Posts in Woche 4

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Birnen zum Abschied

Zu Besuch bei den Ribbecks im Havelland, das stand heute auf unserem Programm. Im beschaulichen Ribbeck ein Birnbaum neben der Kirche stand. Und wir nebendran. An unserem letzten Tag haben wir noch einmal neue Eindrücke aus dem Havelland gewonnen.

Ein kleiner Abstecher ins Grüne führte uns vorbei an alten Gutshäusern mit Storchengeklapper und Obstwiesen, die leider nicht so gut in Schuss waren. Einen Barfußpfad später kehrten wir bei Frau Wäsche ins alte Waschhaus ein. Mittlerweile ein Cafe, in der keine schmutzige Wäsche mehr gewaschen wird (höchstens in der Küche), sondern es die besten und größten Birnentortenstücke im Havelland gibt. Als wäre es das schon gewesen, nein, dort gibt es auch Birnenbrot, Birnensenf, Birnenketchup, Birnengelee, Birnenlikör- und Schnaps, Birnen-Kartoffel-Suppe und sogar Birnensalami. Und zwei zauberhafte Damen, die die Besucher köstlich unterhalten. Wer einmal im Cafe sitzt, kommt fast nicht wieder weg, soviel gibt es zu quatschen. Wissen Sie, was eine Pissnelke ist? Alles schmeckte so lecker, dass wir nicht drum rum kamen, ein paar Mitbringsel einzupacken.

Morgen heißt es dann schon Abschied nehmen vom Floß, und bevor es jetzt ins Bett geht, müssen wir als Team noch etwas Abschied nehmen. Also macht es gut! Ahoi!

  • Heißes Feuer in zweierlei Variation
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Zweimal heißes Feuer

Heute war ein ereignisreicher und heißer Tag in doppelter Hinsicht. Nicht nur draußen war es warm, sondern auch uns wurde eingeheizt: Wir durften uns als Schmiede betätigen.

Früh am morgen hat uns Frank Odebrecht am Hafen abgeholt. Er betreibt eine Schmiedewerkstatt in Henningsdorf, ist sehr naturverbunden und an der Havel aufgewachsen. Daher bedeutet ihm der Fluss auch alles. Als Kind ist er fast täglich auf der Havel gepaddelt. Seine Tochter hat er schon mit drei Monaten mit auf die Havel genommen. Sie ist selig eingeschlummert. Als Schmied schafft er nachhaltige Arbeiten, das ist ihm wichtig, seine Werkstatt betreibt er als Ausgleich mit Solarstrom. Zur Arbeit fährt er meistens mit dem Fahrrad; er besitzt 17 davon. Zu einem Spaziergang an der Havel holt er uns aber mit seinem Lastenrad ab. Das Ziel ist seine Werkstatt. Während des Laufs erfuhren wir unter anderem einige Geschichten über die Havel während DDR-Zeiten.

An der Werkstatt angekommen, erwartete uns ein erstes Highlight: unser Mittagessen bereitete Frank in einem Lehmklumpen zu. Dazu musste nur das mitgebrachte Rindfleisch in Wirsingblätter gehüllt werden, dann wurde es mit einer Lehmschicht ummantelt. Auf den Lehm kam dann eine Ladung Holzkohle und nach zwei Stunden und ordentlich Hitze war das Fleisch tatsächlich durchgebraten und sehr köstlich! In einem gusseisernen Topf, auf den ebenfalls Holzkohle kam, haben wir gleichzeitig noch Wirsing gekocht. Unser erstes Mal Kochen ohne Strom oder Gas. Dazu gab es geräucherten Knoblauch von Detlef Werner, den wir auf dem Weg getroffen haben. Er räuchert den Knoblauch nach einem selbst entwickelten Spezialrezept. Da er früher viel Wassersport betrieben hat, ist auch er eng mit der Havel verbunden.

Während der Kochzeit war uns auf keinen Fall langweilig, denn es folgte die nächste Premiere. Frank Odebrecht zeigte uns, wie man schmiedet, und der Hauptteil von unserer Vierer-Truppe hat es sogar geschafft, einen Eisenhaken herzustellen. Schwitzen in der Sonne und Schwitzen am Schmiedeofen – so ging ein weiterer toller Tag an der Havel zu Ende.

Von Blog zu Blog

Wie die beiden Romanfiguren von Mark Twain fahren auch wir stromabwärts und hoffen auf eine bessere Zukunft – für die Havel. Das hat Michaela Seide, Redakteurin bei Mein schönes Land -bloggt schön zusammengefasst. Warum der Fluss ein wenig Unterstützung braucht, wie die Aktion zustande kam und welche Überraschungen so eine Floßtour bereithält, könnt ihr jetzt im Interview mit Jasmin aus Team 2 auf dem Blog des Magazins Mein schönes Land nachlesen. Viel Spaß dabei!

  • Wieder an der Havel
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Wieder auf der Havel

Heute ging es von Oranienburg auf die Havel. Und schon veränderte sich das Bild: Industrie am Wasser und viel befahrene Wasserstraße, aber trotzdem zahlreiche Graureiher und Tafelenten.

Bei 30 Grad ging es auf den Nieder-Neuendorfer See, wo wir mehrmals versuchten anzulegen, jedoch von unfreundlichen Brandenburgern immer wieder verscheucht wurden, da es sich um Privatgrundstücke handele. So konnten wir leider keinen Abstecher in die Stolper Heide machen.

Von der Hitze ermattet haben wir dann bei Henningsdorf an einem Hafen angelegt. Dort musste bei den Damen dringend ein Grundbedürfnis gestillt werden: duschen. Die Männer haben von dort dann noch zu Fuß einen Abstecher in die Stolper Heide gemacht und sich dann mit einem Bad in der Havel abgekühlt.

Leider war die erste Dusche kalt, was ein Hafenanlieger mit „Is doch trotzdem jut jeworden“ kommentierte. Wenn das Wetter so weiter macht, brauchen wir zum Schlafen keine Schlafsäcke mehr an Bord. Gute Nacht, heute mit Froschgequake.

  • Im Gartenparadies Eden
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Im Gartenparadies Eden

Heute haben wir die größte Tour schon hinter uns und sind wieder in Oranienburg gelandet. Das ist aber auch völlig in Ordnung, denn wir haben die „Big Three“ in Brandenburg schon getroffen. Auf unserer Tour sind uns Seeadler, der Kranich und heute morgen dann endlich der Biber begegnet.

Am Nachmittag sind wir pünktlich zu unserem Termin aufgebrochen. In der Gemeinnützigen Obstbau-Siedlung Eden haben wir Geschäftsführer Marco Fredersdorf und Vorstandsmitglied Rainer Gödde zum Interview getroffen. Unsere anfänglichen Vorstellungen von einer Obstbaugenossenschaft wurden schnell revidiert. Eden hat mittlerweile eine Fläche von 120 Hektar und 1500 Einwohner. Die Siedlung besteht aus 461 Grundstücken und die müssen verwaltet werden. Dazu gibt es unter anderem einen eigenen Kindergarten und eine Grundschule in Eden. Bei unserer Ankunft in der Siedlung fiel uns sofort der Kindergarten ins Auge, denn er hat ein wunderschönes begrüntes Dach. Später erfahren wir, dass der Kindergarten die größte freitragende Lehmkuppel aus ungebrannten Lehmziegeln der Neuzeit in Europa hat.

Richtig interessant ist allerdings die Geschichte von Eden. 18 Berliner gründeten 1893 die „Vegetarische Obstbaukolonie Eden“. Ihre Vision war eine Gemeinschaft von Vegetariern, die sich ausschließlich von dem eigenen angebauten Gemüse ernährt. Selbst Rauchen und Alkohol war verboten bzw. verpönt. Doch nach kurzer Zeit wurde klar, dass die Städter mit der Landbewirtschaftung nicht hinterher kamen. Um weitere Siedler anzulocken wurde das „vegetarisch“ aus der Satzung gestrichen. So entstand nach und nach eine Siedlungsgemeinschaft, die zusammen arbeitete und Feste feierte. Der Name Eden wird zudem eine Marke, verkauft wird Marmelade, Saft, Obst und Gemüse in Gläsern und Margarine. Friedrich Landmann entwickelte die erste reine pflanzliche Margarine, die unter dem Begriff „Eden-Reformbutter“ auf den Markt kam. Für Städter wurde Erholungsurlaub angeboten.

Heute bauen nicht mehr alle Bewohner der Eden-Siedlung ihr eigenes Gemüse an. Geblieben ist nur die gemeinnützige Genossenschaft. Trotzdem gelten Bestimmungen, die dafür sorgen, dass der Gartenanteil erhalten bleibt. Ein großer Ausstellungsbereich führt durch die Eden-Geschichte und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Rainer Gödde wurde in der Siedlung geboren, wohnte dann in der Stadt, seit den 90er Jahren aber wieder in der Siedlung und konnte uns als „Urgestein“ von vielen spannenden Anekdoten berichten. Der Gedanke, der die Siedler immer noch zusammenhält ist auf jeden Fall der Wunsch im Grünen zu wohnen, weg von der Großstadt.

  • Hitze im Naturschutzgebiet
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Hitze im Naturschutzgebiet

Von unserem kurzen Schwenk in die Zivilisation in Neuruppin führte uns bei sommerlichen Temperaturen der Wasserweg über den Ruppiner See, den Bützsee und den Kremmener Rhin wieder nach Osten Richtung Havel. Das Gebiet um das Kremmener Luch ist eine noch weitestgehend intakte Niederung, die uns wieder mit vielen tollen Landschaftseindrücken und einer reichen Vogelwelt beeindruckt hat. Am alten Rhin, auf dem wir unser Floß einige Kilometer nach Süden manövrierten, liegt das Linumer Teichgebiet, eines der größten Kranichrastgebiete. Über 100.000 der anmutigen Vögel versammelten sich hier jeden Abend im Herbst des vergangenen Jahres. Nicht nur deswegen wurden einzelne Bereiche zum Naturschutzgebiet erklärt.

Auenwaldreste und extensiv genutzte Feuchtwiesen prägen die Landschaft, die vor den umfangreichen Entwässerungen der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts noch ein großes zusammenhängendes Moorgebiet bildete. Die Bezeichnung „Luch“ weist darauf hin. Uns begegneten Wiesen mit Kuckuckslichtnelken- und Hahnenfußteppichen an den Ufern, die zusammen mit den Seen und ihren Verlandungszonen für viele Arten Rückzugsorte bilden, die sie anderswo nicht mehr vorfinden. Der Erhalt der Kulturlandschaft ist daher wichtig. Trotzdem dürfen die Fehler der einseitigen Urbanmachung von Land nicht wiederholt werden. Die heute für den Bootsverkehr ausgebauten Flüsse wie Rhin und Havel sowie die künstlichen Kanäle fügen sich ein und lassen den Menschen die tolle Natur erleben. Wir haben einige Bewohner der Region getroffen, auch ein paar interessierte Besucher aus Berlin. Die Wertschätzung der Natur zeigt sich durchaus unterschiedlich, aber sie drängt sich einem unweigerlich auf.

Bevor wir uns morgen wieder in Oranienburg einfinden, machen wir fest am Rande des Naturschutzgebiets Kremmener See und freuen uns über Fledermäuse und eine vorbeifliegende Rohrdommel, weniger über die Mücken. Gute Nacht und bis morgen.

Mittags in Neuruppin

Unser Abstecher nach Westen bei Oranienburg hat sein Ziel erreicht. Wir sind am Stadthafen der Fontanestadt Neuruppin.blog_IMG_3976 Dort kaufen wir ein, entsorgen Müll und genießen für einen kurzen Moment die Sonne und die beschauliche Silhouette der Stadt. Fontanes Schilderungen über die Mark mit ihren Seen und Dörfern können wir nur bestätigen. Es ist schön hier!

  • In Drosselbarts Reich
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In Drosselbarts Reich

Das Erwachen am heutigen Morgen war eher ernüchternd: Der Himmel war abermals grau. Dabei wurde uns allen doch vorher gesagt, dass wir von Sonnenschein und 25°C verwöhnt werden würden. Nach einem starken Kaffee (oder zwei) war der kleine Frust aber schon wieder vorbei und wir waren gespannt auf unsere lange Tour, die uns für zwei Tage abseits der Havel bis zum Ruppiner See führen würde.

Die erste Überraschung war ein lustiger Trupp Brandenburger Urgesteine, die uns trotz eines Munitionsbergungsauftrags mit einem Wink haben passieren lassen. Drei Schleusengänge sollten folgen, die wir mal perfekt abpassten, mal knapp verpassten und so eine Zwangspause einlegen mussten. Dabei konnten wir unsere Aufmerksamkeit aber auf die vielen Vögel lenken, die uns überall umgaben. Die Artenzahl unserer Tagesliste von heute summierte sich sage und schreibe auf 58. Besonders schön waren die Eisvogelbeobachtungen, die uns die „Fliegenden Edelsteine“ viermal bescherten, sowie die Flussseeschwalben, Kraniche und eine kurze brummende Rohrdommel. Nirgendwo wegzudenken war der Drosselrohrsänger. Gefühlt von jedem fünften Schilfhalm krakelte der fast starengroße unscheinbare Vogel aus zum Bart gesträubter Kehle.

Abgelenkt von vielen tollen Landschaftseindrücken, wie dem Naturschutzgebiet Kremmener See oder den weiten Wiesen des Kremmener Luchs, merkten wir erst langsam, dass die Sonne nun tatsächlich da war. Am Ruppiner See angekommen, fanden wir direkt neben unserem Steg zum Nächtigen noch eine nette Gelegenheit etwas zu essen und wurden eingelullt von einem rotstichigen Sonnenuntergang.

  • Willkommen in Oranienburg
  • Willkommen in Oranienburg
  • Willkommen in Oranienburg

Willkommen in Oranienburg

Ahoj! Die neuen Flusspiraten melden sich zum Dienst: In dieser Woche lest Ihr die Erlebnisse von uns: Claudia, Wolfgang, Eric und Nicole.

Guten Morgen allerseits! Heute ist schon Montag, das heißt unsere erste Nacht auf dem Floß haben wir hinter uns und wir haben alle gut geschlafen. Es war sogar warm und gemütlich an Bord.
Am Sonntag wurden wir von Team 3 herzlich willkommen geheißen und nach einem reichlichen Mittagessen haben wir uns auf dem Floß eingerichtet. Wo ist was, wie funktioniert die Technik, wie die Toilette, und um Himmels Willen, wie kommen wir durch eine Schleuse? Floßbauer Martin Richter erklärte uns geduldig alle Sicherheitsvorgaben und übte sogar netterweise einmal das Ab- und Anlegen mit uns.

Da es uns in den Fingern juckte, wollten wir sofort in See stechen und haben uns spätnachmittags ab dem MSC Möwe auf den Weg gemacht. Über Borgsdorf sind wir in den Oranienburger Kanal gefahren – für eine künstliche Wasserstraße mit einer erstaunlich schönen Flusslandschaft aus Bruchwäldern und Feuchtwiesen.  Nach einiger Zeit und gemütlichem Dahinschippern erwartete uns schon die erste Herausforderung: unsere erste Schleuse. Das Anlegen war kein Problem, allerdings wies uns ein Schild darauf hin, dass eigentlich schon Feierabend an der Schleuse war. Frech machten wir uns mit der Hupe bemerkbar, es waren ja schließlich erst zwei Minuten über der Schließungszeit… Wir hatten Glück, denn der Schleusenwart bemerkte uns noch und ließ uns netterweise passieren. Verärgert war er trotzdem, denn er hatte ja schon längst Feierabend. Während der Wartezeit wies er uns darauf hin, dass wir nicht vor der Schleuse hätten nächtigen dürfen. Wir hatten also Glück, dass er uns noch durchließ. Wie sich herausstellte, standen in unserer Karte falsche Öffnungszeiten und sogar eine falsche Telefonnummer. Das lustige daran: das Kartenmaterial ist von 2013. Da wurde offensichtlich nichts aktualisiert. Der Schleusenvorgang verlief reibungslos und somit feierten wir unser erstes Erfolgserlebnis.

Kurze Zeit später fanden wir eine geeignete Anlegestelle nur für uns mit Landgang und ließen uns bei einem gemütlichen Feuer unsere restlichen Kartoffeln schmecken. Nebenbei lauschten wir den Fledermäusen, die wir über den Bat-Detektor hören konnten und zwei Nachtigallen, die über den Kanal hinweg ihre Gesangeskraft miteinander maßen. Ein gelungener Ausklang für einen tollen ersten Nachmittag an Bord.

 

Oranienburg – 3. Mannschaftswechsel

Der Himmel ist zwar grau, aber kann unserer Laune nichts anhaben, denn heute beginnt unsere Tourenwoche. Noch ein letztes Foto mit Team 3 vor der Beschützerin der Seeleute und auf gehts!