(B)logbuch

Etappen - Erlebnisse - Extreme

Birding Alarm!

Das Thermometer nähert sich der 30-Grad-Marke. Die Sonne prallt erbarmungslos auf die See-Enge zwischen Wusterau und Buhnenwerder. In der Ferne sind durch das Fernglas über dem Wasser rüttelnde fast schwarze Vögel erkennbar. Hartmut, unser Chef-Ornithologe, erkennt sofort, dass es sich um Trauerseeschwalben handelt, und schlägt „birding alarm“. Schließlich fehlt die Art noch auf unserer Beobachtungsliste.
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Liebesakt vor Rewe

Nachdem uns die brandenburgische Wasserschutzpolizei mit einem Knöllchen wegen Falsch-Vertäuens erfreut hat, fahren wir weiter, um am Steg unserer NABU-Kooperationspartner dm (Helfer-Herzen)  und Rewe (Pro Planet) anzulegen und unsere Bio-Lebensmittelvorräte zu ergänzen. Derweil der weibliche Teil des Teams die Einkaufsliste abarbeitet (und heimlich „eine“ raucht), betätigen sich die Männer – ausgerüstet mit Kameras und Teleobjektiven – als Spanner. Denn in der Havel vor den Supermärkten ereignen sich einzigartige Liebesakte. Schließlich ist die Gebänderte Prachtlibelle für ihr ausgeprägtes Balzverhalten bekannt.
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  • Duenen_Buhnenwerder
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Eine Sache von wenigen Zentimetern

Man glaubt es kaum, aber in den ursprünglichen Flusslandschaften konnte der Wechsel zwischen Wasser und extremer Trockenheit oft nur wenige Zentimeter betragen. Auf „Buhnenwerder“ entdecken wir die Reste eines solchen Relikts aus naturnahen Zeiten: Eine Fluss- oder Binnendüne.

Sie verdankt ihre Entstehung der Kraft des Windes. Luftströme erfassen feinkörnige Bodenpartikel und transportieren sie unter Umständen kilometerweit, bevor sie das Material getrennt nach Sand und Schluff ablagern. Der Sand bildet die Dünen. Aus dem Schluff werden Lößböden. Gelingt es der Vegetation nicht, die Dünen durch einen dichten Bewuchs zu stabilisieren, so können starke Winde weiterhin wirken und die Düne „wandern“ lassen.
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Früher war mehr Schilf…

Auf der Naturschutzinsel Buhnenwerder treffen wir Herrn Schmidt. Er gehört zum Verein „Naturschutz Brandenburg e.V.“ und betreut mit seinen Vereinskameraden das Naturschutzgebiet „Buhnenwerder-Wusterau“. Herr Schmidt erzählt uns vom Rückgang des Schilfs. „Früher war hier mehr Schilf. Der Schilfstreifen war viel breiter. Er reichte viel weiter in den See hinein“, erfahren wir von ihm und sind zugleich etwas verwundert. Schilfröhrichte haben uns schließlich auf der gesamten Fahrt am Ufer begleitet. Von Schilfsterben war doch eigentlich keine Spur. Oder entging uns etwas?
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  • BUGA Brandenburg
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Torffrei Gärtnern auf der BUGA 2015

Es ist kurz nach 13 Uhr als die Oberbürgermeisterin Frau Dr. Tiemann am Salzhofufer von Brandenburg auf uns zukommt. Das Floß macht was her: Zwei Plakate leuchten in Grün und Fuchsia „Werden Sie Moor- und Klimaschützer“, um über herkömmliche Torfblumenerde aufzuklären. Alle Anwesenden wissen, worum es geht: Der Torf in unserer Blumenerde entsteht im Moor und entwickelt sich nur sehr langsam. Für einen Meter Torf vergehen bis zu 1.000 Jahre. Mit dem Torfabbau für den Gartenbau werden zudem große Mengen von Treibhausgasen in der Atmosphäre freigesetzt.
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  • GoPro und Drohne
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Technik, die begeistert! Aufnahmen aus der Vogelperspektive

Es ist soweit! Wir testen heute unsere NABU-Drohne für spektakuläre Luftaufnahmen. Tatsächlich ist dies schon der zweite Versuch. Vor zwei Tagen scheiterten wir an Akku, Speicherkarte, Aufnahmemodus und Anbringung der Kamera. Aber nun ist alles ausgefeilt und es kann los gehen. Die neue Technik ist Ralf richtig ans Herz gewachsen. Ausgestattet mit unserer GoPro-Kamera ist die kleine Drohne ein technisches Highlight auf unserer Flosstour.

Die GoPro ist eine kleine, wasserdicht-verpackte und vor allem stoßsichere Video- und Fotokamera, die einiges aushält. Per Fernbedienung kann sie unterhalb der Drohne montiert federleicht in die Höhe geschickt werden. Ralf findet sofort Gefallen an diesem Experiment und wir sind gespannt auf die Fotos. Alle 10 Sekunden löst die Kamera ein Bild aus.

Alles läuft super: Eine NABU-Flagge liegt auch auf dem Flossdach und wartet auf Veröffentlichung. Wenn da bloß nicht die vielen Bäume links und rechts von der Brücke wären…

Ralf haben wir schon längst mit dem Floss hinter uns gelassen, als wir ein „Blätterratschen“ in der Luft rechts vom Ufer vernehmen. Hm. Die Drohne sehen wir nicht mehr schweben. Wir drehen um. Fünf Minuten später sehen wir unseren Kollegen mit der Technik in der Hand. Wir sind erleichtert!

Drohne und Kamera geht’s gut. Die Technik hält, was sie verspricht und die Aufnahmen sprechen für sich. Der Aufwand hat sich gelohnt!

 

  • Auf Grund gelaufen
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Großes Schlamm-Massel in Klein-Kreutz

Aus der Krummen Havel kommend biegen wir am frühen Abend in den Altarm Klein Kreutz ein. Unser Ziel ist ein idyllischer Liegeplatz mit Standstrand am Rande der Ortschaft. In langsamer Fahrt umfahren wir ein vor uns liegendes Teichrosen-Feld. Urplötzlich verstummt der Motor. Unsere erste Ursachen-Vermutung ist Spritmangel. Nach über zwanzig Tageskilometern, die hinter uns liegen und einer Fahrt bei starken Gegenwind erscheint uns der Gedanke naheliegend. Schnell wird nachgetankt. Für Sekunden läuft der Motor wieder. Beim Einlegen des Vorwärtsgangs schaltet er sich wieder ab. Das Rätselraten um die Ursache hat schnell ein Ende. Die Schiffsschraube hat über mehrere Meter eine Furche in die Sandbank gefräst und steckt jetzt bis über alle Rotorblätter im Sediment fest. Betretenes Schweigen erfüllt das Deck. Der Tag scheint gelaufen. Die ganze Floßtour vielleicht auch?
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„Mensch über Bord!“

16:35 Uhr. Ein Windstoß erwischt das Boot. Es schaukelt. Das Kommando „Mensch über Bord!“ durchdringt die Kajüte. Sofort bezieht Kerstin am Heck des Floßes Position und versucht, das Opfer im Blick zu halten. Margot reißt das Steuer herum, wendet das Floß und nimmt vorsichtig Kurs auf den Überbordgegangenen. Ralf bezieht mit dem Bootshaken auf der Steuerbordseite Stellung und weist die langsame Annäherung des Boots an das im Wasser treibende Opfer ein. Ein beherzter, zupackender Griff mit dem Bootshaken und der leere Fünf-Liter-Wasserkanister ist nach nicht einmal zwei Minuten wieder an Bord zurückgeholt. Die Mensch-über-Bord-Übung ist erfolgreich verlaufen.

  • bittersüß
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Bittersüßer Nachtschatten gegen Albträume

Bittersüßer Nachtschatten – der Name hat etwas mysteriös-erotisches. Aber weit gefehlt. Die hübsch anzusehende lila bis violett blühende Pflanze findet sich immer wieder an feuchten, schattigen Stellen des Havelufers. Eine Reihe von Inhaltsstoffen machen Solanum dulcamara zu einer Giftpflanze mit langer Tradition in der Volksmedizin. Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp war einer ihrer Befürworter. Bittersüß war für ihn eine wichtige Pflanze zur Rheumabehandlung. Dort, wie auch bei Keuchhusten oder Gicht, wirkt die Pflanze entgiftend.

Wir entscheiden uns für die Nutzung eines Bittersüßzweigs im Sinne des alten Volksglauben und hängen ihn in den Schlafbereich unseres Floßes. Damit er dort Hexen und Dämonen bannen und uns vor Albträumen schützen möge.

Die Wolken sind nun auch vertrieben und wir fahren wieder der Sonne entgegen…

Entlang der paradiesischen Havelinseln

Es regnet. Der Wind weht uns kräftig entgegen. Dennoch machen wir uns auf dem Weg von Ketzin nach Brandenburg. Wir passieren an Backbord das Naturschutzgebiet „Ketziner Havelseen“. Geschützte Schwimmpflanzenzonen mit gelben Teichmummeln, weiße Seerosen und ein schwimmendes Haubentaucher-Nest mit Jungtier lassen uns Slalom fahren. Ansonsten prägen Röhricht- und Seggensümpfe, Weidengebüsche sowie Erlenbruchwälder das Landschaftsbild der drei Inseln, die das 230 Hektar große Schutzgebiet bilden.
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