Silvester Tamás Beiträge

Erneuter Luchsnachweis im Thüringer Wald !

Luchs an einer Salzlecke im Thüringer Wald. – Foto: Anonymus.

Wiederholte Nachweise zum Luchs sind ein gutes Zeichen für Thüringen

Abermals wurde ein Luchs im Thüringer Wald nahe Ilmenau mittels einer Wildtierkamerafalle fotografiert. Das Foto vom 29.06.2018 entstand in den frühen Morgenstunden an einer Salzlecke für Schalenwild. Aktuell findet noch eine Überprüfung der Örtlichkeit durch den zuständigen Mitarbeiter der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie statt. Wir konnten zuvor schon mit dem verantwortlichen Revierförster André Deglau sprechen. Herr Deglau berichtete dabei von zeitnahen Luchsbeobachtungen in seinem Revier durch Forstmitarbeiter. Sogar beim Jagen von Hasen soll erst kürzlich ein Luchs beobachtet worden sein. All das sind sehr gute Nachrichten! Insbesondere der Thüringer Wald fungiert als wichtiger Lebensraum für die seltene und Europas größte Wildkatze. Wenn sich die Luchse hier im wild- und waldreichen Mittelgebirge dauerhaft etablieren können und sich sogar miteinander verpaaren, wäre eine wichtige Brücke von der Luchspopulation im Harz zu jener in den bayerisch-böhmischen Waldgebieten geschlagen. Diese Vernetzung brauchen die Luchse für ihr Fortbestehen. Denn nur in einer ausreichend gesichert großen und zusammenhängenden mitteleuropäischen Metapopulation ist das Überleben der Luchse auch langfristig gesichert. Woher der neuerlich nachgewiesene Luchs stammt, ist bislang noch nicht geklärt. Vermutlich handelt es sich um einen ausgewachsenen Luchskater aus dem Harz oder dem hessischen Raum.

1. Internationaler Tag des Luchses – Der Luchs ist ein echter Europäer !

Erstmals begehen am 11.06.2018 zahlreiche Verbände und Projekte den 1. Internationalen Tag des Luchses – wir wollen, dass mehr für den Luchs getan wird !

Der Luchs ist ein Europäer! Doch das schöne Pinselohr hat es immer noch sehr schwer in Deutschland und Mitteleuropa. Sie werden immer noch verfolgt oder sterben im Straßenverkehr. Luchse kennen keine Grenzen. Deshalb muss auch der Schutz und die Vernetzung ihrer Lebensräume über die Ländergrenzen hinweg und auf europäischer Ebene gedacht und bearbeitet werden. Zum 1. Internationalen Tag des Luchses möchte der NABU auf Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für den Luchs aufmerksam machen und fordert mehr Unterstützung von der Politik für die Wiedervernetzung der Lebensräume unserer Wildtiere. Der Luchs gehört wieder in unsere Wälder!

Mehr erfahrt Ihr hier unter dem Link: https://thueringen.nabu.de/news/2018/24627.html

 

Expertentreffen für den Luchs – Tagung in Bonn

Luchstagung in Bonn – Foto: Silvester Tamás.

Experten waren sich einig: der Luchs braucht neben nachhaltigen Auswilderungsprogrammen auch eine engere Vernetzung der Lebensräume und mehr Unterstützung aus der Politik

Am 25.05.2018 waren wir vom PLAN P (NABU Thüringen) von der HIT-Umweltstiftung zum Expertentreffen an die Universität nach Bonn eingeladen, um gemeinsam mit Naturschutzverbänden, mit Experten laufender Auswilderungsprojekte und internationalen Fachleuten über die Rückkehr des Luchses nach Deutschland zu diskutieren. Die Tagung bot hochwertige und aktuelle Referentenbeiträge zur aktuellen Situation des Luchses in NRW, in Deutschland aber auch in ganz Europa. Die erfolgreichen Auswilderungsprojekte des Nationalparks Harz und in Rheinland-Pfalz verdeutlichten, wie wirksam ein gut abgestimmtes Zusammenwirken aller Interessensgruppen für den Luchs sein kann. In Bayern dagegen stagniert die Situation. Obwohl es dem Luchs im Nationalpark Bayerischer Wald scheinbar gut geht, schafft er es nicht, sich erfolgreich von dort auszubreiten. Einzelne Luchswiederansiedlungsprojekte in Europa begannen bereits in den 1970er Jahren. So leben heute in der Schweiz bereits 130 bis 150 erwachsene Luchse. In Deutschland aktuell etwa 80. In Österreich, Tschechien und Bayern scheint die illegale Jagd auf den Luchs die Hauptursache für die Stagnation der dortigen Luchspopulation zu sein. Hessen erlebte in den letzten beiden Jahren einen Zusammenbruch seines kleines Luchsvorkommens mit ursprünglich eigenständiger Reproduktion. Verantwortlich dafür waren hochwahrscheinlich ein epidemischer Räudeausbruch unter den Katzen und die verhältnismäßig hohe Mortalität im Straßenverkehr. Aktuell leben dort nur noch zwei Kuder. In Slowenien dagegen stagniert die Reproduktion vermutlich aufgrund genetischer Barrieren.

Internationaler Tag der Bio-Logischen Vielfalt

Luchs – Foto: Leo/fokus-natur.de

Bio-Logische Vielfalt hilft nicht nur dem Luchs, sondern ist auch für das Überleben der Menschheit wichtig 

Heute anlässlich des internationalen Tages der Bio-Logischen Vielfalt ist es uns ein selbstverständliches Anliegen zu unterstreichen, dass unsere Welt nur ein Chance auf ein gesundes Fortbestehen hat, wenn der Mensch sich ausdrücklich und intensiv für die Natur und seine Umwelt nachhaltig einsetzt. Zu einer für den Menschen lebenswerten und gesunden Umwelt gehört selbstverständlich eine größtmögliche und möglichst natürliche Bio-Logische Vielfalt. Bei der heutzutage sehr intensiven Nutzung fast aller natürlicher Lebensräume durch den Menschen jedoch wird die Artenvielfalt und die Zahl der Vorkommen besonders gefährdeter Arten regelmäßig beeinflusst. Bei einer Überbeanspruchung der Ressourcenausbeutung kann dies dazu führen, dass seltene und sensible Arten ganz und für immer von unserem paradiesischen Planeten verschwinden. Noch nie war das hauptsächlich durch den Menschen verursachte Artensterben so groß, wie heute. Deshalb müssen wir unser Handeln und unsere Bemühungen für eine intakte Natur und für den Artenschutz so weit entwickeln, dass sie einen mindestens genau so großen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben, wie unser tägliches Wohnen, Schlafen, Essen und Trinken – denn das müssen unsere Tiere und Pflanzen auch. Mit unserem Engagement und zahlreichen Projekten – wie zum Beispiel mit unserem tollen Luchsprojekt PLAN P – setzen wir uns dafür ein, dass einst durch den Menschen ausgerottete und heute noch international bedrohte Arten eine zweite Chance auf eine möglichst schonende und konfliktarme Rückkehr in unsere Heimat bekommen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir es wollen und auch zulassen.  Unsere Wildtiere brauchen häufig keine Wildnis, sondern lediglich ungestörten Lebensraum und unsere Akzeptanz! Dafür setzen wir uns ein, mit unserem Luchsprojekt PLAN P.

Tag des Baumes

Eiche. – Foto: Silvester Tamás

Stellt Euch vor: ihr wäret ein Luchs, es ist Mittag, die Sonne brennt und ihr sucht ein schattiges Plätzchen zum Dösen …

Bäume sind nicht nur Holz. Bäume sind schön, liefern wichtigen Sauerstoff, kristallklares Wasser und kühlenden Schatten. Sie klimatisieren unsere Luft und können uralt werden. Sie sind Lebensraum für Wildtiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, Insekten, Pilze, Moose und Flechten. In den tiefen Spalten und Höhlungen von alten Bäumen verkriechen sich Fledermäuse und Eulen oder sie dienen als Nist- und Brutplätze. Selbst Lianen, Efeu und Reben nutzen Bäume zum „Klettern“ und zum Leben. Wie auch der Luchs!

Wanderlust – Harzer Luchs erkundet Lausitz !

Harzer Luchskater im Tagebaugebiet Welzow-Süd in der Lausitz (2018). – Foto: Uwe Dittmann

Luchse waren einst in ganz Europa verbreitet – jüngere Nachweise gab es auch schon im Norddeutschen Tiefland bei Magdeburg

Damit hätte wohl an diesem Tag niemand gerechnet, außer Uwe Dittmann. Der begeisterte Naturfotograf hatte sich extra auf die Suche nach Hinweisen in der Lausitz gemacht, um das eigentlich sehr scheue und vorsichtige Pinselohr schließlich im Tagebaugebiet Welzow-Süd zu fotografieren (siehe Foto oben). Sichtungen gab es wohl schon einige in der Region, aber eben noch keinen Nachweis in Form eines Fotos oder eines genetischen Beleges. Allein Fotos von einem freilebenden Luchs zu machen, scheint nahezu unmöglich, wo es doch vielen Fotografen in der Lausitz eigentlich um Wölfe, Seeadler und Rothirsche geht.

Lebensraumschutz ist notwendiger denn je !

Holzeinschlag im FFH-Schutzgebiet des Tautenburger Forstes durch staatlichen Forstbetrieb (2018). – Foto: Silvester Tamás

Geschützte Waldlebensräume sind immer mehr auch durch Eingriffe staatlicher Forstbetriebe bedroht

In den zurückliegenden Jahren verzeichnen wir einen dramatischen Rückgang an Arten und Lebensräumen. Um so wichtiger ist der Schutz der letzten verbliebenen Rückzugsräume und Refugien für unsere Flora und Fauna und das auch auf globaler Ebene. Aus diesem Grunde wurde durch die EU ein europaweites Schutzgebietsnetz eingerichtet und im Rahmen der NATURA 2000-Initiative umgesetzt. Lebensräume und Arten sind nach der zugehörigen sogenannten Flora-Habitat-Richtlinie besonders geschützt.

Luchsprojekt „Plan P“ in Mainhatten

Skyline von Frankfurt/Main. – Foto: Silvester Tamás

Vorstellung PLAN P – Engagierte Spender und NABU-Freunde zeigen großes Interesse am Luchsprojekt 

Freitag der 13. April war für uns ein Glückstag !  Anlässlich des NABU-Unterstützertreffens in Frankfurt/Main waren wir eingeladen, um über unseren PLAN P zu berichten.