Posts in Woche 2

  • Abschied
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Ende im Gelände

Wir sagen gute Nacht vom Großen Lankensee, wo wir unseren letzten Abend verbringen. Sogar der Seeadler hat sich zum Schlafen dazugesellt. Wir gehen morgen zwar nur widerwillig von Bord, aber wünschen dem nachfolgenden Team, dass es genauso erinnerungswürdige Momente mitnimmt wie wir es tun. Tschüss und Ahoi!

  • Stunde der Gartenvögel
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Stunde der Gartenvögel

Habt ihr schon gezählt? Wir waren heute morgen schon eifrig bei der Sache und haben an den Templiner Kanalwiesen allerhand Vögel beobachtet und dokumentiert. Den Eichelhäher könnt ihr zum Beispiel auch in eurem heimischen Garten oder Park sehen. Bis zum 19. Mai könnt ihr eure Ergebnisse noch dem NABU melden!

  • Biber
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Biber in Sicht

Heute morgen beim Zähne putzen staunten wir nicht schlecht: Ein brauner Koloss rutschte direkt vor unseren Augen ins Wasser und schwamm gemütlich davon. Endlich haben wir den Meisterarchitekten höchstpersönlich gesehen!

  • Donnerwetter, Templin!
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Donnerwetter, Templin!

Die Wasserstadt Templin hat nicht nur unsere Kanzlerin hervorgebracht, sondern auch andere Persönlichkeiten wie die charmante Restaurantbesitzerin Elena Baumgärtner gelockt. Die gebürtige Kasachin hat lange in Stuttgart gelebt bis es die naturliebende 49-Jährige und ihre Familie vor sieben Jahren in die Schorfheide zog. Hier sei man dem Ursprung einfach näher, sagt sie. Die Sehnsucht nach dem Süden sei aber geblieben und so erfüllte sie sich ihren Traum und eröffnete in Templin ein französisch angehauchtes Restaurant – die Cafe-Flammerie Templino. Vor drei Jahren holte sie das damals noch nicht restaurierte Fachwerk aus dem Dornröschenschlaf und bietet nun neben elsässischen Spezialitäten auch den besten Mohnkuchen weit und breit an. Gestärkt und verzaubert von dieser Begegnung wurden wir auch schon vom Platzregen überrascht. Was dann folgte war ein besonderes Naturschauspiel: Zuerst konnten wir  sicher unter einer Brücke untergebracht unser erstes Gewitter auf dem Wasser erleben. Als sich die Wolken verzogen hatten, zeigte sich der Drosselrohrsänger im Schilf und unser Floß glitt in den letzten Strahlen der Abendsonne unserem Nachtlager entgegen. Wer uns morgen früh zur Stunde der Gartenvögel begleitet, kann unsere Große Bärin von der Ziegeleibrücke aus sehen!

Vögel zählen an den Templiner Kanalwiesen

Unmittelbar in der Nähe der Stadt Templin fahren wir mit unserem Floß an einer wahren Naturperle entlang: Die Templiner Kanalwiesen sind eine Feuchtwiesenlandschaft mit Quellen, Streuobstwiesen und Erlen-Eschen-Wäldern. Das Natura-2000-Gebiet wird vom NABU Regionalverband Templin betreut, worunter sowohl Pflegemaßnahmen, Monitoring, als auch Umweltbildung gehören.

Morgen werden wir hier anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Stunde der Gartenvögel zusammen mit dem NABU Templin und allen Interessierten gemeinsam Vögel zählen. Treffpunkt ist morgen jeweils um 7 Uhr und um 11 Uhr an der Ziegeleibrücke in Templin. Ferngläser haben wir an Bord. Also, kommt alle vorbei!

 

  • El Dorado
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El Dorado

Die See wird langsam stürmischer auf dem Röddelinsee, aber eines ist jetzt sicher: Das Floßdach ist dicht! Als Nachtliegeplatz hatten wir die Wahl zwischen Big Brother und Wildem Westen – wir haben uns für El Dorado entschieden. Spektakuläre Naturbeobachtungen gab es hier gratis. Sogar ein Fischadler mit Beute und eine Rohrweihe sind uns vor die Linse geflogen!

  • Kannenburg
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Handarbeit in Kannenburg

Unser Weg in die Templiner Gewässer führt uns gleich durch drei Schleusen – eine sogar mit Nest in der Spundwand – die wir bereits wie gestandene Seefahrer meistern. Die letzte Schleuse in Kannenburg ist noch handbetrieben und ist nach längerer Wartungsarbeit nun seit Anfang der Woche wieder geöffnet – zum Glück für unsere Tourenplanung, denn die vielen Seen des Uckermärkischen Naturparks bergen wahre Schätze.

Schleusenwart Volker Milz (45) nahm sich während des Kurbelns dann auch kurz Zeit für einen Plausch. Der gebürtige Zehdenicker arbeitet seit 17 Jahren an der Kannenburger Schleuse und erzählt, dass er mittlerweile 8000 bis 10.000 Boote im Jahr sicher auf die andere Seite bringt. Früher als der Abreißer noch nicht da war und nur ein Seil die Boote schützte, seien zwar auch mal einige über Bord gegangen, aber die habe er auch immer wieder aus dem Wasser fischen können. Das mache einen guten Schleusenwart auch aus, dass er die Situation überblicken, die Boote gut packen und Hilfestellung leisten kann.

Als wir zur zweiten Kurbel gelangen, springt ihm plötzlich ein guter Freund zur Seite: Dirk Berlin arbeitet in dem anliegenden Tinkerhof, der seit mehreren hundert Jahren im Familienbesitz ist. Aus dem geplanten kleinen Imbiss ist ein rustikales Restaurant und beliebtes Ausflugsziel geworden. Oder wie Berlin es ausdrückt: „Die Boote fahren im Prinzip übern Kaffeetisch“. Öffnungszeiten gibt es bei der Familie Berlin daher auch nur theoretisch. Schluss ist, wenn der Letzte geht und Beginn, wenn der Erste kommt. Auch wir werden nach dieser Manier herzlich bewirtet und füllen unsere hungrigen Mägen mit einem exzellenten Bauernfrühstück. Zum Schluss bewundern wir noch eins von zehn Tinkerpferden – ein Hobby von Dirk Berlin neben seiner Tätigkeit als Gastronom – und verabschieden uns in Richtung Röddelinsee.

  • Kleine Schorfheide
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Unterwegs in der Kleinen Schorfheide

Nach unserem ausgedehnten Festmahl auf dem Dillschen Ziegenhof erwartete uns am Abend der Landschaftsführer Thomas Volpers und nahm uns mit zu einer Wanderung durch die Kleine Schorfheide. Am Morgen beim Ziegen hüten hatten wir einen Teil bereits gesehen, da die Tiere von Dill die Heide kurz halten. Artgerechte Haltung und Landschaftspflege in einem. Die Heide muss immer jung gehalten werden, weshalb in einem anderen Teil Heidschnucken grasen und alle paar Jahre auch mal gemäht wird.

Das etwa 800 Hektar große Naturschutzgebiet kennt Thomas Volpers wie seine Westentasche. So war uns auch nur ein wenig mulmig zumute durch den ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz zu stapfen. Ausgerüstet mit Ferngläsern und Vogelstimmenkassette wagten wir uns mit ihm weit vor in die Rote Zone und wurden für unseren Mut belohnt. Neben alten Munitionsresten konnten wir eine Schlingnatter direkt vor uns auf dem sandigen Boden und ein riesiges Waldameisennest entdecken. Wiedehopf und Ziegenmelker leben ebenfalls heimlich in dem Gebiet. An dem angrenzenden Gewässer Miltenrinne – das größte vom Biber aufgestaute Gebiet – konnten wir viele seiner Nagespuren sehen und zahlreichen Wasservögeln bei ihrem abendlichen Gesang lauschen. Den außergewöhnlichen Ruf des Ziegenmelkers haben wir zwar nicht gehört, aber der Sonnenuntergang mit Vogelkonzert war unvergesslich.

  • Unter Ziegen
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Unter Ziegen

Das frühe Aufstehen wurde belohnt: Neugierige Zicklein streckten uns ihre Köpfe entgegen und entzückten uns vom ersten Moment an. Einige waren erst wenige Tage alt. Wenn ihr bei dem zweiten Foto genau hinseht, könnt ihr noch die Nabelschnur am Bauch erkennen.
Öko-Bauer Hans-Peter Dill führte uns über seinen Capriolenhof, der direkt bei der Schleuse Regow liegt, und erklärte uns die vielseitigen Verwendungszwecke von Ziegenmilch und -fleisch. Eine davon werden wir jetzt hautnah kennenlernen. Auf offenem Feuer richtet Dill gerade einen Schmortopf an, mit – ihr werdet es erraten – Ziegenfleisch natürlich.

Bredereiche bis Regow

Um die 16.000 Freizeitboote werden in Bredereiche jährlich geschleust. Nun auch wir. Etwas aufgeregt waren wir ja schon. Aber die Menschen auf dem Wasser sind nett zueinander und so hatten wir hilfsbereite Bootsfahrer, die uns unter ihre Fittiche genommen haben.
Vor unserer ersten Schleusung haben wir uns Bredereiche aber noch mal genauer angeguckt. Das alte Bauerndorf besticht vor allem durch seine Unaufgeregtheit. Die Menschen sind bescheiden und freundlich. Erich Köhler (79), ehemaliger Bürgermeister und Dorfpfarrer von Bredereiche, kam sogar extra zu uns auf’s Floß, um uns etwas über Land und Leute zu erzählen.

Bredereiche besteht seit 700 Jahren, vermutlich an einer Furt an einer breiten Eiche. Später wurde die Havel aufgestaut und lieferte Energie für eine Getreidemühle. Diese wurde später durch eine Turmwindmühle ersetzt, die man noch heute bewundern kann. Der Mühlenstandort lebt als modernes Wasserkraftwerk (250kW) weiter. Durch den Ziegeleitransport aus Zehdenick hatte die Schifffahrt auf der Havel Hochkonjuktur. Mit dem Aufkommen des LKW verlor der Fluss seine Bedeutung als Transportweg.

Auf dem Weg nach Regow verändert die Landschaft ihr Bild. Blühende Wiesen und Feuchtgrünland wechseln sich ab mit Buchenmischwäldern und Erlenbruchhängen. Rotmilan und Rohrweihe konnten wir entdecken, ebenso wie Auroafalter auf Wiesenschaumkraut und Nahrung suchende Kraniche. Wir freuen uns schon auf die Einkehr im Capriolenhof, der Ziegenkäserei an der Schleuse Regow und nehmen uns vor, heute besonders früh schlafen zu gehen. Denn morgen geht es um 5 Uhr zum Ziegen melken!