Gut durch die Sommerhitze – ohne Klimaanlage

Gut durch die Sommerhitze – ohne Klimaanlage

Wenn das Thermometer in den Sommermonaten Zahlen jenseits der 25-Grad-Marke zeigt,  dann macht die Hitze auch mir oft  zu schaffen. Einerseits freue ich mich über Sonne und Wärme, aber jedes Jahr gibt es auch Tage, an denen es mir viel zu heiß ist. Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, in den heißen Monaten für Abkühlung zu sorgen und das Zuhause kühl zu halten. Grundregel Nummer eins: die Wärme raushalten! Doch wie?

In der Hoffnung auf eine kühle Brise neigen wir bei Hitze dazu, die Fenster aufzureißen. Doch so gelangt nur noch mehr warme Luft in die Häuser. Der richtige Zeitpunkt zur Lüftung ist entscheidend: Ich öffne direkt nach dem Aufstehen die Fenster und lüfte gut durch, denn morgens ist die Luft noch kühl. Hier ist Querlüftung – also Durchzug – angesagt!

Wenn es draußen ein bisschen windig ist, hilft auch ein nasses Bettlaken im oder in der Nähe der Fenster. Bei der Verdunstung kühlt die Luft ab und der Wind trägt die kühle Luft ins Zimmer. Ist es draußen wärmer als drinnen, lasse ich die Fenster besser ganz zu. Nach dem Lüften sollten die Fenster vollständig geschlossen und die Räume abgedunkelt werden. Am besten funktioniert das mit außenliegenden Rollläden, Fensterläden oder Markisen. Wenn diese nicht installiert werden können, muss von Innen verdunkelt werden – beispielsweise durch Rollos, Plissees oder Vorhänge.

Dabei gilt: Je heller der Stoff und je näher sich dieser an der Fensterscheibe befindet, desto weniger Wärme gelangt in den Raum. Sehr effektiv – und naturfreundlich – sind auch Fassadenbegrünungen. Im Sommer bieten sie nicht nur Schatten. Sie sorgen auch für bessere Luftqualität und Luftfeuchtigkeit. Und sie bieten Insekten und Vögeln einen Unterschlupf.

Auf stromfressende Geräte wie Klimaanlagen verzichte ich ganz. Sie verbrauchen Unmengen an Energie und heizen somit die Klimakrise weiter an. In Zukunft wird in Deutschland der Energiebedarf fürs Kühlen den Energiebedarf fürs Heizen übersteigen. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte unbedingt darauf achten, die Klimaanlagen nicht zu kalt einzustellen. Sie müssen zudem regelmäßig und fachgerecht gewartet werden. Sonst können sie beispielsweise durch Schimmelpilze sogar zur Gesundheitsgefahr werden.

Ebenso wichtig ist es aber auch, Wärmequellen im Haus zu reduzieren. Die Vielzahl an Ladegeräten, die wir mittlerweile zuhause haben, produziert nicht nur Wärme, sondern verbraucht auch Strom. In einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt machen unnötige Kosten durch Standby im Schnitt etwa 10 bis 20 Prozent des Stromverbrauchs und damit auch der Stromrechnung aus. Die Standby-Leistung liegt in Summe bei durchschnittlich etwa 45 Watt. Durch vollständigen Verzicht können wir im Jahr bis zu 400 Kilowattstunden (kWh) und damit auch über 200 Kilogramm CO2-Emissionen pro Durchschnittshaushalt einsparen.

Auch im Haus können wir natürliche Klimaanlagen nutzen. Zimmerpflanzen wie Birkenfeige, Gummibaum und Zimmerpalme produzieren nicht nur saubere Luft, sondern senken durch Verdunstung auch die Innentemperatur ein wenig ab. In der größten Not sorgt ein Ventilator wenigstens für etwas bewegte Luft und damit auch für Abkühlung.

Wer einen Garten oder Balkon hat, kann hier eine natürliche Klimaanlage schaffen. Aber bitte nicht mit Schotter und Beton – diese Flächen heizen sich im Sommer schnell auf, speichern Hitze und strahlen sie wieder ab. Viel besser und schöner sind grüne Inseln und Pflanzen, die für Abkühlung sorgen. Die Bepflanzung sollte möglichst abwechslungsreich sein. Besonders insektenfreundlich sind heimische Wildblumen, die ausreichend Nektar und Pollen bieten. Sinnvoll ist es auch, größere Pflanzen so zu platzieren, dass sie im Sommer Schatten spenden und Fenster und Fassade vor dem Sonnenlicht schützen.

Wusstest du übrigens, dass man bei Sommerhitze mehr schwitzt, wenn man einen vollen Magen hat? Das liegt daran, dass die für die Verdauung benötigte Energie Wärme produziert. Fettige Speisen sollten bei Sommerhitze deshalb eher vermieden werden. Auch für Umwelt und Gesundheit ist leichte Kost am besten. Dazu gehören bei Hitze vor allem wasserreiche saisonale Obst- und Gemüsesorten wie Beeren und Melonen, Gurken und Tomaten.

Wer diese Tipps beherzigt, behält auch bei der nächsten Hitzewelle einen kühlen Kopf.

Mehr Infos:

Wie auch eine gute Wärmedämmung vor Sommerhitze schützt, erklären wir hier.

Und welche Hitzestrategien Tiere haben, haben wir hier zusammengestellt.

Dieser Tipp ist als Gastbeitrag des NABU auf dem IKEA-Unternehmensblog erschienen. Seit Januar 2020 veröffentlichen wir jeden Monat einen Tipp für ein nachhaltigeres Leben. Der NABU und IKEA sind seit 2011 Kooperationspartner. Die Illustrationen stammen von der Grafikerin Jule Roschlau.

Tina Mieritz

Tina Mieritz

Referentin für Energiepolitik und Klimaschutz
Tina Mieritz

1 Kommentar

Wolfgang Nießen

31.07.2020, 12:06

Danke für die Tipps, die werde ich gerade jetzt gut gebrauchen können. Viele liebe Grüße Wolfgang

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