Küken am Strand von Trischen

In den letzten Tagen wurden es zusehends mehr – „Küken-Alarm“ am Strand von Trischen! Während ich zu Beginn der letzten Woche nur knapp 30 Küken zählte, sind es nun schon deutlich über 250 Möwenküken! Viele der Küken sind bereits in der Lage zu fliegen und gesellen sich zu den „Alten“ an den Strand. Zwischen Silber- und Heringsmöwe ist bei Küken sehr schwer, aus der Ferne nur ziemlich ungenau zu bestimmen, weshalb ich alle Möwenküken zusammengefasst habe.

Möwenküken am Strand

Möwenküken am Strand

Auch bei den Flussseeschwalben (Sterna hirundo) am Weststrand können nun immer mehr Küken beobachtet werden. Gestern zählte ich 126 Küken. Das ist eine Mindestzahl, denn ich gehe davon aus, dass einige der kleineren Küken noch in der hohen Vegetation versteckt sitzen. Auch bei den Seeschwalben sind viele der Küken bereits flügge.

Trischener Schietwedder begegnet man am besten mit gutem Essen!

Wenn das Wetter nicht so richtig mitspielt, der Sommer verregnet und kalt ist und wenn man dann auch noch auf Trischen sitzt, ja, dann kann man leicht in ein schlechte-Laune Tief abdriften.
Doch das ist in diesem Jahr zum Glück nicht der Fall: Nicht, dass das Wetter besonders berühmt wäre, nein, nein. Ich habe eine gute Alternative zur schlechten Laune: gutes Essen und Rezepte von lieben Leuten am Festland!

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den entsprechenden Leuten für die tollen Rezepte und Ideen in meinem „Insel-Kochbuch“ bedanken! Das ist in den letzten Tagen wirklich Gold wert gewesen. Danke Leute, ich freue mich auf ein Wiedersehen im Herbst!

Die Brandgansmauser beginnt

Auf Trischen bahnt sich ein besonderes Naturschauspiel an: Die Massenmauser der Brandgans (Tadorna tadorna) beginnt. Jährlich versammeln sich zwischen Juni bis September zigtausend Brandgänse aus ganz Europa im Wattenmeer um Trischen herum. Wie alle Entenvögel erneuern sie ihre Flugfedern nicht nach und nach, sondern  in einem Zug. Sie sind dann für zwei bis vier Wochen flugunfähig und in der Zeit besonders störungsanfällig.

Schon seit einigen Tagen steigt die Zahl der Brandgänse merklich an. Während es letzte Woche noch nur 3.500 Halbgänse waren, sind es jetzt schon über 6.000 Tiere! Bis zum Höhepunkt Ende Juli / Anfang August können es noch bis zu 20.000 Tiere und mehr werden.

Schon jetzt ist die Mauser jedoch nicht zu übersehen: Am Strand türmen sich die abgelegten Federn im Spülsaum und bilden zum Teil sehr hübsch anzusehende Formationen.

Bergfest auf Trischen

Heute habe ich direkt zwei Gründe zu feiern:
Zum einen ist heute das Bergfest — die Hälfte der Zeit ist um. Zugleich ist es ein kleines Jubiläum, denn genau vor 100 Tagen bin ich aus Friedrichskoog aufgebrochen um auf Trischen zu wohnen und zu arbeiten.
100 Tage, die mir gar nicht so lange vorgekommen sind.
Ich freue mich auf die nächsten 100 Tage und bin mir ziemlich sicher, dass auch die zweite Hälfte viele wunderbare Erlebnisse und Augenblicke für mich bereithält.

Bergfest -- die hälfte der Zeit ist um! (Foto: N. Guse)

Bergfest — die Hälfte der Zeit ist um! (Foto: N. Guse)

Sommerhochwasser auf Trischen überflutet weite Teile der Insel

Heute lief das Wasser sowohl in der Nacht (Hochwasser war um 2:48 Uhr) als auch heute Mittag (Hochwasser war um 15:03 Uhr) besonders hoch auf. Begünstigt wurde die Flut zum einen durch den starken Wind aus südwestlicher Richtung (bis zu 9 Bft!), welcher das Wasser daran hindert, nach Hochwasser wieder abzulaufen, und zum anderen durch die sogenannte „Springtide“, welche zusätzlich ein von sich aus etwas höheres Hochwasser hervorruft.

Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) lagen die Pegelstände zu beiden Hochwassern zwischen einem halben und einem dreiviertel Meter über Normal-Null.

Ich befürchtete bereits heute Nacht, dass dieses Hochwasser große Teile der Salzwiese und damit potentielle (Nach-) Gelege von Rotschenkel, Austernfischer und Co. gefährden könnte. Beim Hochwasser um 15:00 Uhr konnte ich das ganze Ausmaß der Flut sehen: Tatsächlich überfluteten weite Teile der Salzwiese. Ich hoffe, dass die meisten Vögel bereits soweit mit der Brut sind, dass diese sich mir ihren Küken in Sicherheit retten konnten. Tatsächlich konnte ich kaum aufgeregte Altvögel in der Luft (wie es bei den letzen beiden Hochwasser-Ereignissen jeweils der Fall war) sehen.

Auch auf der Westseite der Insel ist die Flut deutlich zu sehen: Nahezu der gesamte Strand stand unter Wasser. Die Flut reichte in großen Teilen fast bis an die Düne heran! Ich hatte mich besonders um die Seeschwalbenkolonien an der Südspitze und am Weststrand gesorgt. Doch in beiden Kolonien scheinen keine größeren Schäden aufgetreten zu sein. Die meisten Paare haben bereits flügge Küken, die sich vor der nahenden Flut in Sicherheit bringen konnten. Ein paar Gelege mit Eiern konnte ich entdecken, jedoch waren diese meist oberhalb der Flutkante. Eier im Spülsaum, welche auf überflutete Gelege hindeuten, habe ich nur eines gefunden. Ich hoffe sehr, dass die Flut tatsächlich keine größeren Schäden angerichtet hat.

Das Hochwasser rückte sogar bis zur Hütte vor: Als ich von meinem Kontrollgang zurückkam fand ich unter der Hütte eine große Wasserlache vor. Zum Glück ist das Wasser zu dem Zeitpunkt bereits wieder auf dem Rückzug gewesen 🙂

Auch unter der Hütte stand das Wasser knietief!

Auch unter der Hütte stand das Wasser knietief!