Kai-Michael Thomsen Beiträge

Zwischen Tschad und Kamerun

Max rastet immer noch im Grenzgebiet zwischen dem Tschad und Kamerun. Der Logone Fluss bildet hier die Grenze zwischen beiden Ländern. Max wurde links und rechts des Flusses geortet. Er war zur Nahrungssuche im Überschwemmungsgebiet unterwegs. Teilweise auf Feldern teilweise auf savannenartigen Flächen.

Eva bleibt ihrem Standort treu

Eva rastet seit dem 10. Dezember im Westen Tansanias nahe der Stadt Tabora. Im Gegensatz zu  Ole Einar/Przygódka fliegt sie nicht weit umher, sondern hält sich zumeist in einem Gebiet von etwa 15 x 15 Kilometer Größe auf. Nur ausnahmweise hat sie mal einen längeren Ausflug über 70 Kilometer gemacht. Das Hochland bei Tabora liegt auf einer Höhe von 1.000 – 1.500 m über dem Meeresspiegel. Es gibt größere Wälder und Bereiche mit landwirtschaftlichen Nutzflächen auf denen Eva ihre Nahrung sucht. Ihre Schlafplätze liegen am Rande der Wälder oder auf Einzelbäumen.

Ole Einar/Przygódka in Tansania

Die Reise von Ole Einar/Przygódka Richtung Süden ging weiter. Vom Turkanasee aus flog sie bis zum 25. Januar nach Nairobi, wo sie einen kurzen Zwischenstopp auf einer Mülldeponie machte. Die Nacht verbrachte in einer Baumgruppe in der Nähe des Ngong Flusses, der der Stadt durchquert. Am nächsten Tag überquerte sie schon die Grenze zu Tansanie und landete am nordwestlichen Rand des Kilamanjaro. Die Landschaft am Fuß des Kilamanjaro ist landwirtschaftlich geprägt und hier verbrachte sie einen Tag lang, bevor sie am 28. Januar weiterzog. Einen Tag später rastete sie schon gut 150 Kilometer südöstlich nahe des Manyarasees. Gestern befand sich Ole Einar/Przygódka in der Region Dodoma, noch einmal 300 Kilometer weiter südlich .

Seit dem 22. Januar zog Ole Einar/Przygódka gut 1.300 Kilometer weit durch Ostafrika. Wie schon in den vergangenen Jahren verfolgte sie im Vergleich zu den anderen Senderstörchen eine ganz andere Strategie. Sie zieht weit umher, rastet meist nur kurz an einem Ort und fliegt nach kurzer Zeit weiter, während andere Störche, wie z. B. Eva lange in einer Region bleiben.

Ole Einar/Przygódka ist wieder aufgetaucht

Ole Einar/Przygódka hat sich nach langer Sendepause wieder aus Kenia gemeldet. Wie wir vermuteten, verbrachte sie die meister Zeit seit September 2025 im Sudan. Da das Mobilfunknetz infolge des Bürgerkrieges zusammengebrochen ist, haben wir leider keine akutellen Positionsdaten von ihr erhalten. Der Sender speichert aber die Daten und jetzt konnten sie übertragen werden.

Ole Einar/Przygódka hielt sich seit September vor allem östlich und südöstlich von Karthum auf. Dabei rastete sie in einem Gebiet mit einer Größe von 100 x 150 Kilometer östlich des Blauen Nil. Die Region wird landwirtschaftlich genutzt, wie das rechteckige Muster der Satellitenaufnahmen verrät. Am 11. Dezember verlies sie das Gebiet, um Richtung Südosten weiterzuziehen. Zwei Tage später überquerte sie die Grenze zu Äthiopien. Einen Monat lang rastete sie im Hochland südlich des Tanasees.  Dann startete sie am 18. Januar wieder, um weiter nach Süden zu ziehen. Gestern (22. Jan.) wurde sie in Kenia südlich des Turkanasees geortet.

Zwischen Tschad und Kamerun

Von Max erhalten wir derzeit regelmäßig Positionsdaten aus dem Grenzgebiet zwischen Tschad und Kamerun. Er hält sich dort entlang des Logone Flusses auf, der hier die Grenze zwischen den beiden Ländern bildet. Der Fluss fließt Richtung Norden und mündet bei N’Djamena in den Chari-Fluss, der wiederum in den Tschadsee fließt. Er sucht auf den Feldern und der angrenzenden Savanne nach Nahrung. Die Landschaft erscheint im Satellitenbild grün. Hier scheint er ausreichend Nahrung zu finden.

Wo sind die Senderstörche zum Jahreswechsel

Lange Zeit gab es keine Berichte über unsere Senderstörche. Wir hatten auch nicht viel zu berichten. Die Mehrzahl unserer Störche haben sich leider lang nicht gemeldet. Von Ole Einar/Przygódka, Sportie, Sonja und Else haben wir teilweise seit September nichts mehr gehört. Sie hatten die Ostroute genommen und befinden sich nun wahrscheinlich im Sudan. Aufgrund des Bürgerkrieges gibt es von dort keine Meldungen, weil das Mobilfunknetz zusammen gebrochen ist. Erst wenn ihr Sender wieder eine Verbindung zum Mobilfunknetz erhält werden ihre Ortungen zu uns übertragen. Dann wissen wir, wo sie die ganze Zeit verbracht haben. Hoffen wir, dass es ihnen gut geht.

Seit Dezember 2025 haben wir auch keine Meldungen von unseren beiden Westzieherinnen Pauli (Marokko) und Fritzi (Frankreich) erhalten. Ihre letzten Meldungen die wir erhielten zeigten, dass die Batterien ihrer Sender nur noch eine geringe Batteriespannung hatten. Im Winter bekommen die Solarzellen ihrer Sender zu wenig Licht, um die Batterien ausreichend aufzuladen. Sie stellen dann automatisch die Datenlieferung ein. Wahrscheinlich wird sich Pauli noch immer bei Tétouan im Norden von Marokko auf halten und Fritzi im Medoc bei Bordeaux. Den vergangenen vergangenen Jahren hielten sie sich dort den gesamten Winter über auf.

Max meldete sich seit er die Sahara überquert hatte regelmäßig aus dem Tschad. Derzeit rastet er gut 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Djamena. Seine Ortungen kommen derzeit vor allen von der Umgebung des Flusses Logone, der den Tschadsee mit Wsser speißt.

Die größte Überraschung lieferte uns allerdings die Senderstörchin Eva. Bei uns, im Brutgebiet, meldete sich ihr Sender nur noch sporadisch und zum Ende der Brutsaison praktisch nicht mehr. Wir vermuteten, dass der Sender seine Arbeit endgültig eingestellt hatte. Jetzt aber erhalten wir seit einiger Zeit wieder regelmäßig die Daten von Eva. Und mehr noch, wir haben alle Ortungen seit ihrem Abzug aus Tielen bekommen. Die südliche Sonne hat die Batterien des Senders offenbar wieder aufgeladen und er konnte damit die gesammelten Daten übertragen.

Nun können wir ihre Reise nachzeichnen. Vom 8. September bis zum 25. November hielt sie sich im Osten des Tschad in der Umgebung der Stadt Abéché sowie im Westen des Sudan auf. Dann zog sie über den Süden des Sudan und Äthiopien weiter nach Süden. Seit dem 10. Dezember rastet sie im Westen von Tansania, in der Region westlich der Stadt Tabora. Diese landwirtschaftlich genutzte Region hatte sie schon in den Vorjahren aufgesucht und war von dort aus zur Heimreise gestartet.

Max ist ein Stückchen nach Süden geflogen

Mehr als einen Monat lang rastete Max nordwestlich des Lac Fitri. In dieser Zeit dehnte sich sein Rastgebiet 25 Kilometer von Ost nach West und 11 Kilometer von Nord nach Süd aus. Offenbar hat er in diesem Gebiet reichlich Futter gefunden, denn sonst wäre er weiter umher gestreift. Ich habe mich in das Satellitenbild hineingezoomt und interessante Landschaftstrukturen entdeckt. Die Landschaft scheint von großen Sanddünen geprägt zu sein, die sich etwas 10 Kilometer von Nord nach Süd erstecken. Zwischen diesen Dünen liegen Senken, die nach der Regenzeit feucht und sogar überschwemmt sind. Und hier liegen die meisten Ortungspunkte von Max. Er hat sich also zumeist in diesen feuchten Bereichen aufgehalten und seine Nahrung gesucht.

Am 18. Oktober hat sich Max wieder aufgemacht und ist gut 95 Kilometer nach Südwesten geflogen. Hier scheint die Savanne sehr eben zu sein und ist von Bäumen locker bewachsen. Auch hier finden sich einige flache und feuchte Senken.

Meldung aus dem Tschad

Seit mehr als drei Wochen hatten wir keine Informationen von Max erhalten. Damals zog er gerade durch Ägypten. Jetzt gab es wieder neue Meldungen von ihm aus dem Tschad. Am 5. September zog Max entlang des Assuanstausees und des Nils nach Süden. Am nächsten Tag drehte er auf einen südwestlichen Kurs um über die Wüste Richtung Tschad zu ziehen. Für die Wüstenquerung brauchte er drei Tage, dann hatte er die Sahelzone im Tschad erreicht. Dabei legte er täglich über 400 Kilometer zurück.

Ab dem 10. September rastete er mehrere Tage an verschiedenen Orten in der nördlichen Sahelzone. Seit dem 17. September hält er sich gut 50 Kilometer nördlich des Lac Fitri auf. Hier rastete er schon im vergangenen Jahr für längere Zeit

Pauli in Marokko

Pauli rastete vier Tage lang bei Cádiz, dann machte sie sich auf ihre letzte Etappe, um über die Straße von Gibraltar nach Marokko zu fliegen. Nach 120 Kilometern hatte sie Tetouan erreicht. Hierr verbrachte sie schon in den letzten beiden Jahren den Winter.

Pauli bei Cádiz

Pauli ist seit Montag (15. Sept.) gut 150 Kilometer weiter nach Süden gezogen. Sie rastete gestern an einer Komppostierungsanlage östlich von Cádiz.