Was ist mit Michael los?

michael_iconSeit mehr als einer Woche bekomme ich keine GPS-Ortungen von Michael mehr. Da der Sender aber noch sogenannte Doppler-Ortungen liefert, habe ich nachgeschaut, ob die vorhanden sind. Und siehe da – hier gibt es Ortungen. Dazu muss man wissen, dass die Satellitensender einerseits die GPS Ortungen einmal stündlich speichern und diese dann alle drei Tage an den Satelliten senden. Bei der Übertragung kann der Satellit den Sender orten. Dieses Verfahren wurde ursprünglich bei der Satellitentelemetrie genutzt. Es ist aber erheblich ungenauer als die GPS-Ortung.

Die einzelnen Punkte liegen gut 1,5 Kilometer auseinander. Das kann aber durchaus im Bereich der Ungenauigkeit der Messung liegen. Also was ist geschehen? Michael könnte tot sein und der Sender sendet immer noch. Aber warum dann keine GPS Ortungen? Ich vermute, dass der Sender kaputt ist und Michael wohlauf. Genaueres werden wir aber erst wissen, wenn er in ein paar Wochen größere Strecken zurücklegt, um zurück nach Schleswig-Holstein zu fliegen. Übrigens er ist immer noch im nördlichen Teil des Tschadsees.

Ronja und Adele sind wohlauf

ronja_iconAdeleVon Ronja und Adele gibt es keine Neuigkeiten. Sie sind aber wohlauf.

Von Gustav nichts Neues

gustav_iconBei Gustav gibt es keine Veränderungen – er ist noch immer in Süd-Kordofan. Auf dem Satellitenbild kann man gut das regelmäßige Muster von landwirtschaftlichen Feldern erkennen. Es ist interessant zu sehen, dass der Weißstorch nicht nur bei uns ein Kulturfolger ist, der seine Nahrung auf landwirtschaftlichen Nutzflächen findet, sondern auch zum großen Teil im Winterquartier.

Gustav in Kordofan

gustav_iconGustav nutzt derzeit ein kleines Gebiet in der sudanesischen Provinz Kordofan als Rastplatz. Es ist nicht mal 20 mal 20 Kilometer groß. Es handelt sich dabei um eine Kulturlandschaft mit vielen Feldern und einigen Dörfern, die von unbefestigten Straßen durchzogen wird. Auch lassen sich einige trockene Flussläufe erkennen.

Michael bleibt am Tschadsee

michael_iconMichael hat sich aus dem Nordteil des Tschadseebeckens nicht hinaus bewegt. Er pendelt über die Grenze zwischen Nigeria und dem Tschad umher. Allerdings hat er seinen Aktionsradius erweitert. Seit Mitte Dezember hat er ein Gebiet von etwa 60 mal 40 Kilometer durchstreift. Aber immer wurde er im eher feuchten Sumpfland geortet und nicht auf den eher sandigen Inseln.

Adele und Ronja unter Beobachtung

Adeleronja_iconAdele und Ronja pendeln regelmäßig zwischen dem Schlafplatz in den Teichen von El Porcal, der Mülldeponie und der Flussaue des Rio Manzanares. Lediglich Ronja machte mal kleinere Ausflüge, zum Beispiel am 29. Dezember. Da flog sie für einige Zeit auf die kreisrunden Bewässerungsfelder östlich von Vaciamadrid am Rio Jarama.

Kurz vor Weihnachten am 23. Dezember erhielt ich eine Nachricht von der Ornithologin Elena de Val. Sie hatte Adele und Ronja gemeinsam mit anderen Störchen in einem Trupp in den Teichen von El Porcal beobachten können.

Storchentrupp im Teichegebiet El Porcal (Foto: Elena de Val).

Storchentrupp im Teichgebiet El Porcal (Foto: Elena de Val).

Elena beobachtet im Gebiet regelmäßig und liest die Ringe der Störche ab. So erfahren wir, wo die in Vaciamadrid überwinternden Störche herkommen. Wir wissen jetzt, dass zahlreiche Störche aus dem Nordwesten Deutschlands den Winter im Gebiet verbringen. Hier ein Foto von Ronja gemeinsam mit anderen Störchen im Teichgebiet El Porcal. Es wurde am 6. Januar aufgenommen.

Ronja in El Porcal. Sie ist rechts beringt und man kann den Sender erkennen ( Foto: Elena de Val).

Ronja in El Porcal. Sie ist rechts beringt und man kann den Sender erkennen ( Foto: Elena de Val).

Nur keinen Aufwand betreiben!

Unsere Senderstörche haben über den Jahreswechsel keine großartigen Ortsveränderungen gemacht. Sie scheinen sich an ihren Rastplatzen wohl zu fühlen und genug Futter zu finden. Warum also den Aufwand betreiben und größere Strecken ziehen?

Nichts Neues bei Adele und Ronja

Adeleronja_iconBei Adele und Ronja tut sich fast überhaupt nichts. Lediglich Ronja macht ab und an einen Ausflug nach Süden auf das Gelände einer biologischen Abfallbehandlungsanlage und in das Gewerbegebiet östlich der Stadt Pinto. Zur Erinnerung: im vergangenen Jahr war sie bis nach Marokko geflogen.

Passiert noch was?

michael_icongustav_iconEs scheint so, dass unsere Senderstörche in Afrika ein gutes Winterquartier gefunden haben, denn sie bewegen sich meist nur kurze Strecken. In anderen Jahren ist es häufig so, dass sich einige Überwinterer im Sahel auf den Weg nach Ost- und Südafrika machen. Dann verbringen diese Störche den Jahreswechsel am Äquator. Nicht so in diesem Jahr. Michael hockt noch immer im Nordwesten des Tschadsees. Er fliegt kaum herum und hat in den vergangen fünf Tagen gerade mal ein Gebiet von der Größe zwei mal zwei Kilometer genutzt. Interessant ist, dass er sich in den eher feuchten Bereichen aufgehalten hat. Die besiedelten eher trockenen Inseln meidet er.

Gustav hat sich bis Montag (7. Dezember) im Sudan östlich des Blauen Nil aufgehalten. Dort war er auf den Feldern der Bauern südlich der Stadt Gedaref unterwegs. Montag ist er dann wieder Richtung Westen geflogen, überquerte den Blauen Nil und am nächsten Tag auch den Weißen Nil. In zwei Tagen hat er fast 500 Kilometer zurückgelegt. Jetzt befindet er sich am nördlichen Rand der Savanne in der Provinz Kordofan.

Gustav auch im Sudan ein Kulturfolger

gustav_iconEinzig Gustav legt größere Strecken zurück. Er ist am Samstag (21. November) wieder in den Sudan gezogen und flog Richtung Nordosten an den Blauen Nil. In den letzten Tagen befand er sich gut 90 Kilometer östlich des Blauen Nil, unweit der Grenze zu Äthiopien. Wenn ich in das Satellitenbild hinein zoome, kann ich das regelmäßige Muster von Feldern erkennen. Hier in der Provinz Gedaref wird intensiv Landwirtschaft betrieben und die Störche sind hier – wie im Brutgebiet – Kulturfolger. Manchmal ist er den ganzen Tag lang auf nur einem Feld unterwegs.