Wenig Sonne – wenig Strom

Da die Sonne sich in den letzten Tagen nur recht spärlich zeigte, habe ich in den vergangenen drei Tagen öfters Mal keinen Strom zur Verfügung. Denn auf Trischen wird aller Strom, den ich habe, mit Solarkollektoren auf dem Dach generiert. Wenig Sonne – wenig Strom.
Doch machen Sie sich keine Sorgen. Um draußen unterwegs zu sein oder um abends in der Hütte Bücher zu lesen, brauche ich keinen Strom. Ich bin allerdings häufig nicht in der Lage meinen PC zu benutzen und kann daher nicht mehr so oft von der kleinen Insel berichten.

 

Eine kurze Zusammenfassung der letzten beiden Tage:

Der Wind pfiff stark aus Ost bis Nordost (5-6 Bft) und ließ mich vor allem in der Hütte mit einer Tasse Tee in der Hand am Ofen sitzen. Wenn der Wind sich legte oder der Regen aufhörte, trieb ich mich auf der Insel herum und beobachtete Zaunkönige und Rohrammern (s.h. dazu die „Beobachtungsliste“). Heute Morgen saß ich vor der Hütte und beobachtete einige Gänse (Nonnengänse aber auch einige Bläßgänse) auf ihrem Wegzug. Zu meiner großen Freude konnte ich auch einige Singschwäne entdecken. Sie zogen ebenfalls in Südwestliche Richtung über Trischen hinweg.

Die letzte Woche beginnt – Umzug in drei Tiden

Axel kommt heute zum letzten Mal – nächste Woche werde ich mit ihm zurück ans Festland fahren. Damit ich beim Auszug nicht all meine Habseligkeiten auf einmal über den Strand schleppen muss, gebe ich ihm schon heute sperrige (z.B. meine „Sitzboje“) und leicht entbehrliche Sachen (z.B. meine Wathose) mit. In der letzten Woche habe ich ebenfalls schon Teile meiner Ausrüstung an Land gegeben.

Umzug in drei Tiden - erste, leicht entbehrliche Sachen konnte ich schon vorab mit ans Festland geben

Umzug in drei Tiden – erste, leicht entbehrliche Sachen konnte ich schon vorab mit ans Festland geben

Ich hoffe sehr, dass das Wetter in der nächsten Woche auf meiner Seite ist und meine Abreise tatsächlich wie geplant am 16.10. stattfinden kann: heute konnte die Überfahrt nach Trischen zunächst nicht starten, da durch den anhaltenden Nordostwind das Wasser nicht hoch genug aufflief. Axel konnte deshalb nicht mit dem günstigen Morgen-Hochwasser nach Trischen fahren, sondern musste bis auf das späte Hochwasser am Abend warten.

Wegzug der Gänse aus den arktischen Brutgebieten in vollem Gange

In den letzten Tagen beobachtete ich immer mehr ziehende Gänse. Meist kommen sie aus ihren arktischen Brutgebieten und sind auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete. Zum großen Teil werden diese Gänse bei uns in Deutschland oder in den Niederlanden ihren Winter verbringen. Auch in Dithmarschen – hier direkt am Festland, werden im Winter wieder einige Grau- und Nonnengänse zu sehen sein.

Am heutigen Morgen beobachtete ich innerhalb von nur eineinhalb Stunden (7:10 – 8:40 Uhr) 720 Nonnengänse und insg. 33 Graugänse in südwestliche Richtungen ziehend beobachten. Über dem Festland bei Friedrichskoog bemerkte ich zu Sonnenaufgang (7:30 – 7:40) etwa 1.500 Gänse in insg. 19 Trupps, ebenfalls in südwestliche Richtungen ziehend. Die Gänse waren so weit entfernt, dass ich keine gesicherte Aussage über die Art machen möchte – da über Trischen allerdings fast ausschließlich Nonnengänse zogen, kann man davon ausgehen, dass auch die Gänse über dem Festland zum größten Teil dieser Art angehört haben werden.

Doch Gänse ziehen nicht nur in den Morgenstunden: auch in der Nacht konnte ich immer wieder die Rufe von ziehenden Nonnen- und Graugänsen vernehmen und über den Tag hinweg erwarte ich ebenfalls noch den ein oder anderen Trupp.

Ich werde mich nun mit einer Tasse Kaffee in den Windschatten der Hütte setzen und das Vogelzug-Spektakel beobachten und genießen.

Offshore-Windpark in Sicht!

Heute war es das erste Mal, dass ich die Windkrafträder am Horizont sehen konnte – so klar ist die Sicht selten. Ein Blick auf die Seekarte lässt den Schluss zu, dass es sich um den Windpark „Nordergründe“, etwa 15 Km östlich der Insel Wangerooge handeln muss.
Informationen der Firma TenneT zufolge wurden die Windkraftanlagen erst im August dieses Jahres aufgebaut. Der Windpark wurde von der Firma TenneT erfolgreich mit einem 32 Km langen Seekabel in Inhausen (nördlich von Wilhelmshaven) an das Stromnetzt angeschlossen. TenneT zufolge noch in diesem Jahr ans Netz gehen.

Weitere Infos zu dem Thema:

Aller guten Dinge sind drei – Landunter auf Trischen

Der erste Herbststurm in dieser Saison fegte ganze drei Tage über die Insel und ließ die Hütte ordentlich wackeln: teilweise maß ich Windgeschwindigkeiten von über 60 Km/h (8Bft)! Auch jetzt gerade pfeift es um die Hütte – was sehr gemütlich sein kann. Da die Sonne in den vergangenen Tagen nur sehr spärlich schien, war mein Akku heute Morgen aufgebraucht und ich den halben Tag ohne Energieversorgung. Doch nach Regen folgt meist Sonnenschein – nun ist mein Akku wieder voll aufgeladen und ich kann live von der Insel berichten.

Die vergangenen Hochwasser waren „richtige“ Hochwasser: dreimal hintereinander lief das Wasser der  Nordsee nun so hoch auf, dass die Hütte jedes Mal im Wasser stand. Ich bin sehr froh, dass ich auf Stelzen wohne, denn so konnte ich beruhigt auf dem Umlauf sitzen und dem Naturschauspiel beiwohnen. Im Gegensatz zu den gefiederten Inselbewohnern musste mir keine Sorgen um meinen „Rastplatz“ machen. Die Vögel, die um die Hochwasserzeit bevorzugt an der Südspitze rasten, wurden in der letzten Zeit stets um ihren Rastplatz beraubt und flogen daher in großen Schwärmen über die Insel – auf der Suche nach einem trockenen Plätzchen. Zum Glück waren am Weststrand noch schmale Streifen nicht überflutet worden, sodass die Vögel sich am Ende doch noch niederlassen und von der Aufregung erholen konnten.

Ich persönlich nutzte die stürmische Zeit um die ersten Sachen zusammen zu packen: morgen werde ich Axel, meinem Versorger, die ersten Dinge mit ans Festland geben. In zwei Wochen werde ich dann selbst die Insel verlassen.