• Rathenow
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Was der erste Abend in Rathenow uns brachte: eine spektakuläre Naturbeobachtung und eine Verdächtigung.

Halten wir fest: Wir fallen auf an diesem Abend. Mit Ferngläsern behangen und Kameras mit riesigen Objektiven machen wir uns auf Erkundungstour durch die Stadt. Wir erahnen einen alten Stadtkern, von dem leider nicht mehr allzu viel übrig ist – aber was steht, ist durchaus beeindruckend. Auf dem Turm der Kirche haben sich Dohlen breit gemacht. Besonders beliebt bei ihnen: Der Ausguck vom Zeiger über die Stadt!

Weiter geht es zum Alten Weinberg, der sich als Friedhof entpuppt. Für die Friedhofs-Fetischisten unter Euch: Dieser ist wirklich empfehlenswert. Alt, urig, dicht bewachsen, Vogelgesang allenorten. Wir hören: Zilpzalp, Klappergrasmücke, Rotkehlchen und vieles mehr. Und auch den Vogel des Jahres, den Grünspecht sehen wir. Unser Blick geht nach oben. Da kam er doch her – und fiepst es da nicht auch!? Seine Höhle? Wir warten und gucken. Nichts. Der Grünspecht kehrt nicht zurück. Wir warten weiter. Und rätseln. Und mit einem Mal stürzt aus der hohen, hohlen Linde etwas Braunes, Geflügeltes. Und es werden immer mehr: Wir haben das Sommerquartier des Großen Abendseglers entdeckt. Das vermuten wir zumindest und schicken eine Tonaufnahme an eine befreundete Fledermaus-Expertin.

Den Abend lassen wir bei Fußball (Frankreich – Honduras) beim Griechen ausklingen. Richtig international hier in Rathenow! Auch wenn der Besitzer zunächst skeptisch ist und uns mit den Worten begrüßt: „Ihr seid nicht von der Polizei, oder?“. Unsere Ferngläser und riesigen Objektive irritieren ihn sichtlich. Er lässt sich aber schnell überzeugen, dass wir absolut harmlos sind. Beim Ouzo erzählen wir ihm, was der NABU entlang der Havel macht – und fallen anschließend müde in unsere Schlafsäcke.

Heute wartet die erste Fahrt auf uns – gleich mit einer Schleuse zu Beginn. Wir werden sehen, ob Kapitän Marco mit sensationellen 300 Metern Flusserfahrung uns sicher hier durchschleust. Verfolgt uns auf dem Radar!