Kai-Michael Thomsen Beiträge

Liebe Storchenfreunde!

Unsere Senderstörche haben fast alle ihr erstes Winterquartier erreicht. Auch ich werde mich für eine Zeit lang verziehen und für vier Wochen Urlaub machen. Während dieser Zeit müssen Sie aber nicht auf Neuigkeiten aus dem Storchenleben verzichten! Jörg Heyna, NABU-Storchenbetreuer aus Schleswig-Holstein wird mich vertreten.

Ich wünsche Ihnen viele Interessante Beiträge aus dem Storchenleben!

Kai-M. Thomsen

Alles wie immer

Ronja ist nun schon mehr als drei Wochen im spanischen Winterquartier. Mittlerweile sucht sie ihr Futter wieder auf der Müllkippe von Vaciamadrid und am Rande des Rio Manzanares. Aber vielleicht ruht sie sich am Fluss nur aus. Die Nacht verbringt sie auf den Antennen der Nationalen Radiostation oder im flachen Wasser der Teiche von El Porcall.

Also alles wie immer bei Ronja. Oder wird sie uns noch überraschen und eine Reise nach Süden antreten?

Michael auf dem Weg zum Tschadsee

Michael ist schon auf dem Weg zum Tschadsee. Am Montag (18. September) ist er gut 100 Kilometer nach Westen geflogen und hält sich seitdem in der flachen Savanne zwischen Tschadsee und Lac Fitri auf.

Ob er hier bleiben will? Oder ist er schon so früh in Richtung Tschadsee unterwegs?

Gustav legt große Strecken zurück

Während die meisten unserer Senderstörche im Tschad täglich meist nur geringe Stecken zurücklegen, zeigt Gustav ein gänzlich anderes Verhalten. Er fliegt kreuz und quer durch die Savanne.

Beispielsweise am Samstag (16. September) flog er gut 70 Kilometer nach Norden, blieb einen Tag dort, um dann wieder nach Süden zu ziehen. Ein Blick auf das Satellitenfoto zeigt Wüste! Was macht er dort? Gibt es Heuschrecken?

Nur wenige Informationen von Lilly

Von Lilly erhalten wir nur sporadisch neue Ortungen. Die letzten stammen vom Montag (18. September). Da war sie noch gut 230 Kilometer vom Lac Fitri entfernt.

Sie nimmt eine etwas weiter nördlicher gelegene Route als die anderen Senderstörche. Und offenbar ist dort das Mobilfunknetz sehr lückenhaft.

Arthur auf Westkurs

Auch Arthur zieht langsam gen Westen. Jeden Tag legt er zwischen 20 und 40 Kilometern zurück, dann macht er Pause und sucht nach Futter. Vorgestern (20. September) wurde er 40 Kilometer nördlich des Lac Fitri geortet.

Robert hat es nicht eilig

Robert ist nicht sehr weit vorangekommen. Seine letzten Ortungen vom Montag (20. September) lagen im Westjordanland – 30 Kilometer nördlich des Toten Meeres. Hier finden sich bewässerte Felder, auf denen er Nahrung finden kann, sowie zwei Wasserreservoirs, an deren flachen Ufern er sicher übernachtet.

Warum zieht er nicht weiter? Er scheint soweit ok zu sein, denn er fliegt in der Gegend umher. Will er vielleicht im Nahen Osten überwintern? Bekannt ist, dass es einige Störche gibt, die in Israel überwintern. Warten wir ab! Auf jeden Fall ist es spannend.

Gustav hat den Tschad erreicht

Gustav verließ am Dienstag (12. September) den Lauf des Nil schon in Höhe von Edfu, um nach Südwesten abzubiegen. Somit ließ er den Assuanstausee links liegen und nahm den direkten Weg über die Wüste. Er scheint die Nacht auf Mittwoch in der Bewässerungsoase Toshka verbracht zu haben. Dieses Bewässerungsgebiet nordwestlich vom Assuanstausee liegt mitten in der Wüste und wird mit Nilwasser gespeist.

Am Donnerstagabend (14. September) hatte Gustav fast schon die Grenze zum Tschad erreicht und die Wüste hinter sich gelassen. Am Sonntag (17. September) wurde Gustav schon 570 Kilometer weiter südwestlich in der Savanne geortet. Er hat also sein erstes Winterquartier erreicht. Nun scheint auch er Kurs auf den Lac Fitri zu nehmen.

Arthur auf Michaels Fersen

Auch Arthur hat sich in Richtung Lac Fitri aufgemacht. Seine letzten Ortungen liegen nur 60 Kilometer von Michael entfernt.

Michael am Rande der Sahara

Michael hält sich nördlich des Lac Fitri auf. Das ist recht weit im Norden und schon ziemlich nahe an der Sahara. Aber das wundert mich nicht, denn die Wetterinformationen aus dem Sahel berichteten, dass der Regen in diesem Jahr recht weit nach Norden vorangekommen sei. Also dürfte es dort recht grün sein, und somit ein reich gedeckter Tisch für die Störche zur Verfügung stehen.