Ihr heißer Draht zum Vogelexperten

Nutzen Sie die Gelegenheit, direkt mit den NABU-Vogelexperten ins Gespräch zu kommen. Zur „Stunde der Gartenvögel“ stehen unsere drei Ornithologen wieder Rede und Antwort:

Termine für die Frage-und-Antwort-Stunde:

  • Freitag, 11. Mai von 15 bis 16 Uhr: Marius Adrion
  • Samstag, 12. Mai von 15 bis 16 Uhr: Lars Lachmann
  • Sonntag, 13. Mai von 15 bis 16 Uhr: Eric Neuling

Lars Lachmann, Eric Neuling und Marius Adrion - Fotografen: Scholl, Sevens und Maltry

Lars Lachmann (links), Eric Neuling (Mitte) und Marius Adrion (rechts) beantworten gerne Ihre Fragen.

 

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Zur „Stunde der Wintervögel 2018“ gab es erstmals die Möglichkeit, direkt mit den NABU-Vogelexperten in Kontakt zu treten. Vielen Dank für Ihre interessanten Fragen, die Sie noch zum Nachlesen finden.

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151 Kommentare

Corinna Pawlak

13.05.2018, 19:03

Hallo zusammen, bei uns brütet ein Turmfalkenpaar in einer großen Tanne. Kommt das häufiger vor. Meist brüten sie doch in Kirchtürmen etc. Viele Grüße Corinna Pawlak

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 16:29

Vielen Dank für Ihre Fragen und nun noch viel Spaß beim fleißig Vögel zählen für alle, die noch nicht an der Stunde der Gartenvögel (www.stundedergartenvoegel.de) teilgenommen haben! Genießen Sie die letzten Sonnenstunden des Tages und vielleicht kann Ihnen unser Expertenteam zur Stunde der Wintervögel vom 04. bis 06. Januar 2019 wieder die ein oder andere Frage beantworten.

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 15:07

Runde 3 beim Expertenchat am letzten Tag der Stunde der Gartenvögel. Ich bin Eric Neuling, Vogelschutzreferent beim NABU-Bundesverband und bin gespannt auf Ihre Fragen in dieser Stunde! Ich werde auch ältere Fragen gern versuchen zu beantworten.

juliane

13.05.2018, 13:58

Kann man auch Vögel angeben, die man nur gehört hat? Also dann evt. Nur als Einzelexemplar, weil unklar ist, wie viele es sind?

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 15:10

Liebe Juliane, Sie können gern auch Vögel melden, die sie nicht gesehen, sondern nur gehört haben und wenn sich bei der Artbestimmung sicher sind. Am Gesang lassen sich im Frühjahr die meisten Vogelarten gut unterscheiden, wenn man ein geübtes Ohr hat. Meistens singt ein Männchen einzeln oder es sind zwei Reviernachbarn dicht beieinander und ziehen gesangliche ihre Reviergrenze zwischen sich. Wenn Sie sich nicht sicher sind, geben Sie nur einen Vogel an.

Hanni Schaeffer

13.05.2018, 13:27

Liebe Vogel-Fachleute, ich habe auf Anraten eines Ornithologen auf Ganzjahresfütterung umgestellt. Nun hat bei uns ein Blaumeisenpaar einen Nistkasten belegt. Ich beobachte, dass sie laufend zur Sonnenblumenfuttersäule fliegen und danach direkt zurück in den Nistkasten zur Brut. Das besorgt mich, denn ich habe gehört, dass Vogelkinder Insekten, also Eiweißlieferanten, zum Wachsen brauchen. Fettlieferanten wie Sonnenblumenkerne sind nur für die Alten gedacht... Soll ich die Fütterung einstellen?

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 15:22

Liebe Hanni, die Diskussion über das Für und Wider der Ganzjahresfütterung ist ein Dauerbrenner bei unserer Arbeit. Wie Sie richtig schreiben, benötigen fast alle Kleinvogeljungen Insekten als Nahrung, die ihnen für das Wachstum die notwendigen Proteine liefern. Die Vogelfütterung ist keine Naturschutzmaßnahme um den Rückgang von Vogelarten zu stoppen oder zu bremsen, aber eine der besten Möglichkeiten sehr nah an wilde Tiere heranzukommen und sie zu beobachten. Sonnenblumenkerne liefern viel Fett und Sie unterstützen damit die Elternvögel bei ihren vielen kräftezehrenden Futterflügen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Schädlich sind die Sonnenblumenkerne auch für die Jungen nicht, auch wenn eine "ausgewogene Ernährung" anders aussieht. An ihre Jungen werden die Blaumeisen instinktiv weiterhin Raupen und Insekten verfüttern, wenn sie davon genug in der Nähe finden. Statt die Fütterung nun also einzustellen, können sie mittelfristig durch natunahes Gärtnern die Insektenvielfalt und damit die Hauptnahrung für die Meisen hoch halten.

Lieselotte

13.05.2018, 12:10

Sehr geehrte Fachleute. in diesem Jahr kamen die Mauersegler spät. Seit zwei, drei jahren beobachten wir, dass unter unserem Fach VOR den Seglern ein Nest mit Gartenrotschwänzen (letztes Jahr) oder eies mit Blaumeisen oder Spatzen (in diesem Jahr) bebrütet wird. Vor drei Jahren fanden wir mehrere junge Blaumeisen tot auf der Innenseite/Speicher. Unsere Frage: Wir können nicht sehen, ob die Anzahl der Nester für alle ausreicht (Dach ist dort nicht einsehbar). Werfen Mauersegler andere Vögel raus, oder brüten sie vielleicht nicht mehr in der gleichen Zahl, wenn noch Nester besetzt sind. ODER: Handelt es sich wahrscheinlich um verschiedene Nestarten nebeneinander?? Vielen Dank Lieselotte

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 15:38

Liebe Lieselotte, da Mauersegler unter den Zugvögeln zu den Spätrückkehrern gehören, ist es für sie gar nicht ungewöhnlich, dass ihre Bruthöhlen an Gebäuden von Sperlingen, Kohlmeisen, Hausrotschwänzen oder Staren besetzt sind. Mauersegler sind sehr brutplatztreu. Vor allem, wenn es sich also um einen erfolgreichen Nistplatz aus den Vorjahren handelt, vertreiben sie die "Zwischenmieter" durchaus vehement und meist erfolgreich, manchmal einfach indem sie das vorgefundene Nest überbauen. Ihre Beschreibung der Nistplatzsituation bei Ihnen lässt sich aus der Ferne leider nur schwer nachvollziehen, insofern hoffe ich, Ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben. Sonst einfach nochmal schreiben.

Doris Wickbold-Schmitter

13.05.2018, 11:44

Lieber Herr Neuling, während der aktuellen Stunde der Gartenvögel ist mir wieder aufgefallen, dass bereits im 2. Jahr keine Grünfinken zu sehen waren, während sie in den Vorjahren stark in der Überzahl waren und fast alle anderen Vögel aus dem Futterhäuschen verdrängten. Ist dieses Phänomen allgemein zu beobachten? Vielen Dank und liebe Grüße D. Wickbold-Schmitter

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 15:56

Liebe Doris, im letzten Jahr wurden bei der Stunde der Gartenvögel deutschlandweit durchschnittlich 1,07 Grünfinken pro Garten gemeldet. Zum jetzigen Zwischenstand liegt die Grünfinkenzahl mit 1,06 minimal darunter. Wenn das so bleibt, sprechen wir am Ende von einer stabilen Bestandssituation im Siedlungsraum. Betrachtet man aber die letzten fünf oder zwanzig Jahre hat der Grünfink bei den eingegangen Meldungen zur Aktion deutlich abgenommen. Im detail können Sie dies auf unserer Ergebnisseite nachvollziehen: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/ergebnisse/15767.html?jahr=2018&ort=&vogelart=Gr%C3%BCnfink&bundesland=&formchange=1. Dieser Trend wird auch über behördliche Monitoringprogramme für sämtliche Lebensräume bestätigt. Ein Grund für den Rückgang des Grünfinken ist die Infektion mit Trichomanden, einem Einzeller, der vor allem bei dieser Art zu Bestandseinbrüchen geführt hat und mit dem sich die Vögel über verunreinigte Vogeltränken anstecken können. Grünfinken benötigen aber außerdem Samen von Wildkräutern als Nahrung, die in Gärten und Kulturlandschaften, in denen Herbizide eingesetzt werden, nicht zu finden sind.

Insa

13.05.2018, 10:52

Liebe Vogelexperten, wir bemühen uns um das Aufhängen sinnvoller Nisthilfen in unserem Haus- und Pachtgarten. Ein Kohlmeisen- und erstmals auch ein Blaumeisen-Paar haben in den beiden Gärten je einen geschlossenen Kasten im Apfelbaum bzw. an der Hauswand bezogen und füttern emsig. Wie können wir die seit Jahren leer bleibenden Kästen für Halbhöhlenbrüter so aufhängen, dass die Eichhörnchen sie nicht erreichen können?? Letztlich kommen die Eichhörnchen überall heran, um die Nester zu plündern, notfalls auch über dem Kopf hängend an dünnsten Zweigen, wie wir bei der Winterfütterung beobachten konnten. Aus dem Werkunterricht der Schule und von Naturschutz-Aktionen kommen die Kinder immer wieder mit den recht einfach zu bauenden offenen Kästen nach Hause, aber genutzt werden sie von den Vögeln nicht. - Danke für einen Tipp!

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 16:08

Liebe Insa, die Kästen von Nischen- und Halbhöhlenbrütern lassen sich kaum vor Nesträubern schützen. Während bei Meisenkästen die Öffnung so klein ist, dass man durch einen ausreichend ausgedehnten Innenraum des Kastens verhindern kann, dass Eichhörnchen oder Marder an die Eier oder Jungen herankommen, ist eine Halbhöhle gut erreichbar. Hier könnten Sie lediglich den Baum so präparieren, dass ein Tier nicht von unten hinaufklettern kann. Dafür gibt es spezielle Kränze mit abwehrenden Spikes nach unten oder Sie verwenden Kunststoffmanschetten, an denen die Nesträuber abrutschen. Bedenken Sie, dass Eichhörnchen sehr gut springen können, also sind diese maßnahmen weiter oben und nur an freistehenden Bäumen sinnvoll. Für den einzelnen Jungvogel ist ein hungriges Eichhörnchen sicher tragisch, aber dennoch auch normal. Nesträuber gehören ebenso in die Natur, wie die Singvögel selbst. Diese sind auch daran angepasst und können mehrmals Ersatzbruten beginnen.

Sebastian

13.05.2018, 10:39

Lieber Herr Neuling, nachdem Herr Lachmann gestern schon zwei Fragen zu "unserem" Rotkehlchennest beantwortet hat, doch noch drei weitere: 1. Wenn die erste Brut des Rotkehlchenpaares (6 Jungvögel) durchkommt, wird das Paar trotzdem noch ein zweites Mal brüten (da die Jungvögel von der Dachterasse nirgendwo hinkönnen, sind sie bis zur Flugfähigkeit zumindest vor Räubern am Boden absolut sicher)? 2. Was sollte mit dem Nest nach dem Auszug passieren? Gebaut wurde in einem an einer Wand hängenden Weidenkörbchen. Sollten wir das Nest (nicht das Körbchen) entfernen oder einfach belassen? 3. Ist es wahrscheinlich, dass wir im Folgejahr wieder eine Brut dort begrüßen dürfen? Darüber würden wir uns natürlich freuen. Vielen Dank.

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 16:14

Lieber Sebastian, bitte sehen Sie es mir nach, wenn ich Ihre Fragen nur sehr knappp beantworte, da Herr Lachmann Ihnen ja bereits ausführklich geantwortet hat. Zu 1.: Eine Zweitbrut macht das Rotkehlchen unabhängig von der Gelegegröße der ersten Brut und auch, wenn alle Jungen ausfliegen sollten. Zu 2. Sie können das Nest gern entfernen, aber möglichst erst im Spätsommer oder Herbst, nicht zwischen den Bruten. Für das nächste Brutjahr sammeln die Rotkehlchen dann neues Nistmaterial. Zu 3.: Da sich Ihr Nistplatz anscheinend für "Ihre" Rotkehlchen als Erfolg erwiesen hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie es dort wieder versuchen werden.

Theo Mispelkamp

13.05.2018, 09:40

Hallo erst mal Die Natur steht am Scheideweg.Wen nicht nachhaltig was gemacht wird sieht es schlecht aus. Gefragt ist auch vorallem unere Politik.Natülich auch wir Menschen .Aber besonders auch unsere Landwirtschaft.Bin Jahrgang 51,was in den letzten 30 -40 Jahren an Insekten .u.im ganz besonderen an Vögeln abgehnommen hat ist sehr sehr bedenklich !!!!!! Girlitz Dompfaff Goldammer Feldlerche u.s.w .Sind bei uns nur noch in sehr kleinen betänden oder garnicht mehr vorhanden. Herzliche Grüße

Eric Neuling

Eric Neuling

13.05.2018, 16:22

Leider bestätigt Ihre Beobachtung vor Ort die Entwicklung der Vogelbestände deutschland wenn nicht europaweit. Der NABU setzt sich außer mit konkreten Naturschutzmaßnahmen in der Fläche auch für eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik ein. Gerade auf EU-Ebene wird über die Fördermechanismen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) entschieden, wie viel Platz für Tier- und Pflanzenarten in unserer Kulturlandschaft bleibt. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/agrarreform2021/index.html

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