Oktober 2017 Beiträge

Wie funktionieren die Satellitensender?

Um die Positionen auf den Karten besser beurteilen zu können und auch zu verstehen, warum Nicolas Sender nach 15 Monaten ausfiel, möchten wir heute ein paar technische Details beschreiben:

Das ARGOS System (Advanced Research and Global Observation Satellite) wurde 1978 von NOAA (USA), NASA (USA) und der französischen Raumfahrtagentur CNES ursprünglich für meteorologische Messungen realisiert. Seit 1990 wurden ARGOS-Zusatznutzlasten für das Tiertracking verfügbar gemacht und ARGOS dient seitdem auch der Beobachtung von globalen Tierwanderungen, aber auch anderen Anwendern wie der Kontrolle im Schiffsverkehr.

Irgendwann erhält man kein Signal mehr: Die Lebensdauer eines Sender hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa dem Akku – Foto: Ben Metzger

Während beim GPS-System der Empfänger auf der Erde seine Position mittels empfangener Satellitendaten berechnet, ist der Weg bei den Argos-Sendern umgekehrt.

Wie gehen Zugvögel mit den Herausforderungen des Klimawandels um?

Der Klimawandel verändert die Lebensräume für Zugvögel. Die Ausbreitung von Wüsten, ausgetrocknete Rastgebiete und steigender Meeresspiegel stellen sie vor große Herausforderungen auf dem Zug und in ihren Überwinterungsgebieten. Die Satellitentelemetrie kann uns Hinweise dazu liefern, wie stark diese Veränderungen bereits wirken. Mehr dazu im Beitrag:

Vogelzug im Klimawandel

Dana nimmt die Ostroute

Die Turteltaube Dana vor der Freilassung. Foto: Ben Metzger

Die Turteltaube Dana vor der Freilassung. Foto: Ben Metzger

Die Turteltaube Dana hatten wir ebenfalls Ende April auf Comino mit einem Argos-Satellitensender ausgerüstet. Zum Brüten war sie ins bulgarisch-rumänische Grenzgebiet in den äußersten Nordosten Bulgariens geflogen. Dort hielt sie sich die gesamte Brutzeit in den Donau-Auen in der Nähe der kleinen Stadt Widin auf.

Ihre Reise in den Süden begann Dana am siebten September und flog über Serbien und Mazedonien zügig nach Griechenland. Westlich des Olymp-Nationalparks legte sie vom 10. bis 12. September eine kurze Zwischenrast ein. Die nächste Ortung des Vogels bekamen wir dann zwei Tage später am 14. September, da hatte Dana schon das östliche Mittelmeer überquert und war fast tausend Kilometer weiter südlich im Nordosten Libyens angekommen. Bemerkenswert ist hier, abgesehen von der aktiven Flugleistung, vor allem, dass die Mittelmeerüberquerung auf dem Herbstzug viele hundert Kilometer weiter östlich erfolgte als auf dem Frühjahrszug. Ausserdem scheint die Querung des Mittelmeers bei dieser Art durchaus nicht auf Meerengen beschränkt zu sein.