Schlecht, schlechter, Butendiek

Schlecht, schlechter, Butendiek

Gestern erreichten wir die vierte Station der „NABU macht Meer“-Tour: In Husum führten wir ein Fachgespräch zum Thema Offshore-Windkraft und Vogelschutz. Im Mittelpunkt stand dabei der Offshore-Windpark Butendiek westlich von Sylt. Dieser vertreibt streng geschützte Vögel wie Pracht- und Seetaucher weiträumig aus dem Vogelschutzgebiet „Östliche Deutsche Bucht“. Denn die Vögel meiden die riesigen Windräder in einem Abstand von über zehn Kilometern, und dadurch gehen ihnen 20 Prozent des für sie ausgewiesenen Schutzgebietes verloren. Das ist das bittere Fazit unseres Fachgesprächs. Seit drei Jahren klagt der NABU gegen den Park Butendiek, der wohl an dem schlechtesten Standort realisiert wurde, der in der deutschen Nordsee zu finden ist. Das Seegebiet ist auch die Kinderstube des Schweinswals.

Dialog und Zusammenarbeit stärken

Etwa 20 Vertreter aus Wissenschaft, Naturschutz und der Windenergiebranche trafen sich im Nationalparkhaus Husum. Hier durfte der NABU Räumlichkeiten der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer nutzen, als deutlich wurde, dass der starke Wind eine Fahrt der „Ryvar“ nach Husum unmöglich machen würde. Nachdem der NABU und das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste die Ergebnisse des aktuellen Vogelmonitorings vorgestellt hatten, wurde konstruktiv diskutiert wie die Zusammenarbeit zwischen Parkbetreibern und Wissenschaft verbessert werden kann. Dabei ging es auch um mögliche Sofortmaßnahmen wie z.B. die Störung durch den Wartungsverkehr in den Windparks reduziert werden könnte.

Sehr deutlich wurde aber auch, dass es sehr schwer werden wird, den Umweltschaden im Vogelschutzgebiet zu kompensieren. Dabei reichten die Vorschläge von einer Anpassung der Schutzgebietsgrenzen, über den Ausschluss von Fischerei und Schifffahrt bis zum Teilrückbau von Windenergieanlagen. Verantwortlich dafür wären die beiden Bundesbehörden, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und das Bundesamt für Naturschutz. Sie waren der Einladung des NABU nach Husum aber leider nicht gefolgt…

Jetzt sind wir schon auf den Weg nach Cuxhaven, wo wir morgen eine sicher sehr interessante und öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Weltnaturerbe Wattenmeer – Naturparadies zwischen Schutz und Nutzung“ abhalten werden. Interessierte sind herzlich eingeladen uns an Bord zu besuchen! (um 18 Uhr geht es los, Anlegestelle Alte Liebe). Anschließend, ab ca 21:00, Uhr zeigen wir Kinofilm „A Plastic Ocean“ auf unserem Großsegel der „Ryvar.

Weitere Informationen

 

 

NABU-macht-Meer-Team

NABU-macht-Meer-Team

Die Lebensräume der Nord- und Ostsee sind voller faszinierender Vielfalt - doch leider ist diese bedroht. Um auf den schleichenden Verlust unserer Meeresvielfalt aufmerksam zu machen, begeben wir uns vom 15. bis 25. August mit dem Traditionssegler "Ryvar" durch die Nord- und Ostsee. Mit an Bord sind Wissenschaftler, die Untersuchungen zu Mikroplastik und zur Unterwasserschallbelastung durchführen. In Kiel (19.08.) und Cuxhaven (23.08.) führen wir spannende Diskussionen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft - kommen Sie und besuchen Sie uns an Bord! Alle Infos unter www.NABUmachtMeer.de
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