Expertentreffen für den Luchs

Präparatesammlung des Naturkundemuseums in Erfurt. – Foto: Ivonne Przemuß

Expertentreffen der TLUG und des Kompetenzzentrums der NATURA-2000-Stationen

Am 30.01.2018 veranstaltete die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie und das Kompetenzzentrum der NATURA-2000-Stationen im Naturkundemuseum der Thüringer Landeshauptstadt in Erfurt ein Expertentreffen für Säugetiere. Bei dem Expertentreffen ging es um die Einschätzung inwieweit bestimmte FFH-Arten und FFH-Lebensräume mehr Schutz und mehr Zuwendung hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes bedürfen.

Auch wir vom NABU waren zur Expertenrunde eingeladen, um konstruktive Beiträge für die Verbesserung der Schutz- und Lebenssituation von Luchs und Wildkatze einzubringen. Hierbei war es uns besonders wichtig bestimmte Schwerpunktregionen und Aufgaben festzustellen, die es zukünftig braucht, damit sich der Luchs gefahrlos über unsere Straßen und durch unsere Wälder bewegen kann. Für den Schutz des Luchses und seine erfolgreiche Rückkehr braucht es die Einrichtung von Gebietskulissen, dazu den Auf-/Ausbau eines effektiven Monitorings zur Arterfassung auf Schwerpunktebene (opportun/systematisch) und eine aktive wissenschaftliche Begleitung residenter Individuen, z.B. mittels Besenderung (Radiotelemetrie, GPS-Ortung), natürlich auch störungsfreie Rückzugsgebiete, denn der Luchs ist eine FFH-II-Lebensraumart. Insbesondere bekannte Wurfplätze und Bereiche der Jungenaufzucht sollten zukünftig bei Wiederholung von Reproduktionsnachweisen mit der Ausweisung großzügiger Schutzzonen im betreffenden Nachweisgebiet bedacht werden. Für die Vernetzung von Lebensräumen braucht es überdies dringend geeignete Querungshilfen an Straßen- und Schienenwegen (z. B. deckungsreiche Grünbrücken, geeignete Wildtunnel, elektronische Wildwechselwarnanlagen, Leitsysteme etc.). Damit folgen wir unserem Ziel die fragmentierten und von einander abgeschnittenen kleinen Luchspopulationen in Mitteleuropa insbesondere über Thüringen zusammenzubringen und miteinander zu vernetzen. Die Grundlage hierfür bietet unser seit 2007 bestehender NABU-Bundeswildwegeplan. Mit unserem NABU-Bundeswildwegeplan wollen wir die Landschaft für Wildtiere zukünftig wieder durchlässiger machen und die für sie tödlichen Gefahren im Straßen- und Schienenverkehr deutlich reduzieren. Unsere Arbeit für den Luchs hilft damit auch ganz vielen anderen Wildtieren.

 

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