Wir ankern an einem der kleinen Sandstrände hinter Strodehne. Von hier aus wollen wir uns durchschlagen zur Salzhavel, einem Altarmgewässer, das noch in diesem Jahr durch den NABU wieder an den Havelstrom angeschlossen werden soll. Gleich nach den ersten Metern hören wir aufgeregtes „Pluit-wit-wit!“ – zwei Waldwasserläufer und danach sogar noch ein Flussuferläufer steigen an den schlammigen Ufern eines kleinen Standgewässers auf. Auch Kiebitze brüten hier, die böse auf uns herab schimpfen.

Wir ziehen schnell weiter und erkunden die weite Landschaft aus Schilf-, Seggen- und Igelkolbenröhrichten, durch die sich ein Grabensystem zieht. Künftig soll hier die Havel wieder ihre alte Bahn ziehen, als Kinderstube für Fische und zur Belebung der Auenlandschaft. Der Großteil der Finanzierung ist durch die Förderung des Bundes sowie der Länder Brandenburg und Sachsen-Anhalt gesichert, aber für den Eigenanteil braucht der NABU weitere Spenden von privaten Naturfreunden.

Als wir zurückkommen, ist der böige Wind kräftig aufgefrischt. „Ganz schön stürmisch!“ sagt der Platzwart des Wasserwanderrastplatzes Strodehne, an dessen Anleger wir unter seinen kritischen Augen fast zerschellt sind. Unser einziger Gedanke: „Bloß nicht das Floß am vorletzten Tag der Tour schrotten!!“ Mit dem Kanu retten wir noch schnell den zwischenzeitlich über Bord gegangenen Enterhaken. Jetzt haben wir uns die versprochene Brennnesselsuppe von Marion Werner wirklich verdient! Ob die wohl auf der Zunge brennt? Das erfahrt ihr beim nächsten Blogeintrag…