumpfland. Weiter westlich sind einige braune Inseln im Grünen auszumachen. Hier finden sich Dörfer und Felder. Im Grünen finden sich einige Pfade. Wäre schon spannend zu erfahren, wie es da jetzt am Boden aussieht und warum Michael gerade dort ist.

Winterliche Ruhe

AdeleBronja_iconei unseren Störchen im Winterquartier ist ziemliche Ruhe eingekehrt. Bei Ronja und Adele ist man es ja gewöhnt, dass nicht mehr als nötig geflogen wird. In ihrem Fall heißt es vom Schlafplatz zu Mülldeponie und zum Ufer des Rio Manzanares. Im vergangenen Jahr hatte Ronja immerhin einen Abstecher nach Marokko gemacht. Aber daran ist in diesem Winter wohl nicht zu denken. Klar, wenn es hier bei Vaciamadrid ausreichend Futter gibt, hat sie keinen Grund weiter zu fliegen.

Gustav im Südsudan

gustav_iconGustavs Reise war zunächst weiter nach Südosten gegangen. Am Samstag (31. Oktober) hatte er die Grenze zum Südsudan überschritten. Aber dabei sollte es nicht bleiben, denn am nächsten Tag ging es dann Richtung Weißer Nil. Gut 40 Kilometer vor dem Fluss bog Gustav nach Norden ab. Die Gegend ist hier deutlich feuchter als im Sudan oder im Tschad. Doch Gustav zog es wieder nach Norden in die sudanesische Provinz Kordofan. Zwischen Dienstag und Samstag (3. bis 7. November) rastete Gustav in einer flachen Niederung, die wahrscheinlich während der Regenzeit überschwemmt ist. Zahlreiche trockene Rinnsale kommen von den westlich gelegenen Hügeln und führen in Richtung Nil. Und drumherum erkennt man das regelmäßige Muster der Felder. Offensichtlich hat Gustav dort eine ergiebige Nahrungsquelle aufgetan.