Posts written by Der NABU

  • Hitze im Naturschutzgebiet
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Hitze im Naturschutzgebiet

Von unserem kurzen Schwenk in die Zivilisation in Neuruppin führte uns bei sommerlichen Temperaturen der Wasserweg über den Ruppiner See, den Bützsee und den Kremmener Rhin wieder nach Osten Richtung Havel. Das Gebiet um das Kremmener Luch ist eine noch weitestgehend intakte Niederung, die uns wieder mit vielen tollen Landschaftseindrücken und einer reichen Vogelwelt beeindruckt hat. Am alten Rhin, auf dem wir unser Floß einige Kilometer nach Süden manövrierten, liegt das Linumer Teichgebiet, eines der größten Kranichrastgebiete. Über 100.000 der anmutigen Vögel versammelten sich hier jeden Abend im Herbst des vergangenen Jahres. Nicht nur deswegen wurden einzelne Bereiche zum Naturschutzgebiet erklärt.

Auenwaldreste und extensiv genutzte Feuchtwiesen prägen die Landschaft, die vor den umfangreichen Entwässerungen der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts noch ein großes zusammenhängendes Moorgebiet bildete. Die Bezeichnung „Luch“ weist darauf hin. Uns begegneten Wiesen mit Kuckuckslichtnelken- und Hahnenfußteppichen an den Ufern, die zusammen mit den Seen und ihren Verlandungszonen für viele Arten Rückzugsorte bilden, die sie anderswo nicht mehr vorfinden. Der Erhalt der Kulturlandschaft ist daher wichtig. Trotzdem dürfen die Fehler der einseitigen Urbanmachung von Land nicht wiederholt werden. Die heute für den Bootsverkehr ausgebauten Flüsse wie Rhin und Havel sowie die künstlichen Kanäle fügen sich ein und lassen den Menschen die tolle Natur erleben. Wir haben einige Bewohner der Region getroffen, auch ein paar interessierte Besucher aus Berlin. Die Wertschätzung der Natur zeigt sich durchaus unterschiedlich, aber sie drängt sich einem unweigerlich auf.

Bevor wir uns morgen wieder in Oranienburg einfinden, machen wir fest am Rande des Naturschutzgebiets Kremmener See und freuen uns über Fledermäuse und eine vorbeifliegende Rohrdommel, weniger über die Mücken. Gute Nacht und bis morgen.

Mittags in Neuruppin

Unser Abstecher nach Westen bei Oranienburg hat sein Ziel erreicht. Wir sind am Stadthafen der Fontanestadt Neuruppin.blog_IMG_3976 Dort kaufen wir ein, entsorgen Müll und genießen für einen kurzen Moment die Sonne und die beschauliche Silhouette der Stadt. Fontanes Schilderungen über die Mark mit ihren Seen und Dörfern können wir nur bestätigen. Es ist schön hier!

  • In Drosselbarts Reich
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In Drosselbarts Reich

Das Erwachen am heutigen Morgen war eher ernüchternd: Der Himmel war abermals grau. Dabei wurde uns allen doch vorher gesagt, dass wir von Sonnenschein und 25°C verwöhnt werden würden. Nach einem starken Kaffee (oder zwei) war der kleine Frust aber schon wieder vorbei und wir waren gespannt auf unsere lange Tour, die uns für zwei Tage abseits der Havel bis zum Ruppiner See führen würde.

Die erste Überraschung war ein lustiger Trupp Brandenburger Urgesteine, die uns trotz eines Munitionsbergungsauftrags mit einem Wink haben passieren lassen. Drei Schleusengänge sollten folgen, die wir mal perfekt abpassten, mal knapp verpassten und so eine Zwangspause einlegen mussten. Dabei konnten wir unsere Aufmerksamkeit aber auf die vielen Vögel lenken, die uns überall umgaben. Die Artenzahl unserer Tagesliste von heute summierte sich sage und schreibe auf 58. Besonders schön waren die Eisvogelbeobachtungen, die uns die „Fliegenden Edelsteine“ viermal bescherten, sowie die Flussseeschwalben, Kraniche und eine kurze brummende Rohrdommel. Nirgendwo wegzudenken war der Drosselrohrsänger. Gefühlt von jedem fünften Schilfhalm krakelte der fast starengroße unscheinbare Vogel aus zum Bart gesträubter Kehle.

Abgelenkt von vielen tollen Landschaftseindrücken, wie dem Naturschutzgebiet Kremmener See oder den weiten Wiesen des Kremmener Luchs, merkten wir erst langsam, dass die Sonne nun tatsächlich da war. Am Ruppiner See angekommen, fanden wir direkt neben unserem Steg zum Nächtigen noch eine nette Gelegenheit etwas zu essen und wurden eingelullt von einem rotstichigen Sonnenuntergang.

  • Willkommen in Oranienburg
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Willkommen in Oranienburg

Ahoj! Die neuen Flusspiraten melden sich zum Dienst: In dieser Woche lest Ihr die Erlebnisse von uns: Claudia, Wolfgang, Eric und Nicole.

Guten Morgen allerseits! Heute ist schon Montag, das heißt unsere erste Nacht auf dem Floß haben wir hinter uns und wir haben alle gut geschlafen. Es war sogar warm und gemütlich an Bord.
Am Sonntag wurden wir von Team 3 herzlich willkommen geheißen und nach einem reichlichen Mittagessen haben wir uns auf dem Floß eingerichtet. Wo ist was, wie funktioniert die Technik, wie die Toilette, und um Himmels Willen, wie kommen wir durch eine Schleuse? Floßbauer Martin Richter erklärte uns geduldig alle Sicherheitsvorgaben und übte sogar netterweise einmal das Ab- und Anlegen mit uns.

Da es uns in den Fingern juckte, wollten wir sofort in See stechen und haben uns spätnachmittags ab dem MSC Möwe auf den Weg gemacht. Über Borgsdorf sind wir in den Oranienburger Kanal gefahren – für eine künstliche Wasserstraße mit einer erstaunlich schönen Flusslandschaft aus Bruchwäldern und Feuchtwiesen.  Nach einiger Zeit und gemütlichem Dahinschippern erwartete uns schon die erste Herausforderung: unsere erste Schleuse. Das Anlegen war kein Problem, allerdings wies uns ein Schild darauf hin, dass eigentlich schon Feierabend an der Schleuse war. Frech machten wir uns mit der Hupe bemerkbar, es waren ja schließlich erst zwei Minuten über der Schließungszeit… Wir hatten Glück, denn der Schleusenwart bemerkte uns noch und ließ uns netterweise passieren. Verärgert war er trotzdem, denn er hatte ja schon längst Feierabend. Während der Wartezeit wies er uns darauf hin, dass wir nicht vor der Schleuse hätten nächtigen dürfen. Wir hatten also Glück, dass er uns noch durchließ. Wie sich herausstellte, standen in unserer Karte falsche Öffnungszeiten und sogar eine falsche Telefonnummer. Das lustige daran: das Kartenmaterial ist von 2013. Da wurde offensichtlich nichts aktualisiert. Der Schleusenvorgang verlief reibungslos und somit feierten wir unser erstes Erfolgserlebnis.

Kurze Zeit später fanden wir eine geeignete Anlegestelle nur für uns mit Landgang und ließen uns bei einem gemütlichen Feuer unsere restlichen Kartoffeln schmecken. Nebenbei lauschten wir den Fledermäusen, die wir über den Bat-Detektor hören konnten und zwei Nachtigallen, die über den Kanal hinweg ihre Gesangeskraft miteinander maßen. Ein gelungener Ausklang für einen tollen ersten Nachmittag an Bord.

 

Oranienburg – 3. Mannschaftswechsel

Der Himmel ist zwar grau, aber kann unserer Laune nichts anhaben, denn heute beginnt unsere Tourenwoche. Noch ein letztes Foto mit Team 3 vor der Beschützerin der Seeleute und auf gehts!

  • Restaurant-Day im Wassersportclub Möwe
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  • Restaurant-Day im Wassersportclub Möwe
  • Restaurant-Day im Wassersportclub Möwe

Restaurant Day im Wassersportclub Möwe

Team 3 tritt am frühen Morgen ein kurze, aber leider schon letzte Fahrt zum Veranstaltungsort des Restaurant Days, dem Gelände des Wassersportclubs (WSC) Möwe, an. Frühzeitig sind wir am Hafen und haben noch viel Zeit, um das Floß zu polieren. Alles wird ausgeräumt und im Nu ist mit viel Wasser und dem Schrubber wieder alles picobello. Die Gäste können kommen.

Während Klemens Karkow mit seinem Multivisions-Vortrag durch viele tolle Bilder, große und kleine Gäste über die Havel und deren Renaturierung informiert, laufen die kulinarischen Vorbereitungen.

Lecker war`s – ein üppiges Buffet mit Salaten, gegrillten Kartoffeln, Bio-Würsten und Rippchen vom Damhirsch. Zum Nachtisch Kuchen, unter anderem mit selbst gebackener „Havelwelle“.

Noch ein Wort zu den Mitgliedern des WSC Möwe: Wir wussten nicht auf wen wir hier treffen und wie genau hier der Ablauf aussehen wird. Wir merkten schell, dass wir hier auf einen ganz besonderen Verein, mit herzlichen Sportsfreunden gestoßen sind. Alle packen mit an, helfen, wo Hilfe nötig ist und nebenbei erfahren wir viel über das Leben mit und auf der Havel. Ein schöner Tag geht zu Ende und diesen lassen wir gemeinsam mit den Gastgebern am Lagerfeuer ausklingen.

  • Idyllische Schnellstraße
  • Idyllische Schnellstraße
  • Idyllische Schnellstraße
  • Idyllische Schnellstraße

Idyllische Schnellstraße

Wir sind angekommen im Oder-Havel-Kanal und der ist „grüner“ als gedacht. Alles wird größer und schneller. Hier fahren die Frachtkähne und Sportboote und wir mitten drin. Obwohl wir sportlich unterwegs sind, werden wir überholt. Da zeigt sich wieder mal, warum wir uns für das Floß als Fortbewegungsvehikel entschieden haben – es ist die langsame Art des Reisens, gemütlich, und es bleibt genug Zeit die vorbeiziehende Landschaft einzusaugen. Jeder Moment dieser Reise ist einzigartig und heute war es mit Sonne satt ganz besonders angenehm.

Wir verabschieden uns für heute – morgen früh geht`s los mit der großen Floßreinigung, denn für unsere Gäste zum Restaurant Day soll alles schön glänzen.

  • Die Wasserschutzpolizei legt an - Routineuntersuchung
  • Die Wasserschutzpolizei legt an - Routineuntersuchung
  • Die Wasserschutzpolizei legt an - Routineuntersuchung

Die Wasserschutzpolizei legt an – Routineuntersuchung

Die Wasserschutzpolizei fährt an uns vorbei, wendet, begleitet uns, bittet freundlich anzuhalten – wir sollen am Polizeiboot festmachen. Polizeihauptmeister Grußmann und Polizeiobermeister Bathke, der seit sechs Jahren NABU-Mitglied ist, überprüfen die Zulassung und die Sicherheitsausrüstung an Bord. Schwimmwesten, Feuerlöscher und Bootszeugnis sind vorhanden – wir werden wieder „frei gelassen“.

Statt Handschellen gibt`s das symbolische Handzeichen zu unserer Natura 2000 Aktion.

Auch die Wasserschutzpolizei ist in den NABU-Farben unterwegs – das gefällt uns.

  • Ein freudiges Wiedersehen
  • Ein freudiges Wiedersehen
  • Ein freudiges Wiedersehen

Ein freudiges Wiedersehen

Nach dem wir unter NABU-blauem Himmel mit Obstsalat, frischen Eiern und Croissants unser Frühstück beendeten, gings auf dem Malzer Kanal zur Schleuse Liebenwalde. Wir wurden freudig, aber zugleich verwundert, von Herrn Bleich begrüßt, der schon das Team 2 getroffen hat.

Wir klärten ihn kurz über den wöchentlichen Mannschaftswechsel auf. Eine herzliche und informative Konversation entwickelte sich in der Schleuse. Herr Bleich berichtete uns von seinen Erfahrungen mit dem Biber. Diesen hat er 1970 zum ersten Mal im Oder-Havel-Kanal auf unserem heutigen Streckenabschnitt gesehen. 1985 war der Biber noch so selten, so dass Herr Bleich zusammen mit seinen Kollegen noch Weiden gefällt hat, um den Biber mit Nahrung zu versorgen und so die Wiederansiedlung zu unterstützen.

Im Austausch informierten wir Herrn Bleich über die Hintergründe und Ziele unserer Floßtour und über die Renaturierung der Havel. Vielleicht treffen wir ihn 2015 auf der Bundesgartenschau.

In den Schleusen fällt immer wieder auf, wie Pflanzen jede kleine Ritze nutzen, um Wurzeln zuschlagen. In der Schleuse Liebenwalde Brüten sogar Rauchschwalben, die den Schleusenvorgang zum Trinken nutzen.

Floßkombüse in Oranienburg

Morgen wird weltweit der Restaurant Day veranstaltet – das größte Festival rund ums Essen: Jeder kann für einen Tag ein Restaurant, ein Café oder eine Bar eröffnen. Auch wir sind mit dabei und funktionieren das NABU-Floß für einen Tag zum Restaurant um! Ab 15 Uhr erwarten wir euch auf dem Gelände des Wassersportclubs (WSC) Möwe in Oranienburg am Louise-Hennriette-Steg mit Häppchen aus der Floßküche, guter Laune, einem Multivisions-Vortrag von unserem Naturfotografen Klemens Karkow und vielen Informationen rund um das Projekt Havelberry-Finn-Tour.

Schreibt kurz eine Mail an Flosstour@NABU.de, um euch für die kostenlose Veranstaltung anzumelden. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!