Eine Bilanz

Acht Senderstörche waren im Spätsommer des vergangenen Jahres zum Flug in ihre Winterquartiere gestartet. Bis heute haben wir nur noch von drei Störchen (Fritzi, Sportie und Ole Einar/Przygódka) aktuelle Positionsdaten. Was ist passiert?

Von Else haben wir seit dem 30. August nichts mehr erfahren. Damals flog sie durch Ägypten in Richtung Sudan. Wahrscheinlich wollte sie, wie in den Vorjahren, im Sudan überwintern. Aus dem Sudan konnten wir nichts mehr von ihr erfahren, weil das Mobilfunknetz fast landesweit zusammengebrochen ist. Leider gab es auch keinerlei Ortungen auf dem Heimzug. Ihr Sender könnte zwar ausgefallen sein. Da sie bis heute nicht an ihrem Nest in Norderbrarup aufgetaucht ist, gehen wir davon aus, dass sie tot ist.

Das gleiche Schicksal dürfte wohl auch Sonja ereilt haben. Sie meldete sich das letzte Mal am 14. September kurz aus dem Sudan. Auch von ihr gibt es keine weiteren Informationen.

Pauli verbrachte den Winter, wie in den vergangenen Jahren, bei Tetouan im Norden von Marokko. Ihr Sender lieferte am 6. Dezember die letzten Daten. Da war aber scheinbar noch alles in Ordnung. Ihr Sender hatte eine niedrige Batterieladung, was im Winter nicht ungewöhnlich ist. Auch von ihr hätten wir aber wieder mittlerweile etwas erfahren müssen. An ihrem Nest ist sie nicht aufgetaucht. Sie ist wohl auch tot. Die Todesursache der drei Storchenweibchen liegt ohne die notwendigen Informationen im Dunkeln.

Max war am 12. März auf dem Heimzug und flog über den Norden des Libanon. Seitdem haben wir keine Daten mehr erhalten. Ich habe mir seine letzten Positionsdaten genauer angsehen. Offenbar ist Max einem Jäger zu Opfer gefallen. Im Libanon ist die Jagd auf ziehende Störche und Greifvögel leider üblich.

Eva meldete sich am 28. März aus Bulgarien. Da ihr Sender schon im vergangenen Jahr eine Zeit lang ausgefallen war, vermute ich dass es wieder einen Ausfall gegeben hat und sie demnächst an ihrem Nest auftauchen wird.

Fritzi ist seit dem 27. Februar auf seinem Nest in Erfde. Sportie war am 26. März an seinem Nest in Luso bei Zerbst/Anhalt angekommen. Ole Einar/Przygódka ist noch unterwegs. Sie befindest sich in Rumänien östlich der Karpaten.

 

 

 

 

Kai-Michael Thomsen

NABU-Storchenexperte

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