• Rocco und Renaturierung
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Die erste gute Nachricht des Tages: Unsere Feuertaufe ist geglückt! Wir sind auf dem Weg die Havel hinab. Nach 300 Metern Floß-Erfahrung haben Kapitän Marco und Steuermann René uns perfekt durch unsere erste Schleuse manövriert. Direkt hinter der Stadt Rathenow sind wir nun mitten im Projektgebiet der Havelrenaturierung.

Die zweite gute Nachricht: Wir gehen mit einer geballten Portion Wissen auf diesen letzten Teil der Strecke. Und dieses Wissen wollen wir natürlich gern mit euch teilen. Heute früh besuchte uns Rocco Buchta an Bord. Er ist der NABU-Experte, der – gemeinsam mit anderen – die Renaturierung der Havel seit mehr als 30 Jahren vorantreibt. Er will dem Fluss sein ursprüngliches Gesicht wiedergeben.

Rocco wuchs als Kind hier auf, badete in der Havel und ging mit seinem Großvater fischen. In den 1970er Jahren erlebte er, wie sich der Zustand des Flusses immer weiter verschlechterte: intensive Landwirtschaft, Düngerausbringung von Flugzeugen und der Ausbau zur Wasserstraße Hamburg – Berlin ließen den Fluss leiden. Rocco sagt rückblickend: „Sie haben die Havel gesteinigt“ – noch heute sieht man am Rand der Havel Steine ohne Ende, die Zeugen der Flussbegradigung (siehe Fotos).

Seit 2005 darf das Gewässer nun wieder atmen und leben. Auf knapp hundert Kilometern werden Auenwälder gepflanzt, Steinbegrenzungen zurückgebaut, alte Seitenarme des Flusses wieder angeschlossen und Flächen gekauft. Wenn ihr einmal die Gelegenheit habt, Rocco erzählen zu hören: Nutzt sie. Es ist wirklich spannend, ihm zuzuhören – von den Höhen und Tiefen dieses bemerkenswerten Flusses. Oder besser noch: Ihr kommt direkt hierher und schaut euch an, wie sich die Havel entwickelt. Bis dahin versorgen wir euch erst einmal mit weiteren Eindrücke direkt aus dem Renaturierungsgebiet!

Hier hört ihr, welche Arten maßgeblich von der Renaturierung profitieren: