Schutzgebiete brauchen Schutz

Schutzgebiete brauchen Schutz

Am Samstagnachmittag, dem 5. Tag der „NABU macht Meer“-Tour, stand eine Podiumsdiskussion vor dem Kieler Landtag im Programm. Mit dabei der Staatssekretär aus dem Bundesumweltministerium Jochen Flasbarth, Manfred Bohlen aus dem schleswig-holsteinischem Landesumweltministerium, Gerhard Philipp Süß vom Deutschen-Segler-Verband und für den NABU Ingo Ludwichowski und Dr. Kim Detloff. Die gemeinsame Botschaft: um die Artenvielfalt in Nord- und Ostsee zu schützen, brauchen wir nutzungsfreie Flächen, in denen die Natur auch wirklich Natur sein darf.

Es herrschte große Einigkeit, dass Nullnutzungszonen unbedingt notwendig sind, um Schweinswalen, Rochen, Seetauchern und artenreichen Riffen an unseren Küsten eine Zukunft zu geben. Der NABU fordert, dass in mindestens 50 Prozent der Natura-2000-Schutzgebiete in Nord- und Ostsee für die Fischerei mit Grundschlepp und Stellnetzen, den Abbau von Kies- und Sand oder auch den Schiffsverkehr gesperrt werden.

Daneben ging es um den mühsam ausgehandelten Kompromiss der neuen Befahrensregeln in der Ostsee. Dieser sieht vor, dass in den Naturschutzgebieten weder gekitet, gesurft oder gesegelt werden darf. Alle Wasserfahrzeuge sollen zeitlich oder ganzjährig ausgeschlossen werden, um insbesondere Wasservögel zu schützen. Der Forderung des neuen Koalitionspartners in Kiel, der FDP, den Kompromiss jetzt zugunsten der Nutzer nochmal anzupassen, erteilten alle Teilnehmer der NABU-Diskussion eine klare Absage. Jetzt ist das Bundesverkehrsministerium aufgefordert, der Befahrensverordnung zuzustimmen.

Das Publikum war eine bunte Mischung aus interessierten Besuchern, Passanten und lokalen NABU-Aktiven. Am Infostand konnten man sich über die diversen Meeresschutzprojekte des NABU informieren und sein Wissen zum Thema Nord- und Ostsee testen. Mit dem Besuch in Kiel lassen wir die Ostsee hinter uns und freuen uns auf spannende Tage auf der Nordsee.

Mit der Nord- und Ostsee liegen zwei wunderbare Naturschätze vor der Küste Deutschlands. Hier leben Schweinswale, Rochen, Seepferdchen und sogar Haie. Es finden sich artenreiche Seegraswiesen und Korallen sowie eine Vogelwelt, die ihresgleichen sucht. Doch diese Vielfalt ist in Gefahr: Über ein Drittel der Arten und Lebensräume in Nord- und Ostsee gelten als bedroht.

NABU-macht-Meer-Team

NABU-macht-Meer-Team

Die Lebensräume der Nord- und Ostsee sind voller faszinierender Vielfalt - doch leider ist diese bedroht. Um auf den schleichenden Verlust unserer Meeresvielfalt aufmerksam zu machen, begeben wir uns vom 15. bis 25. August mit dem Traditionssegler "Ryvar" durch die Nord- und Ostsee. Mit an Bord sind Wissenschaftler, die Untersuchungen zu Mikroplastik und zur Unterwasserschallbelastung durchführen. In Kiel (19.08.) und Cuxhaven (23.08.) führen wir spannende Diskussionen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft - kommen Sie und besuchen Sie uns an Bord! Alle Infos unter www.NABUmachtMeer.de
NABU-macht-Meer-Team

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