(B)logbuch

Etappen - Erlebnisse - Extreme

  • Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt
  • Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt
  • Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt
  • Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt
  • Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt
  • Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt

Übernachtungspläne von Bauarbeiten gestoppt

Ziel war es, bei Liebenwalde in den „Langen Trödel“ einzufahren, um dort ein schönes Nachlager aufzuschlagen. Nach 150 Metern endete schon die Reise, denn die Weiterfahrt wurde durch eine Baustelle versperrt. Hier entsteht eine neue Zugbrücke, die es zukünftig ermöglichen wird, mit kleineren Booten über den Finowkanal von Liebenwalde nach Niederfinow zu fahren.

Wir entschließen uns spontan an der Marina Liebenwalde festzumachen. Horst Hellwig, der Hafenmeister, weiht uns in die Besonderheiten der Baustelle ein. Hier wird nicht nur die Brücke für den Schiffsverkehr modernisiert, sondern sogar ein extra Kanal für die Biber gebaut, um diese vor dem Schiffsverkehr zu schützen.

Wie genießen die wunderschöne Abendstimmung mit leckerem Eis.

  • Die Havel wird zum Kanal
  • Die Havel wird zum Kanal

Die Havel wird zum Kanal

Am Morgen verlassen wir die Havel und biegen bei Zehdenick in den Vosskanal, da die „Schnelle Havel“ ab hier ein langes Stück nicht mit dem Floß befahrbar ist. Zwar ist der Vosskanal eine recht „grüne“ Wasserstraße, mit teilweise alten Linden, Weiden und Eichen am Ufer, doch verrät der nahezu schnurrgerade Verlauf und die Uferbefestigungen aus mächtigen Steinschüttungen und steilen Spundwänden seinen Menschen gemachten Ursprung.

  • Wieder was gelernt
  • Wieder was gelernt
  • Wieder was gelernt
  • Wieder was gelernt

Wieder was gelernt – die Motoreinstellung

Trotz des kleinen nächtlichen Umzugs, aufgrund des Regens, sind wir gut erholt und die Stimmung am Frühstückstisch ist prima. Julian war schon früh wach und konnte Eisvögel mit erbeuteten Fischen beobachten. Bevor es durch die nächste Schleuse geht, legen wir nochmal an der Marina Zedenick an. Das präzise Einparken mit dem gut fünf Tonnen schweren Floß bei merkbarer Strömung und Wind ist gar nicht so einfach. Wir werden beobachtet. Der Hafenmeister hat offensichtlich seinen Spaß mit uns als unerfahrene „Wasserratten“. Er weist uns darauf hin, dass unser Rückwärtsgang nicht einrastet und so gab`s gleich professionelle Tipps zur Motoreneinstellung – wieder was gelernt.

Während wir unsere Akkus aufladen, einkaufen und diese Zeile schreiben, versucht es Julian weiter mit dem Angelglück – schließlich wollen wir uns zum Abendessen den selbstgefangenen Hecht schmecken lassen.

  • Übernachten in der Natur

Neue Crew – neues Glück?

Nach dem Matrosenwechsel an der Ziegelei in Mildenberg sind die Karten, bzw. die Floßbesetzung wieder neu gemischt. Geblieben ist das unstetige Wetter – Sonne und Regen wechseln sich ab.

Für Julian und Stefan ist es die erste Nacht auf dem Floß und das Nachtlager wird auf dem Vordeck errichtet. Was gibt es schöneres als inmitten der Natur mit den Rufen der Rohrdommel einzuschlafen?

Als wir die Augen schließen, funkeln die Sterne durch die Äste und Blätter einer großen Erle. Mitten in der Nacht werden wir mit nasser Nase wach, es regnet wieder. Wir ziehen um ins Trocke.

  • Vom Wasser auf die Schiene
  • Vom Wasser auf die Schiene
  • Vom Wasser auf die Schiene

Vom Wasser auf die Schiene

Für eine Rohrdommel hat Jeanette Lehmann schon einmal eine Vollbremsung gemacht. Die ausgebildete Museumspädagogin arbeitet seit sechs Jahren im Ziegeleipark Mildenberg und fährt die Lorenbahn für die Besucher bei Wind und Wetter. Auch bei uns war es recht zugig auf den Sitzen, aber der Blick auf die vorbeirauschende Tonstichlandschaft hat alles wieder gut gemacht.

Ende des 19 Jahrhunderts machten Funde ergiebiger Tonvorkommen die Region zu einem der größten Ziegelreviere Europas. Mittlerweile stellen die Zehdenicker-Mildenberger Tonstiche einen wichtigen Teil der Naturräume des Havelverbundes dar und sind in weiten Teilen als Vogelschutzgebiet (SPA) ausgewiesen. Binnengewässer mit angrenzenden feuchten Hochstaudenfluren, Moore, Sümpfe, feuchtes Grünland und Laubwälder sowie vereinzelte Heiden beheimaten zahlreiche Vogelarten. Außerdem rasten Kraniche im Frühjahr und Herbst in dem Gebiet. Jeanette Lehmann führt uns nah an die ehemaligen Tonstiche heran. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Natur hier ihr Gebiet zurückerobert“, sagt sie. Vor zwei Jahren habe sie zum ersten Mal einen Wiedehopf gehört und sie habe auch gesehen, dass Eisvögel in den alten verschlossenen Ziegeleiöfen nun ihre Höhlen bauen.

Berauscht von der ruckeligen Fahrt zieht es uns nun aber auch wieder auf unser Wassergefährt. Unser Nachtlager schlagen wir heute auf dem Prerauer Stich auf.

  • Helmut Scholz
  • Helmut Scholz
  • Helmut Scholz

Am runden Tisch

Nicht nur neue Teammitglieder haben es heute zu uns aufs Floß geschafft, sogar ein Politiker hat uns beehrt – schließlich ist ja Wahlkampf. In der Woche vom 22. bis zum 25. Mai findet die Wahl zum Europäischen Parlament statt und Helmut Scholz (60) hat als Kandidat für DIE LINKE bis dahin noch alle Hände voll zu tun. Trotz vollen Terminkalenders ließ er es sich nicht nehmen, unser Floß in Mildenberg besuchen zu kommen. Denn als langjähriges NABU-Mitglied und Naturliebhaber unterstützt er gerne mit einer Geste unsere Aktion zu Natura 2000.

Danach wurde es am Tisch auch schnell politisch. Neben Fragen zu aktuellen Herausforderungen an die EU und die Bedeutung des Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) löcherten wir ihn auch mit Fragen wie, ob die EU einen Staubsauger normieren sollte, um Energie zu sparen und wie wichtig er die Bedeutung von Verbänden wie dem NABU auch auf europaweiter Ebene einschätze. Scholz machte dabei eines deutlich: Gesellschaftlicher Druck durch Organisationen wie die Naturschutzverbände sei unglaublich wichtig, um Politiker aufzurütteln und Bewegung in einen politischen Entscheidungsprozess zu bringen. Diese Einschätzung freut und bestärkt uns – und so gehen wir vom runden Tisch rüber zu den Schienen der Lorenbahn.

Staffelübergabe

Im sicheren (Alten) Hafen des Ziegelparks in Mildenberg haben wir heute die männlichen Kapitäne ausgetauscht. Das Kommunikationsteam Daniel und Manuel salutierte vor den Neuankömmlingen und hieß sie herzlich willkommen. Mit Stefan und Julian haben wir jetzt geballtes Wissen zu Waldschutz und Umweltinformationen an Bord. Dazu teilen die beiden eine Leidenschaft – das Angeln. Wir hoffen nun auf frischen Fisch und sagen: Petri Heil!

Hoppe auf der Havel

Ich habe auf meinen Reisen die Kraft der Natur erlebt, und zwar nicht als Bedrohung, sondern als Faszination!

Mit diesen Worten begründet Andreas Hoppe, TV- und Film-Schauspieler, sein Interesse und Engagement für den Naturschutz. „Wir haben diese Natur – das muss man ja mal so sagen – geschenkt bekommen, was keiner sich so klar macht.“, so Hoppe weiter. Oft werde sie nun aber immer weiter zurückgedrängt, obwohl man unglaublich viel Freude und Kraft aus ihr ziehen könne. „Es gibt auf der Welt nur noch wenige Gebiete, wo es unberührte Natur gibt. Und ich würde mich dafür sehr stark machen wollen, dass man da Acht drauf gibt. Eine Welt ohne wilde Tiere, wird auch für den Menschen irgendwann nicht gesund.“

  • Tatort Zehdenick
  • Tatort Zehdenick
  • Tatort Zehdenick
  • Tatort Zehdenick
  • Tatort Zehdenick
  • Tatort Zehdenick

Tatort Zehdenick

Vor den Elementen gut geschützt erwachten wir am Morgen des dritten Tages im Yoga-Studio von Beate Schneider. Der Tag begann um 7:30 Uhr mit einem Yoga-Sonnengruß unter Buddahs gütigen Augen. Tiefenentspannt bestiegen wir die „Große Bärin“. Die steife Ostbriese des Vortages hatte sich etwas beruhigt und wehte uns mit bisher unbekannter Geschwindigkeit über den Wentow See Richtung Marienthaler Schleuse. Kurz vor der Schleuse war auch das letzte Frühstücksei verdrückt, so dass wir in mittlerweile routinierter Eleganz schleusten, und pünktlich zum Ortstermin mit Andreas Hoppe, Tatort-Kommissar und NABU-Wolfsbotschafter, und mit unserem Bundesgeschäftsführer Leif Miller erscheinen konnten. Mit geballter Prominenz an Bord schipperten wir durch die geschichtsträchtige Tonstichlandschaft, die sich uns eingerahmt von Ziegelbrennereien präsentierte. Der Ort, aus dem sich einst das Wachstum europäischer Städte in Form von Milliarden von Ziegelsteinen speiste, präsentierte sich uns als idyllisches Habitat von Seeadler, Habicht, Mäusebussard, Nachtigall, Wacholderdrossel, Drosselrohrsänger und Rotmilan. Tour-Highlight des Tages war die Wolfs-Lesung von Andreas Hoppe mit anschließendem Gespräch am Ufer des Havelschlosses Zehdenick.