Netzwerk „Luchsfreunde“ gegründet !

Gründungsmitglieder des neuen Thüringer Netzwerkes „Luchsfreunde“ – Foto: NABU Thüringen.

Landesarbeitsgruppe Wolf & Luchs des NABU Thüringen gründet Netzwerk „Luchsfreunde“ 

Am 22.09.2018 trafen sich engagierte Naturfreunde in Vollradisroda zur Sitzung der Landesarbeitsgruppe Wolf & Luchs des NABU Thüringen. Die Mitglieder der diesjährigen Sitzung stammen aus unterschiedlichen Fachbereichen wie der Biologie, dem Veterinär- und Rechtswesen, sowie aus der Forstwirtschaft, der Geologie und der praktischen Naturschutzarbeit und Feldforschung.

Der herausragende Punkt des Tages war die Gründung des Luchsfreunde-Netzwerks! Thüringen ist Luchsland. Das Wissen um die Luchse in Thüringen ist jedoch noch sehr gering. Dabei spielt der Freistaat zukünftig eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung der bestehenden, allerdings stark verinselten Einzelpopulationen in Deutschland und Europa. Thüringen, das Grüne Herz Deutschland, mit seinen schönen wald- und wildreichen Mittelgebirgslagen liegt gewissermaßen im Herzen Europas, genau zwischen den beiden bedeutenden Luchspopulationen im Harz und im Bayerischen Wald mit den angrenzenden Böhmerwaldgebieten. Die Teilnehmer des Treffens waren sich einig, dass man mehr für den Luchs tun muss. Noch immer sterben Luchse im Straßenverkehr oder durch illegale Verfolgung. Deshalb wollen die „Luchsfreunde“ die Arbeit für das schöne Pinselohr ins Land tragen und für mehr Interesse am Luchs als natürlichen Bestandteil unserer schönen Heimat werben. Konkret wollen die Luchsfreunde im Freistaat über den Luchs informieren und für mehr Akzeptanz sorgen, Daten und Hinweise zu Luchsvorkommen sammeln, sowie die Vernetzung und Zusammenarbeit für den Luchs fördern. Ziel soll es sein: mehr Wissen über Luchse in Thüringen zu erlangen und den Schutz und die Vernetzung der Lebensräume für den Luchs zu fördern.

Exkursion ins Wildkatzenprojektgebiet bei Jena – Foto: NABU Thüringen.

Neben einer Exkursion ins Wildkatzenprojektgebiet mit Silvester Tamás (NABU Thüringen) und Olaf Schmelz (ThüringenForst) in die Waldgebiete von Jena, wurde anlässlich der Sitzung über die aktuelle Situation zu Wolf und Luchs in Thüringen und in Deutschland beraten. Wichtige Themenpunkte waren unter anderem die Rückkehr der Beutegreifer mit Blick auf Politik, Management, Monitoring, Prävention/Ausgleich und Öffentlichkeitsarbeit. Die Teilnehmer des Sitzungstreffens waren sich einig, dass mit der geplanten Erweiterung des Wolfsgebietes auf ganz Thüringen und der Einführungen einer sogenannten SchaZie-Prämie  durch das Thüringer Umweltministerium ein wichtiger und richtiger Schritt im Freistaat gegangen wird, um die Akzeptanz für Wolf und Luchs zu fördern. Grundsätzlich ist Thüringen auf einem guten Weg, aber mit Blick auf die aktuelle und sehr spezielle Situation am Truppenübungsplatz „Gotha-Ohrdruf“ und der dort ansässigen Wölfin mit noch einem ihrer Wolf-Hund-Mischlinge aus 2017 muss der Freistaat schnell und entschlossen vorangehen. Auch die Weidetierhalter brauchen zukünftig deutlich mehr politische und finanzielle Unterstützung bei der zügigen Umsetzung eines wirksamen Herdenschutzes. Auch „Folgeschäden“ nach Rissvorfällen und Folgekosten für die Anschaffung von geeigneten Herdenschutzhunden sollten Berücksichtigung finden. Weiters müssen die Anstrengungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für Wolf und Luchs durch die verantwortlichen Stellen im Freistaat entwickelt und gefördert werden. Hier besteht noch deutlich Luft nach oben !

Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Bestätigung der Arbeitsgruppensprecher Silvester Tamás (NABU Thüringen) und Susanne Löw (NABU Gotha). Zusätzlich wurde die Benennung einer Stellvertreterin vorgenommen. Diese Position wird zukünftig Rechtsanwältin Katy Schubert (NABU Ilmkreis) übernehmen und mit viel Engagement und neuen Ideen ausfüllen.

 

Silvester Tamás

Silvester Tamás

Koordinator Luchsprojekt bei NABU Thüringen
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