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Reichlich Nachwuchs bei den Senderstörchen

In den meisten Storchennestern in Schleswig-Holstein ist nur wenig Nachwuchs zu sehen. Viele Nester sind ohne Junge. Die lange Trockenperiode im Frühjahr hatte einen Mangel an Regenwürmern zur Folge. So stand den gerade geschlüpften Jungen nur wenig Nahrung zur Verfügung. Unsere Senderstörche hatten dagegen Glück. In Ihren Nestern ist auch 2020 reichlich Nachwuchs zu sehen.

Bei Hans Albert ist am vergangenen Montag (22. Juni) das erste der vier Jungen ausgeflogen. So weit sind die anderen noch nicht, aber immerhin haben sie schon einen Ring der Vogelwarte erhalten. Bei Robert sind vier Junge im Nest und bei Arthur und Gustav jeweils drei.

Arthur mit seinen drei Jungen, die mittlerweile beringt wurden (Foto: M. Pech).

Gustav mit Nachwuchs

Jetzt ist es sicher: Bei Gustav gibt es Nachwuchs. Er hat drei Küken die etwa eine Woch alt sind.

Die Brutsaison

Unsere Senderstörche stecken voll im Brutgeschäft und haben viele Junge zu versorgen.

Als erster Heimkehrer hat Hans Albert die größten Jungen. Es sind vier Junge, die jetzt schon gut 4 Wochen alt sind.

Hans Albert hudert seine Jungen (Foto: F. Zyweck, 24. April)

 

Es regnet und Hans Albert versucht seinen schon recht großen Nachwuchs zu hudern. Dabei macht er ziemliche Verrenkungen (Foto: F. Zyweck).

Bei Arthur und seiner neuen Partnerin ist gestern (24. Mai) das vierte Junge geschlüpft. Auch bei Robert sind 4 Junge im Nest. Gustav hatte auch eine Partnerin gefunden und brüteten. Allerdings wir wissen noch nicht, ob und wie viele Junge geschlüpft sind.

Auch bei Leo wurde fleißig gebrütet und es dürften dort schon Junge geschlüpft sein. Leider ist die Nestmulde so tief, dass man keine Jungen erkennen kann. Die müssen erst größer werden, bevor sie über den Nestrand gucken können.

Leo mit Partnerin am Nest (Foto: M. Kaatz).

Das Max Planck Institut für Verhaltensbiologie hat in den letzten Jahren fast 500 Weißstörche in verschiedenen Regionen besendert. In seinem Vortrag „Was haben wir von 500 besenderten Weißstörchen gelernt?“ fasst Dr. Wolfgang Fiedler die bisherigen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Überblick über den Weißstorchzug und die verschiedenen Faktoren, die einen Einfluss auf die Storchenpopulation haben.  Der Vortrag findet sich hier: https://www.youtube.com/watch?v=MwOQMAGERNw.

 

Elfi ist tot

Nun haben wir Gewissheit was mit Elfi in Bulgarien passiert ist. Elfi ist tot. Ein Mitarbeiter unserer BirdLife Partnerorganisation in Bulgarien hatte gestern den Ort aufgesucht von dem die letzten Ortungen kamen. Nach kurzer Suche fand er die letzten Überreste von Elfi auf einem Weizenacker und konnte den Sender bergen. Die Todesursache konnte allerdings nicht mehr festgestellt werden, so dass wir nur Vermutungen anstellen können. Es ist möglich, dass sie mit der nahe gelegenen Stromleitung kollidiert ist. Jedoch bestätigen die Ortungen nicht, dass sie der Leitung besonders nahe gekommen war. Ein bulgarischer Kollege vermutete dagegen, dass sie einem Räuber, z. B. einem Fuchs, zum Opfer gefallen ist. Wahrscheinlich übernachtete sie am Boden und konnte nachts so vom Räuber überwältigt werden. Ich halte diese Vermutung für schlüssig.

Eier im Nest

Bei Robert und seiner neuen Partnerin liegen seit einigen Tagen 4 Eier im Nest. In gut 30 Tagen werden die Jungen schlüpfen.

Nachwuchs bei Hans Albert

Während die Ostzieher gerade an ihre Nester zurückgekehrt sind, ist bei Hans Albert schon der erste Nachwuchs zu vermelden. Gestern Abend (14. April) schlüpfte bereits das dritte Küken.

Die Partnerin von Hans Albert betreut den ersten Nachwuchs (Foto: F. Zyweck).

Arthur hat eine neue Partnerin

Weißstörche sind ihrem Partner nicht treu, sondern nur ihrem Nest. So ist es völlig normal, dass Arthur nicht auf seine letztjährige Partnerin Elfi wartet, sondern sich mit einer neuen Partnerin zusammentut. Es geht ja darum in diesem Sommer wieder für neuen Nachwuchs zu sorgen. Nun hat Arthur seit Karfreitag (10. April) ein neues Weibchen gefunden. Über sie wissen wir nichts, denn sie trägt keinen Ring.

Arthur am Karfreitag mit neuer Partnerin. Sein Sender ist gut zu erkennen (Foto: Marion Pelch).

Was ist mit Elfi los?

Elfi wird noch immer in Bulgarien geortet. Seit meinem letzten Bericht ist sie leider nicht weitergeflogen. Was ist geschehen? Die Ortungen kommen von einem großen Acker, der sich gut 7,5 Kilometer südlich der Donau befindet. Die Ortungen bewegen sich in einem Umkreis von vielleicht 200 Metern. Das zeigt mir, dass sie offenbar noch lebt. Ist sie verletzt?

Wir versuchen Kontakt zu Kollegen in Bulgarien herzustellen. Vielleicht kann jemand hinfahren und aufklären, was mit Elfi passiert ist. Das ist aber in diesen Zeiten nicht einfach.

Vorgestern (13. April) gab es plötzlich Bewegung in den Ortungen. Da muss Elfi gut 8,5 Kilometer weit nach Osten geflogen sein, um dann kurze Zeit später wieder auf einem Nachbaracker zu landen.

Leo ist auch zurück

Auch Leo hat es geschafft. Er ist an seinem Nest in Bindfelde bei Stendal am Karfreitag (10. April) eingetroffen.

Nachdem Leo am 7. April die Karpaten überquert hatte und Polen erreichte ging seine Reise Richtung Nordwesten weiter. Zwei Tage später erreichte er Deutschland südlich von Cottbus. Die Nacht auf Karfreitag verbrachte er bei Calau, westlich des Spreewaldes. Für die letzten 160 Kilometer bis nach Stendal brauchte er dann noch einmal gut 5,5 Stunden.

Arthur ist angekommen

Das ging dann ganz schnell! Arthur ist heute in der Frühe auf seinem Nest in Looft angekommen.