Informationen zum Luchs auf dem Großen Inselberg in Thüringen

Silvester und Tobi vor den neuen NABU-Roll-up’s zum Luchs und zum Wolf im neuen Aussichtsturm auf dem Großen Inselsberg. – Foto: Silvester Tamás

Informationen zum Luchs in Thüringen gibt es jetzt auf 1000m Höhe im neuen Aussichtsturm auf dem Großen Inselsberg

Seit 2017 können die Besucher des Thüringer Waldes die NABU-Ausstellung zum Wolf in Deutschland und Thüringen im neu eröffneten Aussichtsturm auf dem Großen Inselsberg am Rennsteig besichtigen. Heute haben wir die Ausstellung zum Wolf mit zusätzlichen Informationen zum Luchs und unserer Arbeit für das schöne Pinselohr ergänzt und erweitert. Die Besucher des Großen Inselsberges können sich nun vom Aussichtsturm aus einen sagenhaften Überblick über den Lebensraum der scheuen Katze verschaffen. Von hier aus kann man weit ins grüne und sagenumwobene Thüringer Land hineinschauen, bis fast an die Grenzen des Freistaats. Dazu gibt es nun die passenden Informationen zum Luchs und zu unserer wichtigen Arbeit. Denn viele Siedlungen, Straßen und Forstarbeiten sind auch von hier oben zu sehen. Die machen dem Luchs das Leben nicht unbedingt leicht. Für den Luchs und seine Bedürfnisse zu sensibilisieren und den schönen Pinselohren zu helfen, bei uns im Grünen Herzen von Deutschland eine lebenswerte und gefahrlose Heimat zu finden, darüber möchten wir informieren und uns nachhaltig einsetzen. Möglich gemacht wird die Ausstellung durch die großzügige Unterstützung der Stadt Bad Tabarz und seiner engagierten Mitarbeiter. Herzlichen Dank!

 

Die Spitze des Großen Inselsberges am Rennsteig im Thüringer Wald. – Foto: Silvester Tamás

 

Mehr Schutz für den Wald auf dem Ettersberg bei Weimar

Anhörung im Landtag zum Wald auf dem Ettersberg. – Foto: Silvester Tamás

Der Wald auf dem Ettersberg bei Weimar ist ein wichtiger Trittstein im europaweiten NATURA 2000-Biotopverbund – auch der Luchs war schon hier

Am 2. Februar 2018 war ich zur ersten Anhörung im Thüringer Landtag bezüglich einer Petition der Bürgerinitiative „proEttersberg“. Mehr als 50.000 Menschen hatten sich einer Petition der Bürgerinitiative angeschlossen, welche die massiven Forstarbeiten mit Schwertechnik im FFH-Gebiet Nr. 45 „Großer Ettersberg“ mit teilweiser Betroffenheit des Naturschutzgebiets (NSG) Nr. 50 „Prinzenschneise“ kritisierten und eine naturnahe und waldschonende Bewirtschaftung nach dem sogenannten „Lübecker Modell“ einfordern.

Das FFH-Gebiet Nr. 45 „Großer Ettersberg“ und das NSG Nr. 50 „Prinzenschneise“ befinden sich auf dem Ettersberg bei Weimar, nahe der Gedenkstätte Buchenwald und dem Schloss Ettersburg. FFH- und Naturschutzgebiete verpflichten den Freistaat Thüringen zum Schutz der ausgewiesenen Gebiete und zu einer möglichst eingriffsarmen und naturschonenden Nutzung, insbesondere aber zur Entwicklung dieser Gebiete mit Blick auf natürliche Lebensräume, die geschützten und bedrohten Arten ein Refugium bieten. Auch der Luchs war schon da. Zweimal wurde er bereits hier am Südhang des Ettersberges gesehen. Platz ist genügend da. Das Naturschutzgebiet am Südhang des Ettersberges hat die NABU-Stiftung in den letzten Jahren durch den Kauf mehrerer hundert Hektar für die Zukunft erhalten können. Der oberhalb dieses Naturschutzgebietes liegende 1.500 Hektar große, sehr attraktive und historisch bedeutende Wald auf dem Ettersberg jedoch wurde in den vergangenen beiden Jahren ganz massiv durch den Thüringer Staatsforstberieb geschröpft und geschädigt. Arten wie der Mittelspecht oder Schwarz- und Rotmilane, auch Wildkatzen vielleicht sogar Luchse nutzen diesen Wald regelmäßig als Refugium und als wichtigen Trittstein in einer sonst nach Norden durch Landwirtschaft weithin ausgeräumten Landschaft (Thüringer Becken). Der Mittelspecht hat sich schon rar gemacht. Auch die sensiblen Luchse und Wildkatzen könnten gänzlich verschwinden und nicht wiederkommen. Das wäre ein sehr großer Verlust.

Seit dem Winter 2015/2016 jedoch werden im FFH-Gebiet sowie teilweise auch im NSG „Prinzenschneise“ und im gesamten Waldgebiet des Ettersberges durch das Forstamt Bad Berka massive Eingriffe mit schwerer Technik durchgeführt und wertvolle Eichen und Buchen gefällt.  Tonnenschwere Holzerntemaschinen von ThüringenForst schufen sogenannte Rückegassen im Abstand von 20 Metern, die den sensiblen Waldlebensraum auf Jahrhunderte geschädigt haben. Insbesondere die schweren Schäden im Bereich des Bodens aufgrund extremer Verdichtung und der Zerstörung der sensiblen Bodenkulturen auf einem Viertel (!) der gesamten Waldfläche, werden auch durch den Versuch einer „Wiederherstellung“ nicht mehr „repariert“ werden können. Die Wege sind auch aufgrund der Befahrung durch die tonnenschweren Holzerntemaschinen bei den anhaltenden nassen Witterungsverhältnissen tief zerfurcht und völlig unbrauchbar gemacht. Sie bleiben somit auch für die wichtige Naherholung in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Weimar einer Nutzung durch Radfahrer, Wanderer, Jogger, Jäger und Naturfreunde entzogen.

Mit der Petition an den Landtag fordert die Bürgerinitiative die Anwendung des „Lübecker Modells“ für das Waldgebiet auf dem Ettersberg sowie die Einstellung der forstwirtschaftlichen Nutzung der „Prinzenschneise“. Beim „Lübecker Modell“ handelt es sich um ein Konzept der naturnahen Waldnutzung, das heißt möglichst wenig Eingriff in die Natur nach Minimalprinzip mit Orientierung an natürlich ablaufenden Prozessen zur Entwicklung möglichst großer Naturnähe. Wenn dieses Modell auf dem Ettersberg umgesetzt würde, hätten auch an den Waldlebensraum gebundene und teils vom Aussterben bedrohte Arten eine Chance, sich hierher zurückzuziehen, hier zu leben oder sogar zu brüten oder für überlebenswichtigen Nachwuchs zu sorgen. Der Wald auf dem Ettersberg ist nicht umsonst mit FFH- und Naturschutzgebieten bedacht. Der Ettersberg bei Weimar, im Grünen Herzen Deutschlands, ist ein wichtiger Trittstein im europaweiten Schutzgebietsnetz NATURA 2000 und somit auch ein potentieller Rückzugsort für unsere schöne Pinselohren. Deshalb unterstützen wir die Forderungen der Bürgerinitiative für mehr Schutz und die Erhaltung eines natürlichen Waldes auf dem Ettersberg bei Weimar.

Ettersberg bei Weimar: kaum alte Bäume im Wald aber viel Holz geschlagen und wertvolle stämmige Buchen und Eichen gefällt. So sieht es leider in vielen FFH- und Naturschutzgebieten in Thüringen aus. Der Fokus des Staatsforstbetriebes liegt auf Holznutzung, da der heimische und internationale Markt das deutsche Holz begehrt und gute Preise zahlt. Der Arten- und Naturschutz, sowie die Naherholungsfunktion werden dabei leider zu häufig vernachlässigt. – Foto: Silvester Tamás

 

Expertentreffen für den Luchs

Präparatesammlung des Naturkundemuseums in Erfurt. – Foto: Ivonne Przemuß

Expertentreffen der TLUG und des Kompetenzzentrums der NATURA-2000-Stationen

Am 30.01.2018 veranstaltete die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie und das Kompetenzzentrum der NATURA-2000-Stationen im Naturkundemuseum der Thüringer Landeshauptstadt in Erfurt ein Expertentreffen für Säugetiere. Bei dem Expertentreffen ging es um die Einschätzung inwieweit bestimmte FFH-Arten und FFH-Lebensräume mehr Schutz und mehr Zuwendung hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes bedürfen.

Auch wir vom NABU waren zur Expertenrunde eingeladen, um konstruktive Beiträge für die Verbesserung der Schutz- und Lebenssituation von Luchs und Wildkatze einzubringen. Hierbei war es uns besonders wichtig bestimmte Schwerpunktregionen und Aufgaben festzustellen, die es zukünftig braucht, damit sich der Luchs zukünftig gefahrlos über unsere Straßen und durch unsere Wälder bewegen kann. Für den Schutz des Luchses und seine erfolgreiche Rückkehr braucht es die Einrichtung von Gebietskulissen, dazu den Auf-/Ausbau eines effektiven Monitorings zur Arterfassung auf Schwerpunktebene (opportun/systematisch) und eine aktive wissenschaftliche Begleitung residenter Individuen, z.B. mittels Besenderung (Radiotelemetrie, GPS-Ortung), natürlich auch störungsfreie Rückzugsgebiete, denn der Luchs ist eine FFH-II-Lebensraumart. Insbesondere bekannte Wurfplätze und Bereiche der Jungenaufzucht sollten zukünftig bei Wiederholung von Reproduktionsnachweisen mit der Ausweisung großzügiger Schutzzonen im betreffenden Nachweisgebiet bedacht werden. Für die Vernetzung von Lebensräumen braucht es überdies dringend geeignete Querungshilfen an Straßen- und Schienenwegen (z. B. deckungsreiche Grünbrücken, geeignete Wildtunnel, elektronische Wildwechselwarnanlagen, Leitsysteme etc.). Damit folgen wir unserem Ziel die fragmentierten und von einander abgeschnittenen kleinen Luchspopulationen insbesondere über Thüringen zusammenzubringen und miteinander zu vernetzen. Die Grundlage hierfür bietet unser seit 2007 bestehender NABU-Bundeswildwegeplan. Mit unserem NABU-Bundeswildwegeplan wollen wir die Landschaft für Wildtiere zukünftig wieder durchlässiger machen und die für sie tödlichen Gefahren im Straßen- und Schienenverkehr deutlich reduzieren. Unsere Arbeit für den Luchs hilft damit auch ganz vielen anderen Wildtieren.

 

„Alte Jäger“ kehren zurück – auch der Luchs

Der Luchs und unser Luchsprojekt „PLAN P – wie Pinselohr“ interessieren die Zuhörer in Hummelshain. – Foto: Ivonne Przemuß

„Alte Jäger“ kehren zurück – Wolf, Wildkatze und Luchs in Thüringen – Vortrag beim Jagdschloss in Hummelshain

Auf herzliche Einladung des FV Schloss Hummelshain e.V. durfte ich am Sonntag (28.01.2018) vor einem hochaufmerksamen und sehr interessierten Publikum zu Wolf, Wildkatze und Luchs referieren. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das imposante Hummelshainer Jagdschloss ist der letzte Residenzbau Europas und steht damit wohl exemplarisch für den Wald- und Wildreichtum sowie die Jagdtradition in Thüringen schlechthin. Wohl auch deshalb zog es die Besucher so zahlreich zu diesem Vortrag über die großen Beutegreifer. Wolf und Luchs jagen ja auch, nicht selten genau das, was auch der Jäger begehrt: Rot- und Damwild, Reh und Wildschwein. Dies war in der Vergangenheit auch der Grund, warum Luchs und Wolf durch die Adeligen und Fürsten verfolgt und schließlich im 19. Jahrhundert gänzlich ausgerottet wurden. Nicht selten wurden dafür eigens konzipierte Jagdanlagen errichtet – sogenannte Wolfsgärten oder -gruben. Ein solcher Wolfsgarten lag ursprünglich unterhalb des Hummelshainer Jagdschlosses, gewissermaßen genau vor der heutigen Einrichtung, in welcher der Vortrag stattfand.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die Ausführungen zum Luchs und seiner vorsichtigen Rückkehr nach Thüringen. Kaum einer hat ihn gesehen. Vielen der Zuhörer erscheint das schöne Pinselohr noch etwas exotisch. Während des Vortrages jedoch wurden Lebensbilder der majestätischen großen Katzen deutlich, wie sie zum Beispiel heimlich durch unsere Wälder streifen oder in alten knorrigen Eichen liegen. Lebensbilder wie man sie vielleicht von Großkatzen aus den Savannen Afrikas kennt. Auch wenn die Luchse noch seltene Gäste in Thüringen sind, so erscheint es doch möglich, sie im Freistaat wieder heimisch und die gezeichneten Lebensbilder Wirklichkeit werden zu lassen. Mit der Vorstellung unseres Luchsprojektes „PLAN P – wie Pinselohr – Luchse in die Mitte bitte!“ verstanden die Zuhörer, wie wir diesem Ziel ein Stückchen näher kommen und den Luchs dabei aktiv helfen können. Thüringen als das Grüne Herz Deutschlands bietet gute Bedingungen, hat aber aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa auch eine besondere Verantwortung für den Schutz des Luchs, seiner Lebensräume und seiner gefahrlosen Ausbreitungsmöglichkeiten. Zukünftige Bemühungen um die Rückkehr der schönen Pinselohren sollten deshalb auch zuerst von den menschlichen Jägern mitgetragen werden. Luchse gehören in unsere Wälder, auch wenn sie sich als natürliche Jäger am reichen Wildangebot bedienen, welches sich der menschliche Jäger vielleicht für sich verspricht. Die Pinselohren sind ein wichtiger Baustein im komplexen Ökosystem und zugleich eine Bereicherung unserer Natur. Sie halten das Wild vital und gesund, holen sich auch mal einen Waschbär oder Fuchs. Vielleicht sollten wir den schönen Luchs als Mitjäger sehen, der uns dabei hilft, die Natur und den Wald vielfältiger werden zulassen. Die Rückkehr des Luchses und des Wolfes bieten diese Chance und wir sollten sie ihnen beiden geben.

Illegale Jagd auf den Luchs ist ein großes Problem in Bayern. – Foto: Ivonne Przemuß

 

Das Jagdschloss in Hummelshain wird aktuell mit Fördermitteln des Freistaats und des Bundes grundsaniert. – Foto: Ivonne Przemuß

 

Das Jagdschloss in Hummelshain wird aktuell mit Fördermitteln des Freistaats und des Bundes grundsaniert. – Foto: Ivonne Przemuß

 

Auch Bären gab es hier. Der letzte Braunbär bei Hummelshain wurde im 17. Jhd. erlegt – Jagschloss Hummelshain. – Foto: Ivonne Przemuß

 

Die Hirschgruppe aus Bronze, ein Geschenk für Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg – Jagdschloss Hummelshain. – Foto: Ivonne Przemuß

NABU vor Ort beim Luchs am Grünen Band

Luchs am Grünen Band bei Gerstungen, 08.01.2018. – Foto: Ina Unger

Das Video vom Luchs am „Grünen Band“ begeistert Naturfreunde – (siehe unten)

Letzte Woche erhielten wir die Nachricht von einer Luchssichtung am „Grünen Band“ bei Gerstungen. Auf einem Spaziergang durch den Wald begegnete Ina Unger, eine begeisterte Naturfreundin, am 08.01.2018 einem stattlichen Luchs. Offenbar interessierte der sich hauptsächlich für den vierbeinigen Begleiter der Naturfreundin, Hund Max. Mehr als 20 Minuten blieb der Luchs in der Nähe der beiden und begleitete sie in sicherem Abstand ein Stück des Weges. Ina Unger konnte es kaum fassen und war begeistert. Es gelang ihr mehrere Fotos und auch ein Video von der größten Katze Europas aufzunehmen und dem NABU zu schicken. Damit hat sie alles richtig gemacht – auch ihren Hund anzuleinen war gut! Denn Luchsen in der freien Natur zu begegnen, ist äußerst selten. Die Pinselohren leben überwiegend als Einzelgänger und nutzen sehr große Lebensräume mit 40 bis 400 Quadratkilometer Größe pro Individuum, die sie gegen andere Luchse aber auch freilaufende Hunde verteidigen können. Die wild- und waldreichen Gegenden am Grünen Band sind offenbar besonders reizvoll für die majestätischen Katzen. Hier finden sie viele Rehe und Wildschweine. Sie können entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ungestört wandern und weite Strecken mitten durch Deutschland sicher zurücklegen. Der einst unüberwindbare Todesstreifen fungiert heute als eine grüne Lebensader, die sich weit durch unsere intensiv genutzte Landschaft zieht. Nicht selten finden hier viele bedrohte und geschützte Arten noch einen ungestörten und intakten Lebensraum. Schon häufig wurden Luchse entlang des „Grünen Bandes“ nahe der Landesgrenze von Thüringen gesehen und beobachtet. Selten jedoch bekommen wir so aussagekräftige Bilder wie im vorliegenden Fall. Wir im NABU Thüringen sammeln alle Daten und Meldungen zum Luchs. Anschließend fahren wir raus ins Gelände, treffen uns mit den Meldern und sammeln weitere Spuren zum Luchs. Wir wollen schließlich wissen, woher die Luchse kommen, welches Geschlecht sie haben und ob sie vielleicht sogar regelmäßig im Revier unterwegs sind. Deshalb freuen wir uns über jeden Hinweis und nehmen diesen dankbar entgegen. Denn wir können nur schützen, was wir kennen. Mit unserem „PLAN P – wie Pinselohr“ wollen wir die Wanderwege der Luchse erforschen und sicherer machen, damit die schönen Pinselohren in Europa auch über Thüringen zusammenfinden und im Grünen Herzen Deutschlands eine schöne und lebenswerte Heimat haben.

Hier geht’s zur aktuellen Mitteilung des NABU Thüringen zur Luchssichtung am Grünen Band: NABU News zum Luchs

 

Grünes Band bei Gerstungen. – Foto: Silvester Tamás

 

Abgleich des Bildhintergrunds, Ortstermin zur Luchssichtung vom 08.01.2018. – Foto: Silvester Tamás

 

Spurenfund – Trittsigel eines Luchses, Ortstermin zur Luchssichtung vom 08.01.2018. – Foto: Silvester Tamás

 

Trittsigel eines Luchses, Ortstermin zur Luchssichtung vom 08.01.2018. – Foto: René Schwachheim

 

Hund Max mit Familie Unger-Semisch beim Ortstermin zur Luchssichtung vom 08.01.2018. – Foto: Silvester Tamás

 

 

Für den Luchs auf der iberischen Halbinsel

Schild an der Straße A-455 zwischen Lora del Rio und Constantina zum EU-Life-Projekt für den iberischen Luchs in Südspanien – in der Region nördlich von Sevilla – Sierra del Norte Sevilla (Andalusien). – Foto: Silvester Tamás.

Wir waren vom 29. November bis 10. Dezember 2017 für den Luchs in Andalusien unterwegs

Der auf der iberischen Halbinsel beheimatete Pardelluchs (Lynx pardinus) gehört wohl zu den seltensten und faszinierenden Wildkatzen unserer Erde. Kurz vor seinem endgültigen Verschwinden im letzten Jahrtausend fassten sich Naturschützer, Naturschutzorganisationen und Politiker ein Herz, die marginalen Restvorkommen des Pardelluchses durch aktive Wiederansiedlungsmaßnahmen zu stützen und durch gezieltes Freilassen von in speziell organisierten Gehegen aufgezogenen Luchsen den verbliebenen kümmerlichen Bestand soweit zu stärken, dass ein zukünftiges Netz an Luchsvorkommen ein gesichertes Überleben mit ausreichend Nahrungsquellen und Rückzugsorten in weiten Teilen Spaniens und im Süden Portugals finden kann. Ein heeres Ziel: zukünftig sollen sogar die gesamten Luchsvorkommen im Süden Portugals und Spaniens, über Andalusien bis in den Norden zu den Pyrenäen miteinander verbunden werden!

Sehnsucht nach Wildnis hat auch der Luchs

Geländeexkursion mit engagierten Naturschützern, Umwelt- und Forstministerium, sowie Stadt- und Landesförstern im Jenaer Stadtwald. – Foto: Silvester Tamás.

Die Menschen und die Gesellschaft wollen mehr Wildnis und sollten entscheiden können, und Jena macht es vor!

Wald ist nicht nur Holz, Wald ist auch Leben und Vergänglichkeit, Wald ist frische Luft und Wasser … und Refugium für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Heute am 10.11.2017 trafen wir uns auf Einladung des Jenaer Stadtforstes zu einer ersten Veranstaltung für die Planung der zukünftigen Forsteinrichtung im Stadtwald. Ein solcher Termin ist an sich nichts besonderes, aber die Art der Beteiligung und der Kommunikation sind überaus vorzeigbar. Jena will zukünftig 10 Prozent seiner Waldflächen von forstlicher Bewirtschaftung unberührt lassen! Vor dem Hintergrund der landesweiten Diskussion um das 5%-Ziel ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie es auch auf Landesebene laufen kann und auch laufen sollte. Wenn im Jenaer Stadtwald 10 Prozent umsetzbar sind, dann sollten landesweit wenigstens 5 Prozent möglich sein.

Wir wollen, dass die Thüringer Landesregierung und im besonderen das zuständige Forstministerium (TMIL) und Ministerpräsident Bodo Ramelow, endlich dem Beispiel Jenas folgt und mehr Wildnis in unseren Bürgerwäldern zulässt! Naturschutz und Erholung stehen für uns nicht nur auf dem Papier, sondern haben einen Wert an sich, der letztlich nicht nur uns Menschen zu Gute kommt, sondern eben auch der Natur und vielen teils bedrohten Lebensformen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft – bei so viel Engagement schaut der Luchs hoffentlich auch bald mal in Jena vorbei … wir bleiben weiter dran, denn wir haben einen Plan – Plan P wie Pinselohr 🙂

Für den Luchs auf der NABU-BVV in Hannover

NABU-BVV Hannover – Foto: Silvester Tamás

Am vergangenen Wochenende waren wir für den Luchs auf der großen Bundesvertreterversammlung des NABU (BVV) in Hannover unterwegs. Hier auf der BVV kommen alljährlich zahlreich engagierte Delegierte des NABU zusammen, um sich auszutauschen und etwas über die vielen Projekte und Aktivitäten des NABU auf nationaler und internationaler Ebene zu erfahren. Der NABU hilft in wichtigen Projekten so z.B. den gefährdeten Schneeleoparden in Zentralasien und den Löwen in Tansania, sowie den bedrohten Tigern in Indien auf die Sprünge. Wir waren auch dort und brachten die wichtige Arbeit für unsere heimischen Luchse weiter voran. Zukünftig braucht es das Engagement unserer ganzen Gesellschaft, um unseren bedrohten Pinselohren zu helfen. Dafür machen wir uns weiter stark, in dem wir informieren, Daten sammeln und Lebensräume schützen und weiter vernetzen. Dafür haben wir einen Plan – „Plan P“ wie Pinselohr!