Invalide Heringsmöwe am Nordstrand entdeckt

Bei einem Strand-Kontrollspaziergang war ich, wie so oft auf der Suche nach beringten Möwen unterwegs. Statt einer beringten Möwe fand ich allerdings heute einen etwas traurigeres Exemplar: eine Invalide Heringsmöwe stand neben den anderen Möwen am Nordstrand. Sie bewegte sich wie die anderen Möwen auch und wäre ohne Spektiv und einem auf die Beine fixiertem Suchblick wahrscheinlich nicht aufgefallen.

Invalide Heringsmöwe am Nordstrand.

Invalide Heringsmöwe am Nordstrand.

Anhaltenden West – Nordwestwind lässt Düne wachsen

Der andauernde Westwind hat in den letzten Tage einigen Sand vom Strand in die Dünen geweht. An sich ist das sehr schön, denn so haben einige Brandgänse (Tadorna tadorna) einen Lieblingsplatz gefunden, von dem sie erhöht auf den Strand blicken können, zum anderen ist es für mich nun etwas schwieriger geworden meine Essens- und Wasservoräte „nach Hause“ zu bekommen, denn der Sand hat auch vor meinem Dünenübergang nicht halt gemacht: nun habe ich eine kleine Düne in meinem Dünenübergang.

 

Ringelgänse (Branta bernicla) auf Trischen

Ähnlich wie auf den nordfriesischen Halligen, wo doch im Moment die Ringelganstage stattfinden, rasten auch auf Trischen die Gänse ungestört und bereiten sich auf ihre Brutsaison im fernen Sibirien vor. Zu Niedrigwasser fliegen sie meist an den Strand, wo sie im Watt nach Nahrung suchen können. Wenn das Wasser zurück kommt, suchen sie in der weitläufigen Salzwiese der Insel Ruhe und Futter. Seit einigen Tagen haben sich auch in unmittelbarer Nähe zur Hütte einige Ringelgänse niedergelassen. Sie werden von Tag zu Tag zutraulicher und Vorgängern zufolge werden sie schon bald auch um und unter der Hütte herumlaufen. Auf diese Zeit freue ich mich schon!
Seit einigen Tagen fegt ein Sturm über die Insel und lässt das Wasser nicht mehr richtig ablaufen. Aus diesem Grund ist die Fläche, die die Gänse im Moment während des Hochwassers aufsuchen, überflutet. Diese Tatsache scheint den Kollegen allerdings nicht allzuviel auzumachen. Sie bewegen sich munter auf der Fläche und suchen wie gewohnt nach Nahrung. Schwimmend eben. Ich finde diese Kulisse sehr schön und da ich am Strand nicht allzuviel fotografieren konnte, habe ich an der Hütte eine kurzes Video für euch gedreht. Viel Spaß beim ansehen.

 

 

Zimmerleute auf Trischen!

Am 14. April wurden einige Reparaturarbeiten, die noch vor der Brutsaison an der Hütte gemacht werden mussten, durchgeführt. So wurde die Türe und ein Fenster, die beide etwas undicht waren, abgedichtet. Außerdem wurden ein paar Bohlen am Rundlauf der Hütte ausgetauscht. Neben den Reparaturarbeiten war sogar noch Zeit eine kleine Sitzbank für die Hütte zu bauen! Aus Restholz haben die Zimmerleute mit mir eine sehr schöne und gemütliche Bank gezimmert!
Nun kann zur morgendlichen Planzugbeobachtung sehr angenehm und gemütlich sitzen! Vielen Dank dafür!

Farbberingte Skua am Strand gefunden

Am vergangenen Freitag (8. April) habe ich am Strand eine juvenile Skua (Stercorarius skua) entdeckt. Sie war „frischtot“ d.h. sie muss in den Tagen zuvor gestorben sein und war noch sehr gut erhalten. Die Skua war farbberingt und der Stahlring verriet mir, dass sie von einem Norwegischen Team beringt wurde. Auf Anfrage konnte mir das Institut für Vogelforschung (IfV) in Wilhelmshaven weitere Informationen zum Lebenslauf des Vogels zukommen lassen:

Die Skua wurde am 24. Juli 2015 als Nestling auf der „Bäreninsel“ beringt. Die Bäreninsel (norwegisch: Bjørnøya) liegt etwa auf halbem Wege zwischen dem Nordkap und der Insel Spitzbergen. Sie stellt die südlichste Landmasse des norwegischen Territoriums Svalbard (Spitzbergen) dar Die Insel  ist 178 km² groß (wikipedia.de).

Zwischen Beringungs- und Schlupfort und Trischen liegen stolze 2.300 Km! Wie mir Herr Geiter vom IfV mitteilte ist dies der bisher nördlichste bekannte Beringungsort einer Skua, die in Deutschland gefunden wurde und außerdem die weiteste Wiederfundentfernung bei dieser Art!
wurde und außerdem die weiteste Wiederfundentfernung bei dieser Art.Außer mir gibt es keine Beobachtungen der Skua. Vermutlich verbrachte sie ihr relativ kurzes Leben auf hoher See, wo sie niemand beobachtete. Denn Skuas brüten zwar auf Felseninseln wie der „Bäreninsel“. Sie überwintern allerdings im Nord- und Südatlantik und kommen meist nur zur Brut an Land. Normalerweise können Skuas in an unserer Küste nur selten und wenn, dann meist bei oder nach heftigen Herbststürmen beobachtet werden. Der Vogel ist etwa silbermöwengroß, relativ dunkel gefärbt und hat einen sehr kräftigen Schnabel. Sie ernähren sich vor Allem von Fisch, den sie entweder hinter Fischereifahrzeugen an der Wasseroberfläche auflesen oder anderen Vögeln abjagen (Svenson et al. 1999: „Der neue KOSMOS Vogelfüher“).