{"id":1067,"date":"2021-06-21T13:33:48","date_gmt":"2021-06-21T11:33:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/?p=1067"},"modified":"2022-02-22T13:04:04","modified_gmt":"2022-02-22T12:04:04","slug":"luchse-brauchen-zu-erst-sichere-lebensraeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/2021\/06\/luchse-brauchen-zu-erst-sichere-lebensraeume\/","title":{"rendered":"Luchse brauchen zuerst sichere Lebensr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1068\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1068\" data-attachment-id=\"1068\" data-permalink=\"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/2021\/06\/luchse-brauchen-zu-erst-sichere-lebensraeume\/dirk-rudat-luchsin-mira-am-thueringer-meer-23-05-2021\/\" data-orig-file=\"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2021\/06\/Dirk-Rudat-Luchsin-Mira-am-Th\u00fcringer-Meer-23.05.2021.jpeg\" data-orig-size=\"1200,801\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Dirk Rudat, Luchsin Mira am Th\u00fcringer Meer, 23.05.2021\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Die urspr\u00fcnglich in Polen ausgewilderte Luchsin Mira an der Saaltalsperre im Saale-Orla-Kreis. 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Deren Lebens- und Wanderungsbedingungen m\u00fcssen verbessert werden, damit sich Tiere aus den umliegenden Populationen im gr\u00fcnen Herzen Deutschlands gefahrlos treffen und auch f\u00fcr Nachwuchs k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am 23. Mai gelang Dirk Rudat auf seiner Wanderung am Th\u00fcringer Meer ein spektakul\u00e4res Foto. In etwa 20 Meter Entfernung vor ihm, unweit des Weges, lag ein Luchs, der ein Sendehalsband um den Hals trug. Das aktuelle Bild l\u00e4sst vermuten, dass die 2019 in Westpommern in Polen ausgewilderte Luchsin Mira sich nun dauerhaft im Gebiet des Th\u00fcringer Meeres und im Einzugsgebiet der Oberen Saale aufh\u00e4lt. Dirk Rudat hat genau das Richtige gemacht: den Luchs zur\u00fcckhaltend aus der Distanz beobachtet, ein Foto gemacht und uns zugesendet. Mittlerweile wurde das Foto auch vom zust\u00e4ndigen Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs des Th\u00fcringer Umweltministeriums begutachtet und als sogenannter C1-Nachweis bewertet. Damit ist die Anwesenheit des Tieres eindeutig best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Der erste Nachweis eines besenderten Luchses in der Region gelang im Dezember 2020. Seitdem war klar, dass es sich bei dem Tier um die Luchsin Mira aus Polen handelt. Sie wurde immer wieder im Gebiet der Oberen Saale und des Th\u00fcringer Meeres nachgewiesen. Luchsin Mira stammt urspr\u00fcnglich aus Westpommern. Sie wurde dort im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes, mit einem Sendehalsband ausgestattet und zusammen mit Luchskater Pako in die Freiheit entlassen. Die Geschichte der Luchsin Mira zeigt die hohe Mobilit\u00e4t von Luchsen. Allerdings sind es normalerweise die Luchskater, die sich auf weite Wanderungen begeben. Luchsweibchen hingegen bleiben vorzugsweise im Einzugsgebiet ihrer Herkunft. Desto \u00fcberraschender ist die Tatsache, dass Mira jetzt scheinbar dauerhaft in Th\u00fcringen angekommen ist. Der NABU Th\u00fcringen sammelt Hinweise und Daten zur Anwesenheit der sch\u00f6nen Pinselohren. Wir wollen Herausfinden wie viele Luchse es in Th\u00fcringen gibt und warum es Europas gr\u00f6\u00dfter Katze scheinbar so schwer f\u00e4llt, sich dauerhaft im Freistaat niederzulassen.<\/p>\n<p>Der NABU Th\u00fcringen hatte eine im Jahr 2019 an der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena (FSU Jena) vorgestellte Abschlussarbeit zum Luchs unterst\u00fctzt, die sich mit dem Potenzial von Lebensr\u00e4umen in Th\u00fcringen besch\u00e4ftigte. Diese an von der FSU Jena und der Universit\u00e4t Potsdam betreute Studie von Sophie M\u00fcller (geb. Hoffmann) erbrachte eine klares Ergebnis: Th\u00fcringen hat in seinen wild- und waldreichen Gebieten Platz f\u00fcr mindestens 90 selbstst\u00e4ndige Luchse!<\/p>\n<p>Th\u00fcringen, zwischen den beiden gr\u00f6\u00dften Luchspopulationen im Harz und im Bayerischen Wald, bietet aufgrund seiner wild- und waldreichen Gebirgslagen grunds\u00e4tzlich gute Bedingungen f\u00fcr den Luchs. Die bislang wenigen Nachweise im Freistaat belegen, dass Luchse den Weg nach Th\u00fcringen selbstst\u00e4ndig finden k\u00f6nnen. Selbst aus Polen ist nun eine Luchsin namens Mira (Foto), in das Gebiet der Oberen Saale eingewandert und beim Th\u00fcringer Meer sesshaft geworden. Dagegen ist aktuell unklar, was mit Luchs Aslan im Th\u00fcringer Wald geschehen ist. Ist er noch da? Finden Mira und Aslan vielleicht zueinander? Das sind aktuell nur zwei spannende Fragen von vielen. Und ob die sch\u00f6nen Pinselohren in Th\u00fcringen bleiben, liegt letztlich an verschiedenen Faktoren.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist bislang, dass umherstreifende Luchse in Th\u00fcringen \u2013 au\u00dferhalb des Harzer Einzugsgebietes \u2013 in der Regel keine Artgenossen treffen, um sich mit diesen verpaaren zu k\u00f6nnen. F\u00fcr uns Menschen bedeutet das, dass wir uns konkret Gedanken dar\u00fcber machen m\u00fcssen, wie wir die Lebens- und Wanderungsbedingungen f\u00fcr die Luchse verbessern k\u00f6nnen, damit sie endlich zueinander finden.<\/p>\n<p>Da Luchse, wie auch W\u00f6lfe und andere wandernde gro\u00dfe Wildtiere, sich nicht an Landesgrenzen halten, m\u00fcssen wir l\u00e4nder\u00fcbergreifend planen und handeln. Verbesserter Lebensraumschutz und eine effektive Lebensraumvernetzung sind hierf\u00fcr unter anderem wichtige Voraussetzungen. Es sterben einfach noch zu viele Luchse im Stra\u00dfenverkehr. Aber auch die illegale Jagd auf Luchse und W\u00f6lfe hat offenbar Dimensionen in Deutschland angenommen, die uns zum Handeln zwingen. Der NABU Th\u00fcringen fordert deshalb schon l\u00e4nger die Einrichtung einer zentralen Stabsstelle f\u00fcr Ermittlungen zu Umweltstraftaten. Langfristig ist diese zentrale Ermittlungsstelle eine wichtige Voraussetzung, um gegebenenfalls auch Luchse im Gr\u00fcnen Herzen Deutschlands gezielt auswildern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um Luchse und ihre Lebensr\u00e4ume noch besser zu sch\u00fctzen, hat der NABU Th\u00fcringen aktuell die Aktion LuchsWald gestartet. Pro Jahr werden bis zu drei W\u00e4lder in Th\u00fcringen als LuchsWald ausgezeichnet, die in besonders vorbildlicher Weise f\u00fcr den Waldnatur- und Lebensraumschutz stehen. Waldbesitzer*innen k\u00f6nnen sich um eine symbolische Auszeichnung ihrer W\u00e4lder beim NABU Th\u00fcringen bewerben. Dar\u00fcber hinaus nimmt der NABU Th\u00fcringen Hinweise und Meldungen zum Luchs dankend entgegen.<\/p>\n<p>Hier gehts zur Studie und zu weiteren Informationen rund um das sch\u00f6ne Pinselohr \ud83d\udc47<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/thueringen.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/saeugetiere\/luchs\/index.html\">https:\/\/thueringen.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/saeugetiere\/luchs\/index.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- Begin Yuzo --><div class='yuzo_related_post style-1'  data-version='5.12.74'><!-- without result --><div class='yuzo_clearfixed yuzo__title yuzo__title'><h3>Related Post<\/h3><\/div>\n\t\t\t\t\t\t  <div class=\"relatedthumb \" style=\"width:125px;float:left;overflow:hidden;\">  \n\t\t\t\t\t\t\t  \n\t\t\t\t\t\t\t  <a  href=\"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/2018\/07\/erneuter-luchsnachweis-im-thueringer-wald\/\"  >\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t  <div class=\"yuzo-img-wrap \" style=\"width: 125px;height:90px;\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"yuzo-img\" style=\"background:url('https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2018\/07\/20180702_091312-150x150.jpg') 50% 50% no-repeat;width: 125px;height:90px;margin-bottom: 5px;background-size: cover; \"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t  <\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t  \n\t\t\t\t\t\t\t\t   <span class=\"yuzo__text--title\" style=\"font-size:13px;\">Erneuter Luchsnachweis im Th\u00fcringer Wald !<\/span>\n\t\t\t\t\t\t\t  \n\t\t\t\t\t\t\t  \n\t\t\t\t\t\t\t  <\/a>\n\n\t\t\t\t\t\t  <\/div>\n\t\t\t\t\t\t  <div class=\"relatedthumb \" style=\"width:125px;float:left;overflow:hidden;\">  \n\t\t\t\t\t\t\t  \n\t\t\t\t\t\t\t  <a  href=\"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/2020\/07\/ist-es-aslan-aktuelle-luchsssichtung-bei-ilmenau\/\"  >\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t  <div class=\"yuzo-img-wrap \" style=\"width: 125px;height:90px;\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"yuzo-img\" style=\"background:url('https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2020\/07\/WhatsApp-Image-2020-07-06-at-14.02.37-150x150.jpeg') 50% 50% no-repeat;width: 125px;height:90px;margin-bottom: 5px;background-size: cover; \"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t  <\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t  \n\t\t\t\t\t\t\t\t   <span class=\"yuzo__text--title\" style=\"font-size:13px;\">Ist es ASLAN? 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Allein der Th\u00fcringer Wald bietet, laut der Studie, Platz f\u00fcr bis zu 90 Luchse. Die Fragmentierung der Waldfl\u00e4chen, der Stra\u00dfenverkehr und die fehlende Akzeptanz wirken\u2026","rel":"","context":"In &quot;Luchse in Th\u00fcringen&quot;","img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-content\/uploads\/sites\/11\/2019\/11\/Luchs-in-Th\u00fcringen-Sophie-Hoffmann.png?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200},"classes":[]}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1067"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/73"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1067"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1086,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1067\/revisions\/1086"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1068"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.nabu.de\/thueringen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}