(B)logbuch

Etappen - Erlebnisse - Extreme

Historischer Rückblick: Die Havel als Wasserweg

Von der Anhöhe, auf der die Mühle steht, haben wir einen guten Überblick über die Insel und die sie umgebenden Gewässer. Wir erfuhren vom Müller, dass die Havel früher von großer Bedeutung für die regionale Wirtschaft war. Sie ermöglichte den Werderschen Obst- und Weinbauern den Zugang zu den Berliner Märkten. Außerdem verschifften die Ziegeleien in den Glindower Alpen die für die Hauptstadt produzierten Backsteine auf dem Wasserweg nach Berlin. Und natürlich dürfen die früher noch zahlreichen ortsansässigen Fischer und Bootsbauer nicht vergessen werden. Die Havel war nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern bildete auch die Lebensader für die Region. Von alldem ist heute nicht mehr viel übrig. Zwei Havelfischer sind geblieben und für den Transport des Werder-Obstes spielt der Fluss auch keine Rolle mehr. Viele Einwohner pendeln zur Arbeit nach Potsdam und Berlin – und das über den Landweg. Für sie ist Werder zu einer Wohnstadt im Grünen geworden, nicht mehr und nicht weniger.

  • Quizfrage: Bockwindmühle

Quizfrage

Zwölf von diesen Hölzern standen in einem gewissen Abstand um die Windmühle herum. Welche Funktion haben sie?

Antworten direkt aufs Floss an: Ralf.Schulte@NABU.de
Zu gewinnen, gibt es passend zum Mühlen-Thema ein schönes Backbuch von unserem Kooperationspartner KOSMOS.

  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...
  • Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte...

Der engagierte Müller und der Specht, der die Mühle knacken wollte…

An der Bockwindmühle auf der Insel in Werder treffen wir den Müller Berthold Peter. Gleich zu Beginn erfahren wir, dass die Mühle den Namen trägt, weil sie auf nur einem Hausbaum, einem sogenannten Bock, steht und in jede Richtung beliebig zu drehen ist. Das probieren wir gleich mal aus!

Dabei kommen alle etwas aus der Puste, aber die Mühle ist in Handumdrehen auf die andere Seite geschwenkt. Das Getreide, das hier zwei bis drei Mal im Jahr gemahlen wird, dient heute dem Hausgebrauch und kleinen Bäckereien in der Umgebung. Die Qualität ist hervorragend und unterscheidet sich vom herkömmlichen 405-Supermarktmehl: „Es ist grauer, feiner und reicher an Ballaststoffe, die den anderen Mehlen fehlen.“, so Berthold Peter. Er ist ehrenamtlicher Müller von der einzigen wieder aufgebauten Mühle in Werder. Der ursprüngliche Bau wurde 1972 ‚ausversehen‘ von rauchenden Kindern in Brand gesteckt und ist abgebrannt. Nach dem Wiederaufbau der Windmühle auf dem 500 Jahre alten Standort kümmert sich Müller Peter nun schon seit acht Jahren fast allein um den Erhalt und die Wartung der Mühle. Nur zum Mahlen braucht er die Hilfe seiner zwei Kollegen. „Sonst würde das nicht gehen.“
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Durchstarter

Ähnlich dem Graureiher starten wir in den Tag. Gerad legen wir ab in Richtung Werder und fahren über den Schwielosee zur Bockwindmühle. Ralf sitzt am Steuer, Hartmut und Margot beobachten voller Freude Wasservögel. Und unsere Liste wächst auch heute – um Schell-  und Reiherente. Über 64 Vogelarten haben wir nun schon gezählt.

Wachtel-Alarm in der Abendsonne

Kaum war die Internetverbindung zum Floßblog gekappt und der Laptop abgeschaltet, ergaben sich auf der Floßterrasse einzigartige Beobachtungen, die es unbedingt nachzutragen gilt: Zum Einen vollführte im Gegenlicht der fast versunkenen Sonne eine Gruppe von Großen Abendseglern aufsehenerregende Flugmanöver über der Potsdamer Havel. Zum Anderen wurde unser Floß nur wenige Minuten später von einem Trupp rufender Wachteln überflogen.

Eine weitere Wachtelbeobachtung ergab sich Kerstins Berichten zu Folge bereits am frühen Morgen des 3. Juni auf der Floßterrasse. Leider blieb die vermeintliche Wachtel-Notlandung auf unserem „Landedeck“ jedoch unbestätigt…

  • Saiblinge
  • Saiblinge
  • Saiblinge
  • Saiblinge
  • Saiblinge

Fangfrische Saiblinge

Auch wenn der Havelgartenmeister Thoralf Götsch uns nicht das Geheimnis der Äste verraten hat, so vertraute er uns doch noch seine kulinarische Vorliebe an: Gartenkartoffeln mit Kräutern und Bratfisch. Davon inspiriert und auf den Geschmack gekommen, schauen wir auf dem Rückweg zum Floß noch bei Potsdamer Havelfischern vorbei. Das Tagesangebot umfasst fangfrische und geräucherte Saiblinge. Der ebenfalls an diesem Morgen angelandete dicke Karpfen ist bereits einem asiatischen Kunden versprochen… Wir entscheiden uns also für die frischen Saiblinge, die zusammen mit frischem Wurzelgemüse gegrillt einfach köstlich schmecken.

Der Chronistenpflicht genüge getan, sei noch erwähnt, dass die Vogelliste mittlerweile auf 59 gefiederte Freunde angewachsen ist. Tages-Highlight war ein jagender Fischadler.

  • Der Hüter der Schatzinsel
  • Der Hüter der Schatzinsel
  • Der Hüter der Schatzinsel
  • Der Hüter der Schatzinsel
  • Der Hüter der Schatzinsel

Der Hüter der Schatzinsel

Angenehm war die Nacht! Nicht zu kalt, ohne Wind und Quaken! Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Freundschaftsinsel in Potsdam. Dort erwartet uns der Hüter des Gartenschatzes, Thoralf Götsch. Er ist der Chefgärtner der hiesigen Park- und Gartenanlage und weiht uns in die Geheimnisse seines naturnahen „Havelgartens“ ein.

Seit über 25 Jahren ist Thoralf täglich vom Havelwasser umgeben. Seine Insel verdankt ihren Namen dem hier ehemals vorhandenen „Cafe der Freundschaft“. An selber Stelle befindet sich heute ein Parkcafé. (Der Kuchen hier ist sehr zu empfehlen!)
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  • Bockerts Revier
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Abends in Meister Bockerts Revier

Wenige hundert Meter oberhalb der Nuthe-Mündung starten wir mit Burghard Sell vom NABU Potsdam sowie mehreren einheimischen Biberinteressierten am frühen Abend ins Potsdamer Biber-Revier. Mit drei Booten geht es, der Strömung entgegen, flussaufwärts. Dichte Gehölzsäume am Ufer vermitteln uns das Gefühl, irgendwo inmitten eines Urwaldes zu sein. Nur der Blick auf Burghards Stadtplan holt uns in die Realität des unmittelbaren Stadtrandes zurück.
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  • 2.Juni
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16 Floßstunden – 44 Vogelarten

Das Quaken dutzender Wasserfrösche-Männchen beendet am frühen Morgen unsere Nachtruhe. Hartmut nutzt die Gelegenheit ab 5:18 Uhr für eine ornithologische Frühexkursion. Den Grünspecht, „Vogel des Jahres 2014“, seinen kleinen Verwandten, den Kleinspecht, etliche Drosselrohrsänger sowie den grauen Kuckuck kann er seiner Havelberrry-Finn-Birding-Liste hinzufügen. Damit stehen nach rund 16 Floßstunden mittlerweile 44 Vogelarten auf der Liste.

Die Frühstücks-Vorbereitungen bieten Anlass, im Vorratsbereich ein wenig klarschiff zu machen. Müsli, ein frischer Obstsalat und diverse Brotaufstriche finden den Weg auf den Frühstückstisch.

Mit vollem Magen und guter Laune starten wir anschließend mit Margot am Steuerrad Richtung Glienicker Brücke zu unserer zweiten Floßetappe.

Unser Übernachtungsplatz bei Hermannswerder

Die Zeit war knapp. Schnell weg vom gut frequentierten, aber hilfsbereiten „königlichen Campingpark Sanssouci“. Neben der intensiven Einweisung ins „Flößen“ bemerkten wir – dank Hartmut – bereits die erstaunliche Artenvielfalt: über 34 Vogelarten konnte er so nebenbei allein am Ablegeplatz zählen.

Wie das Glück so mitspielte, fanden wir nach dem zweiten Anlauf einen Sauna-Anlegeplatz vom Inselhotel Hermannswerder. Menschenleer und wunderschön! Bei einem Spaziergang zum Sonnenuntergang entdeckten wir auch schon den ersten Biber. Und bei Einbruch der Nacht kreisten über unseren Steg die Fledermäuse.