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Vom Wasser auf die Schiene

Für eine Rohrdommel hat Jeanette Lehmann schon einmal eine Vollbremsung gemacht. Die ausgebildete Museumspädagogin arbeitet seit sechs Jahren im Ziegeleipark Mildenberg und fährt die Lorenbahn für die Besucher bei Wind und Wetter. Auch bei uns war es recht zugig auf den Sitzen, aber der Blick auf die vorbeirauschende Tonstichlandschaft hat alles wieder gut gemacht.

Ende des 19 Jahrhunderts machten Funde ergiebiger Tonvorkommen die Region zu einem der größten Ziegelreviere Europas. Mittlerweile stellen die Zehdenicker-Mildenberger Tonstiche einen wichtigen Teil der Naturräume des Havelverbundes dar und sind in weiten Teilen als Vogelschutzgebiet (SPA) ausgewiesen. Binnengewässer mit angrenzenden feuchten Hochstaudenfluren, Moore, Sümpfe, feuchtes Grünland und Laubwälder sowie vereinzelte Heiden beheimaten zahlreiche Vogelarten. Außerdem rasten Kraniche im Frühjahr und Herbst in dem Gebiet. Jeanette Lehmann führt uns nah an die ehemaligen Tonstiche heran. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Natur hier ihr Gebiet zurückerobert“, sagt sie. Vor zwei Jahren habe sie zum ersten Mal einen Wiedehopf gehört und sie habe auch gesehen, dass Eisvögel in den alten verschlossenen Ziegeleiöfen nun ihre Höhlen bauen.

Berauscht von der ruckeligen Fahrt zieht es uns nun aber auch wieder auf unser Wassergefährt. Unser Nachtlager schlagen wir heute auf dem Prerauer Stich auf.

  • Helmut Scholz
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Am runden Tisch

Nicht nur neue Teammitglieder haben es heute zu uns aufs Floß geschafft, sogar ein Politiker hat uns beehrt – schließlich ist ja Wahlkampf. In der Woche vom 22. bis zum 25. Mai findet die Wahl zum Europäischen Parlament statt und Helmut Scholz (60) hat als Kandidat für DIE LINKE bis dahin noch alle Hände voll zu tun. Trotz vollen Terminkalenders ließ er es sich nicht nehmen, unser Floß in Mildenberg besuchen zu kommen. Denn als langjähriges NABU-Mitglied und Naturliebhaber unterstützt er gerne mit einer Geste unsere Aktion zu Natura 2000.

Danach wurde es am Tisch auch schnell politisch. Neben Fragen zu aktuellen Herausforderungen an die EU und die Bedeutung des Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) löcherten wir ihn auch mit Fragen wie, ob die EU einen Staubsauger normieren sollte, um Energie zu sparen und wie wichtig er die Bedeutung von Verbänden wie dem NABU auch auf europaweiter Ebene einschätze. Scholz machte dabei eines deutlich: Gesellschaftlicher Druck durch Organisationen wie die Naturschutzverbände sei unglaublich wichtig, um Politiker aufzurütteln und Bewegung in einen politischen Entscheidungsprozess zu bringen. Diese Einschätzung freut und bestärkt uns – und so gehen wir vom runden Tisch rüber zu den Schienen der Lorenbahn.

Staffelübergabe

Im sicheren (Alten) Hafen des Ziegelparks in Mildenberg haben wir heute die männlichen Kapitäne ausgetauscht. Das Kommunikationsteam Daniel und Manuel salutierte vor den Neuankömmlingen und hieß sie herzlich willkommen. Mit Stefan und Julian haben wir jetzt geballtes Wissen zu Waldschutz und Umweltinformationen an Bord. Dazu teilen die beiden eine Leidenschaft – das Angeln. Wir hoffen nun auf frischen Fisch und sagen: Petri Heil!

Hoppe auf der Havel

Ich habe auf meinen Reisen die Kraft der Natur erlebt, und zwar nicht als Bedrohung, sondern als Faszination!

Mit diesen Worten begründet Andreas Hoppe, TV- und Film-Schauspieler, sein Interesse und Engagement für den Naturschutz. „Wir haben diese Natur – das muss man ja mal so sagen – geschenkt bekommen, was keiner sich so klar macht.“, so Hoppe weiter. Oft werde sie nun aber immer weiter zurückgedrängt, obwohl man unglaublich viel Freude und Kraft aus ihr ziehen könne. „Es gibt auf der Welt nur noch wenige Gebiete, wo es unberührte Natur gibt. Und ich würde mich dafür sehr stark machen wollen, dass man da Acht drauf gibt. Eine Welt ohne wilde Tiere, wird auch für den Menschen irgendwann nicht gesund.“

  • Tatort Zehdenick
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Tatort Zehdenick

Vor den Elementen gut geschützt erwachten wir am Morgen des dritten Tages im Yoga-Studio von Beate Schneider. Der Tag begann um 7:30 Uhr mit einem Yoga-Sonnengruß unter Buddahs gütigen Augen. Tiefenentspannt bestiegen wir die „Große Bärin“. Die steife Ostbriese des Vortages hatte sich etwas beruhigt und wehte uns mit bisher unbekannter Geschwindigkeit über den Wentow See Richtung Marienthaler Schleuse. Kurz vor der Schleuse war auch das letzte Frühstücksei verdrückt, so dass wir in mittlerweile routinierter Eleganz schleusten, und pünktlich zum Ortstermin mit Andreas Hoppe, Tatort-Kommissar und NABU-Wolfsbotschafter, und mit unserem Bundesgeschäftsführer Leif Miller erscheinen konnten. Mit geballter Prominenz an Bord schipperten wir durch die geschichtsträchtige Tonstichlandschaft, die sich uns eingerahmt von Ziegelbrennereien präsentierte. Der Ort, aus dem sich einst das Wachstum europäischer Städte in Form von Milliarden von Ziegelsteinen speiste, präsentierte sich uns als idyllisches Habitat von Seeadler, Habicht, Mäusebussard, Nachtigall, Wacholderdrossel, Drosselrohrsänger und Rotmilan. Tour-Highlight des Tages war die Wolfs-Lesung von Andreas Hoppe mit anschließendem Gespräch am Ufer des Havelschlosses Zehdenick.

  • Andreas Hoppe

Andreas Hoppe auf Wolfsspurensuche

Heute kommt uns der Tatort-Schauspieler Andreas Hoppe besuchen. In seiner Rolle als NABU-Wolfsbotschafter wird er im Havelschloss Zehdenick Wolfsgeschichten vorlesen und Autogramme geben. Der Eintritt ist frei. Kommt alle vorbei und lernt etwas über die Rückkehr dieser faszinierenden Tiere. Wir freuen uns auf Euch!

  • Stürmische See
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Stürmische See und ayurvedische Ausgeglichenheit

Nach unserer gestrigen Ankunft in Kannenburg samt stürmischer Begrüßung – nicht nur durch Team 2 – machten wir uns abends noch zur ersten Fahrt über den großen Kuhwallsee auf. Der Wind war gnädigerweise verzogen und das Havelberry-Finn-Floß glitt mühelos über das fast spiegelglatte Wasser. Kraniche flogen über unsere Köpfe, ein Fischadler zog seine Kreise und ein Höckerschwan verfolgte unsere zaghaften Anlegeversuche.

Nachdem die „Große Bärin“ sicher vertäut am Ufer lag, das erste Abendmahl verzehrt war und die Feuerschale die kühle Nacht vergessen machte, vernahmen wir die Nagegeräusche eines Bibers, der ganz in der Nähe von uns seine Nachtschicht begann. Im kaum spürbaren Rhythmus des Kuhwallsees glitten wir schließlich in den Schlaf und träumten von den Abenteuern, die in der kommenden Woche auf uns warten würden.

Heute morgen dann wieder Regen, Wind und Wellen. Das Wetter stellte uns auf unsere erste Probe. Für eine Stunde Yoga und Ayurveda am See machten wir uns auf den Weg nach Ringsleben zum Wentowsee. Und brauchten für die etwa 19 Kilometer fast sieben Stunden Fahrtzeit (Gegenwind!). Leicht durchgefroren und froh, wieder festen Boden unter unseren Füßen zu haben, nahmen wir die Einladung von Beate und Isuru zum ayurvedischen Festessen samt frischen und wohltuend warmen Kräutertee gerne an. Die Yogastunde haben wir nun auf morgen früh verschoben. Neuer Tag, neues Glück!

Vögel online melden

Die Kinder hatten bei unserer großen Vogelzählaktion an den Templiner Kanalwiesen besonders viel Spaß! Hier könnt ihr euch nun auch das Video dazu ansehen. Darin erklärt Stephanie vom zweiten Floßteam, worum es bei der Stunde der Gartenvögel geht. Falls ihr eure Ergebnisse vom Wochenende noch nicht durchgegeben habt, könnt ihr das hier nachholen!