Ronja schon in Spanien

ronja_iconRonja hat ihre Reise recht zügig fortgesetzt. Am Freitagabend (26. August) übernachtete sie in Belgien südlich von Lüttich am Rande eines Waldes. Am nächsten Tag überquerte sie die Grenze zu Frankreich. Die ersten Tagesetappen sind mit gut 100 Kilometern allerdings noch recht kurz.

Am Dienstag änderte sich das, denn Ronja ist 440 Kilometer weit gezogen. Sie war am Morgen in der Chanpagne gestartet und am Abend nördlich von Bordeaux gelandet. An nächten Tag stand eine 240 Kilometer weite Etappe bis an den Fuß der Pyrenäen an. Am Donnerstag (1. September) überquerte sie die Pyrenäen. Ihre letzte Ortung erfolgte um 12 Uhr südlich von Pamplona.

Nobby auf dem Weg nach Südwesten

Nobby_IconNun sind wir uns sicher – Nobby ist ein Westzieher. Nachdem er schon am Dienstag, den 23. August Bergenhusen zu einem Rundflug verlassen hatte, kam er am Abend zum Übernachten zurück.

Am nächsten Tag verließ er uns endgültig, zog aber zunächst einmal Richtung Westen. Die Nacht verbrachte er nordöstlich von Heide in Süderholm. Er zog danach an die Unterelbe und schlief dann bei Itzehoe. Am Freitag (26. August) verließ er Schleswig-Holstein für dieses Jahr endgültig. Er überquerte die Elbe westlich von Hamburg bei Wedel und zog bis zum Abend gut 120 Kilometer bis nach Nienburg (Weser). Am Samstag waren es noch einmal 260 Kilometer und Nobby hatte Düsseldorf erreicht.

Ein alter Bekannter: Arthur

Arthur IconDas Storchenmännchen Arthur ist für unser Projekt ein alter Bekannter, denn er trug bereits einen Sender. Er wurde erstmals im Sommer 2014 von uns besendert. Sein Zugweg konnte über die Website unserer Jugendorgansisation NAJU verfolgt werden (www.storchenreise.de/reisen).

Er flog im Winter 2014/15 bis in die Umgebung des Tschadsees, dann fiel im Januar 2015 sein Sender aus. Wir fürchteten schon, dass er verunglückt sei. Zwischendurch meldete sich der Sender aber immer mal wieder. Er kehrte auch nach Schleswig-Holstein zurück, aber viel zu spät. Da war sein Nest in Vaale schon besetzt. So konnte er 2015 nicht brüten und Junge aufziehen. In  diesem Frühjahr kehrte er nach Looft im Südwesten von Schleswig-Holstein zurück und zog zwei Junge auf. So konnten wir Arthur wieder fangen und den Sender wechseln. Es handelt sich ebenfalls um einen GMS GPS Logger.

Arthur ist noch immer auf seinem Nest in Looft. Er wird wahrscheinlich in den nächsten Tagen aufbrechen. Er ist Ostzieher und wird wohl zunächst in die östliche Sahelzone in den Sudan oder Tschad ziehen.

Unser Neuer: Nobby

storch-neu-2Das Storchenmännchen Nobby brütet wahrscheinlich schon einige Jahre in Bergenhusen auf einem malerischen Schuppen mit Reetdach. Wir können es aber nur vermuten, da Nobby bisher keinen Ring trug. Sein Nest liegt gegenüber von unserem Institut. Nobby ist wohl Westzieher, der auf der Iberischen Halbinsel überwintert, denn er kehrte schon im März auf sein Nest zurück. In diesem Jahr zog er mit seiner ebenfalls unberingten Partnerin zwei Junge auf, die schon vor einiger Zeit abgezogen sind.

Nobby, wenige Tage vor dem Abzug ins Winterquartier.

Nobby, wenige Tage vor dem Abzug ins Winterquartier.

Nobby haben wir am 13. Juli in Bergenhusen gefangen und mit einem Sender ausgerüstet. Dabei handelt es sich um einen neuartigen GMS GPS Logger. Dieser Logger nimmit alle fünf Minuten eine Ortung auf und sendet sie über das Mobilfunknetz an uns. Auf diese Weise bekommen wir deutlich mehr Daten und die Übertragung ist sehr viel zuverlässiger als bei den Satellitensendern. Natürlich klappt die Datenübertragung auch in Afrika sehr gut, denn dort gibt es ebenfalls ein gut ausgebautes Mobilfunknetz.

Nobby wird nach erfolgreicher Besenderung freigelassen (Foto: Kai-M. Thomsen).

Nobby wird nach erfolgreicher Besenderung freigelassen (Foto: Kai-M. Thomsen).

Die Reise geht los

Bei dem Wetter kann ein Weißstorch im August nicht widerstehen. Den ganzen Tag lang strahlender Sonnenschein und Wärme – ideales Thermikwetter zum Ziehen. So haben sich die ersten drei Senderstörche auf den Weg gemacht: Ronja und Nobby nach Südwesten und Michael nach Südosten. Gustav und Arthur sind noch geblieben. Kein Wunder, denn ihre Jungen sind erst vor kurzem flügge geworden.

Den regelmäßigen Lesern unseres Blogs wird es aufgefallen sein: zwei neue Namen und einer fehlt. Wir haben zwei neue Senderstörche, Arthur aus Looft im südwestlichen Schleswig-Holstein und Nobby aus Bergenhusen. Wir werden sie noch genauer vorstellen. Adele fehlt. Wir berichteten bereits – ihr Sender ist kaputt. Sie ist aber wohlauf und auch auf dem Weg nach Süden. Wir werden versuchen, sie im kommenden Jahr wieder zu fangen und den Sender zu wechseln.

Wir wünschen allen unseren Lesern viel Spaß bei der Storchenverfolgung und unseren Störchen natürlich alles Gute!

Häufig wird die Frage gestellt, wie die Jungstörche den Weg in die Winterquartiere finden, da sie doch vor ihren Eltern nach Süden ziehen. Die Frage, ob die Zugroute erlernt oder angeboren, ist hat schon sehr lange die Ornithologen interessiert. Dazu wurden schon in den 1930er Jahren Versuche gestartet, indem man Jungstörche aus dem östlichen Brutgebiet nach Westen verfrachtet hatte und sie beringt freigelassen hat. Diese Versuche ergaben keine eindeutigen Ergebnisse, so dass diese Experimente mit Hilfe der Satellitentelemetrie wiederholt wurden. Danach kann man festhalten, dass die Jungstörchen die allgemeine Zugrichtung nach Süden angeboren ist, sie aber während des Zuges auf bereits erfahrene Störche treffen, die sie in die jeweilige Richtung mitziehen.

Auch aus unserem Projekt gibt es ein Beispiel, dass diese These unterstützt. Im Jahr 2010 brüteten die beiden ostziehenden Senderstörche Gustav und Anni in Pahlen erfolgreich Junge auf. Eines dieser beringten Jungen wurde im Jahr darauf in Spanien – also auf der Westroute – abgelesen.

Rastender Weißstorchtrupp in der Türkei (Foto: K.-M. Thomsen).

Rastender Weißstorchtrupp in der Türkei (Foto: K.-M. Thomsen).

Gustav und Partnerin noch immer am Nest

gustav_iconHeute Morgen um 11 Uhr waren Gustav und seine Partnerin noch immer am Horst in Pahlen. Die beiden Jungen hatten sich am Freitag, den 26. August auf den Weg gemacht. Sie waren erst vor rund drei Wochen flügge geworden.

Ronja ist zeitig unterwegs

ronja_iconRonja schien sich schon am 14. August auf den Weg machen zu wollen, denn da verließ sie Bargen in Richtung Süden und überquerte die Unterelbe. Dort flog sie bis nach Bremerhaven und machte dann eine Schleife, um am Samstag, den 20. August wieder nach Norden umzudrehen. Da machte sie sogar einen Besuch bei uns in Bergenhusen, wovon wir allerdings nichts mitbekommen haben.

Am Sonntag (21. August) war sie in den Viermarschlanden in Hamburg. Nun ist sie endgültig auf dem Weg in ihr Winterquartier. Von Hamburg aus ging es zunächst nach Westen Richtung Oldenburg. Hier wurde sie fotografiert. Am Donnertag (25. August) landete sie bereits in den Niederlanden.

Rona während der abendlichen Nahrungssuche bei Eversten, westlich von Oldenburg am Mittwoch - 24. August (Foto: H. Wilken).

Rona während der abendlichen Nahrungssuche bei Eversten, westlich von Oldenburg am Mittwoch, 24. August (Foto: H. Wilken).

Michael ist schon in Rumänien

michael_iconWie in den Jahren zuvor ist Michael wieder sehr zeitig (19. August) gestartet. Am nächten Tag war er schon in Polen. Von da aus zog er zunächst nördlich der Karpaten entlang nach Südosten. Dann überflog er die Berge und zog über den Osten der Slowakei und Ungarn nach Siebenbürgen in Rumänien. Am Donnerstag (25. August) hatte er von Bargen aus schon mehr als 1.400 Kilometer zurückgelegt.

Kurz vor dem Abflug

Die meisten Jungstörche sind schon auf dem Weg ins Winterquartier. Lediglich die Jungen von Gustav sind noch im Lande. Jungstörche ziehen meist 14 Tage vor ihren Eltern nach Süden. So langsam macht sich auch bei den Altstörchen die Zugunruhe gemerkbar.

Dieses Jahr werden insgesamt fünf Weißstörche auf ihrer Reise von uns verfolgt. In wenigen Tagen wird die Karte aktualisiert und es erscheinen wieder regelmäßig unsere Berichte aus dem Storchenleben.

Unfall vor dem Wegzug

michael_iconronja_iconDie Jungen von Michael und Ronja sind abgezogen. Kurz vor dem Abflug der Jungstörche passierte aber ein Unfall, an dem ein Storchenjunges tödlich verunglückte. Der Unfall geschah an einem elektrischen Umspannmast ganz in der Nähe des Nestes. Dieser Mast ist durch ein Brett gesichert, auf dem die Störche sicher landen können. Das Junge muss wohl dieses Brett verfehlt haben und ist mit den stromführenden Leitungen in Kontakt gekommen. NABU-Storchenbetreuer Jörg Heyna hat Kontakt mit dem Stormversorger aufgenommen, um eventuelle weitere Schutzmaßnahmen an diesem Trafomast vornehmen zu können.