Willkommen im neuen Winter-Wurm-Quartier

Auch unsere kleinen Würmchen lässt der Frost nicht kalt, weswegen sie vor kurzem von ihrem Salat-Wurm-Reaktor in ein wohlig warmes Winter-Domizil umsiedeln mussten.

Würmer sind nämlich stark abhängig von der Umgebungstemperatur und passen ihre Aktivität der Außentemperatur an, sind also wechselwarm. Sinken die Temperaturen draußen, verringert sich beispielsweise auch die Nahrungsaufnahmeaktivität oder die Bewegung der Tiere. Die Würmer verfallen dann in eine Winterstarre, bei der sie ihre Stoffwechselaktivität herunterfahren und somit für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr auf Nahrung angewiesen sind.

Allerdings muss auch hier beachtet werden, dass die kleinen Kriecher nur bis zu einem bestimmten Kältegrad überleben können und bei zu niedriger Außentemperatur, ohne ausreichenden Schutz, absterben.

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Also mussten wir unsere Fähigkeiten als Umzugshelfer unter Beweis stellen. Durch den praktischen Aufbau des Salat-Wurm-Reaktors konnten wir die Würmer ganz einfach transportieren. Der obere Kasten wurde abgenommen und der darunterliegende, mit den Würmern darin, zum Winterquartier transportiert.

Das neue, zeitlich begrenzte, Zuhause der Würmer sollte ein Komposthaufen sein. Der Vorteil dabei ist, dass dieser direkt mit dem Boden in Kontakt kommt. Der Salat-Wurm-Reaktor hingegen hat keinen unmittelbaren und ganzflächigen Bodenkontakt. Dadurch haben die Würmer keine Rückzugsmöglichkeiten, falls dieser durchfrieren sollte. Beim Kompost können die Würmer bei zu starker Kälte in den Boden kriechen und auf diese Weise überleben.

Letzten Endes haben unsere Würmchen den Umzug gut überstanden und sind gerüstet für kalte Temperaturen.

Der Winter kann kommen!

Der Luchs sorgt für großes Interesse in Mühlhausen

Empfang in der historischen Ratsstube von Mühlhausen zur Präsentation der 41. Mühlhäuser Beiträge. – Foto: Silvester Tamás.

Erster Luchsnachweis nach 349 Jahren sorgt für Aufsehen in Mühlhausen 

Nach 349 Jahren ist der Luchs zurück in den Wäldern bei Mühlhausen. Es ist damit der erste Luchsnachweis nach dem letzten Luchs aus dem Jahr 1668. Der Nachweis gelang  Jäger Dolling am 18.10.2017 mittels einer sogenannten Wildtierkamerafalle. Der Luchsnachweis sorgte für einiges Aufsehen. So wünschte sich der Mühlhäuser Geschichtsverein von uns eine Publikation zu Luchsen und ihrer Geschichte in der Region und darüber hinaus in ganz Thüringen. Deshalb waren wir mit PLAN P am 30.11.2018 in Mühlhausen zur Präsentation des 41. Bandes der Mühlhäuser Beiträge. Es war sicher nicht das letzte Mal 🙂

Luchs im Mühlhäuser Forst am 18.10.2017. – Foto: J. Dolling.

Luchs im Mühlhäuser Forst am 18.10.2017 (groß). – Foto: J. Dolling.

 

Publikation

Silvester Tamás: PLAN P wie Pinselohr – Luchse in die Mitte bitte! – Luchsprojekt des NABU Thüringen. Mühlhäuser Beiträge 41, 49-60.

Luchse sind kein Luxus – aber noch viel zu selten !

Luchsgebiete und wahrscheinliche Ausbreitungswege des Luchses. – Grafik: Sigi Reiss, Luchsprojekt NABU.

Harzer Luchse sind wanderfreudig ! 

März 2015 bei Gräfenthal in Süd-Thüringen, im Dezember 2017 schon bei Seehausen in der Altmark, im März 2018 im Tagebau Welzow-Süd (Lausitz) und jetzt auch schon bei Uelzen und bei Amelinghausen in der Lüneburger Heide (2018). Die Nachweise zu den Harzer Luchsen streuen weit ins deutsche Land.

Mit dem Ausbreitungsverhalten der Luchse lässt sich allmählich nachvollziehen, dass Luchse nicht nur die waldreichen Gebirgs- und Mittelgebirgslagen für sich als Lebensräume erschließen, sondern – wie bereits in Jahrtausenden zuvor – auch das Tiefland nutzen und vielleicht auch bald wiederbesiedeln werden. Ursprünglich sind Luchse in den mitteleuropäischen Gebirgs- und Waldregionen, wie dem Harz und dem Bayerischen Wald mit den angrenzenden Böhmerwaldgebieten, durch Menschenhand ausgewildert worden. Insbesondere im Harz geht es den Luchsen gut. Von dort aus gehen sie nun auf Wanderschaft. Platz ist jedenfalls genügend da. Hoffen wir, dass es unseren Pinselohren alsbald gelingt, auch den Weg nach Thüringen zu finden. Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Lebensraumschutz und -vernetzung wollen wir deshalb im Rahmen unseres Luchsprojektes „PLAN P – Luchse in die Mitte bitte!“ deutlich voranbringen. Denn nur wenn wir wissen, wo und wie die Luchse bei uns leben und zurechtkommen, nur dann können wir ihnen auf die Sprünge helfen und sie ausreichend schützen 🐾

Mehr Wissen über den Luchs

Der Hörsaal auf dem Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena füllt sich. – Foto: NABU Thüringen.

Am 03. November 2018 waren wir mit PLAN P zu Gast auf der Lichtbildarena in Jena. Im Rahmen der wissenschaftlichen Vortragsreihe der FSU Jena konnten wir das interessierte Publikum für die „Rückkehr der Luchse“ begeistern. Ganz besonders gefreut hat uns natürlich, dass so viele junge Gäste und besonders Schulkinder anwesend waren, um mehr über den Luchs in Europa und Thüringen erfahren zu können. Im Rahmen unseres Luchsprojektes „PLAN P wie Pinselohr – Luchse in die Mitte bitte !“ konnte Silvester Tamás, der Projektkoordinator, in seinem Vortrag den interessierten Zuhörern nahe bringen, vor welchen Herausforderungen der Luchs bei seiner Rückkehr nach Deutschland steht und welche Gefahren insbesondere durch den Straßenverkehr, die illegale Jagd und die voranschreitende Lebensraumzerstörung und -zerschneidung auf das scheue Pinselohr lauern. Begeistert lauschte das Publikum den Ausführungen, als es um Visionen und Lebensbilder ging, die wildlebende Wölfe, Luchse, Biber, Braunbären, Elche und Wisente in unsere unmittelbare Lebenswelt vor der Haustür einschließen. Alle diese Tierarten kamen noch vor nicht allzu langer Zeit (bis ins 17. und 18. Jahrhundert) ständig in unserer Natur vor, und das schon lange bevor der moderne Mensch (Homo sapiens) den europäischen Kontinent vor etwa 40.000 Jahren eroberte.

Luchs, Biber und Wolf sind streng geschützt, doch auch in Deutschland werden sie häufig Opfer illegaler Jagd. – Foto: NABU Thüringen.

Ein Zusammenleben des Menschen mit sogenannten konfliktträchtigen Tierarten ist möglich. Wir müssen es nur wollen und auch versuchen. Die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten haben wir jedenfalls. Der Luchs verdient eine zweite Chance!

Netzwerk „Luchsfreunde“ gegründet !

Gründungsmitglieder des neuen Thüringer Netzwerkes „Luchsfreunde“ – Foto: NABU Thüringen.

Landesarbeitsgruppe Wolf & Luchs des NABU Thüringen gründet Netzwerk „Luchsfreunde“ 

Am 22.09.2018 trafen sich engagierte Naturfreunde in Vollradisroda zur Sitzung der Landesarbeitsgruppe Wolf & Luchs des NABU Thüringen. Die Mitglieder der diesjährigen Sitzung stammen aus unterschiedlichen Fachbereichen wie der Biologie, dem Veterinär- und Rechtswesen, sowie aus der Forstwirtschaft, der Geologie und der praktischen Naturschutzarbeit und Feldforschung.

Gemeinsam Brücken bauen für den Luchs

Podiumsdiskussion der Bayreuther Freitagsdebatte zum Thema LUCHS. Im Podium die Referenten v.l.n.r. Silvester Tamás (NABU Thüringen), Dr. Markus Port (Uni Göttingen), Eberhard Freiherr zu Gemmingen-Hornberg, Dr. Norbert Schäfer (LBV), Christoph Hartl (LBV) – Foto: LBV Bayreuth.

„Der Luchs – heimlicher Rückkehrer?“ unter diesem Titel hatte der LBV Bayreuth zur Podiumsdiskussion im Rahmen seiner Bayreuther Freitagsdebatte eingeladen

Der Saal im Bayreuther Lindenhof war voll. Das Thema weckte große Begeisterung unter dem anwesenden Publikum, andererseits sorgt das Thema in Bayern nach wie vor für Zündstoff. Denn nicht alle wollen den Luchs. Zu frisch sind die Erinnerungen an die zurückliegenden Tötungs- und Verfolgungsdelikte im Bayerischen Wald. Um so notwendiger schien die Veranstaltung mit Blick auf eine engere vernetzte und insbesondere länderübergreifende Zusammenarbeit. Denn auch gut 50 Jahre nach den ersten Versuchen den Luchs erfolgreich in seine einst angestammten Lebensräume in Deutschland und darüber hinaus zu etablieren, schaffen es die Pinselohren immer noch nicht sich über die Nationalparkgrenzen hinweg zu vernetzen, ihren Bestand zu vergrößern und letztlich auch ohne Zutun des Menschen überlebensfähig zu halten. Die Bedeutung des Themas wurde nicht zuletzt durch die Teilnahme von Mitarbeitern aus den Artenschutzreferaten der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), des Regierungspräsidiums Kassel und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) hervorgehoben.

Vortragsprogramm zur Bayreuther Freitagsdebatte. – Foto: LBV Bayreuth.

Der Luchs kennt keine Grenzen, also müssen auch wir Menschen uns über Ländergrenzen für den Luchs einsetzen. Die Referentenbeiträge boten für die Podiumsdiskussion entsprechende Impulse. So referierte Dr. Markus Port von der Universität Göttingen über die Luchssituation in Nordhessen, wo sich erstmals in Deutschland ein kleinerer Bestand von Luchsen selbstständig etablierte und sogar reproduzierte. Diese Subpopulation stand mit der Ursprungsquelle im Harz in Verbindung. Letztlich führten Räudeerkrankung und auch der Straßenverkehr zum Einbruch dieser Population. Die Zukunft der hessischen Luchse steht damit in den Sternen.

Christoph Hartl vom LBV Bayreuth veranschaulichte in seinen anschließenden, sehr eindrücklichen Ausführungen die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes von Spürhunden, um dem Luchs aber auch anderen Tierarten auf die Schliche und damit letztlich auch an genetisches Material im Rahmen von Monitoringmaßnahmen zu kommen.

Eberhard Freiherr zu Gemmingen-Hornberg berichtete in seinem Redebeitrag von den Erfahrungen zweier Luchsauswilderungen in seinen Waldgebieten im Steinwald in der Oberpfalz (Bayern). Als Jäger und Landnutzer machte er sehr deutlich, dass gerade er sich als Nutzer der Natur, auch gleichermaßen für die Natur und allen darin vorkommenden Geschöpfe engagieren sollte. „Doch wer Luchs sagt, muss auch Reh sagen.“ So war es ihm auch ein wichtiges Anliegen aufzuzeigen, dass man als Waldbesitzer nicht immer „den Wald vor Wild“ sehen muss, sondern auch den Rehen – der Leibspeise des Luchses – ihren Platz und ihren Raum geben kann, ohne auf Holznutzung verzichten zu müssen – wer kann schon behaupten, Luchse in seinem Wald zu haben.

Silvester Tamás vom Luchsprojekt PLAN P beim NABU Thüringen (links) und Dr. Markus Port von der Uni Göttingen (rechts) . – Foto: LBV Bayreuth.

Silvester Tamás, der Projektleiter des Luchsprojektes PLAN P vom NABU Thüringen, schloss den Beitragsreigen mit der Idee einer großen zusammenhängenden europäischen Luchspopulation, die vom Baltikum und Süd- und Südosteuropa über Mitteleuropa bis Westeuropa reicht. Für diese Idee sind letztlich mehr politischer Wille, Lebensraumschutz und -vernetzung, sowie mehr Geld und eine länderübergreifende Zusammenarbeit notwendig. In seinen Ausführungen hob er überdies die zentrale Rolle Thüringens, zwischen den Luchspopulationen im Harz und im Bayerischen Wald-Böhmerwald, für die Luchse in Deutschland hervor. Ein gutes Beispiel dafür wie auch die Rückkehr des Luchses nach Deutschland laufen könnte, veranschaulichte er an den sehr erfolgreichen Bemühungen für den iberischen Pardelluchs in Spanien und Portugal. Sein Schlusssatz „Gemeinsam Brücken bauen für den Luchs“ leitete unmittelbar in die anschließende Podiumsdiskussion über.

In der Podiumsdiskussion wurde der Fokus auf die Herausforderungen und Probleme für die Luchse in Bayern und Deutschland geschärft. Hierzu gab es viele Fragen an die Referenten und in das Podium. Das abschließende Bekenntnis der Podiumsrunde zur engeren Vernetzung und das Fortführen des Dialogs über die Luchse in Deutschland weiter voran zu bringen, sollen den Grundstein für weitere gemeinsame Aktivitäten in naher Zukunft legen.

Salatwürmer füttern für Anfänger

Es ist angerichtet! – Aber diesmal nicht für uns, sondern für unsere kleinen glitschigen Freunde, die Würmer. Welche mit guter Pflege und richtiger Nahrungszufuhr eine große Bereicherung für euren kleinen Garten oder euren Komposthaufen sein können. Damit auch ihr erfolgreich eine kleine Wurmfarm aufbauen könnt, geben wir euch im Folgenden ein paar Tipps zur artgerechten Fütterung eurer Würmchen.

Die Würmer wandeln Küchen- und Gartenreste in Wurmhumus um. Dieser besitzt viele Eigenschaften, die die Erde noch fruchtbarer werden lassen. Unter anderem fällt auch sogenannter Wurmtee an, der sich in verdünnter Form sehr gut zum Gießen eurer Pflanzen eignet.

 

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Hier seht ihr die Raubtierfütterung in Aktion 😉

Die Möglichkeiten des Nahrungsangebotes sind beinahe grenzenlos: von Küchenabfällen wie Obst-, Gemüse- & Salatresten bis hin zu Teebeuteln oder Kaffeefiltertüten ist alles dabei. Da würmer allerdings keine Zähne besitzen, dürft ihr euch nicht wundern, wenn eure frischen Küchenabfälle nicht direkt zersetzt werden (Geduld ist gefragt). Auch bei Zitrusfrüchten ist Vorsicht geboten! Der Säuregehalt ist oftmals zu hoch und senkt dann gleichzeitig den pH-Wert des Kompostes. Dadurch kann es zu einer Versauerung der Erde kommen. Also ein Tipp von uns: Besser auf Zitronenschalen und Co als Wurmfutter verzichten.

Solltet ihr euch dazu entscheiden, eure alten Gartenabfälle zu verfüttern, dann achtet unbedingt darauf, dass eure Pflanzen vorher nicht mit Unkraut- oder Schädlingsvernichtungsmitteln behandelt worden sind! Dererlei Zufuhr von Restbestandteilen giftiger Substanzen können im schlimmsten Fall tödlich für die Würmer enden.

Wir hoffen, unsere Tipps konnten euch ein wenig weiterhelfen und wünschen viel Spaß beim Füttern und Kompostieren!

Macht euch noch einen schönen Tag, und bis bald 🙂

 

Pflanzen – Ernten – Schmatzen

So – die Sommerpause ist vorbei und auch an unserem Salat-Wurm-Reaktor hat sich so einiges getan.

Nach dem Bau des Reaktors haben wir kleine Salatpflanzen und Schnittlauch eingepflanzt.

 

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Dank einer Wurmspende aus der Havelregion konnten wir mit unserem Wurmrektor so richtig Dampf geben.

Die Ernte des wunderbaren Salates mit dem Schnittlauch lies nicht lange auf sich warten.

Guten Appetit 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das nächste Mal zeigen wir euch, wie wir den Wurmreaktor mit Bioabfällen füttern und wie es unseren Würmern geht.