• Plaue
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Die zweite aufregende Nacht liegt hinter dem Team. Schon in der ersten Schlafenszeit hatte es heftig zu donnern begonnen, gefolgt von Sturzbächen von Regen. In der zweiten Nacht ab 2 Uhr dasselbe: Wieder starker Wind und Donnerschläge. Sollte sich alles wiederholen? Zwang das Wetter das Team doch zum stundenlangen wachen Ausharren. In Erwartung der neuen Flut kämpfen sich alle schlaftrunken aus den Betten, und beginnen mehr torkelnd die ersten Schrauben des Sonnensegels zu lösen. Auch die offenen Fenster mit ihren transparenten Folien bedürfen der Sicherung. Schließlich nach getaner Arbeit noch die vorderen Türflügel mit samt Reissverschluss schließen. Doch irgendwie gelingt das nicht. Zu benommen oder schlicht zu dumm? Nein: Unser Vorgängerteam hat uns mitten in der Nacht ein ungewolltes Überraschungspaket geschnürt – und die Seiten der Segeltüren vertauscht. Sturm und Donner nehmen zu – doch nach einigem Hin und Her ist schließlich die Lösung gefunden. Ein Glück, dass das Unwetter noch nicht da ist, und zum großen Bedauern aller sich dann auch noch entschließt, abzudrehen und uns heute Nacht doch in Ruhe zu lassen. Ob wir noch eine Nacht durchschlafen dürfen?

Am nächsten Morgen dann interessanter Besuch auf dem Floß: Stephan Höferer, bekannter Tierfilmer und Welsfischer aus der Region, trifft bei uns ein. Viele Fragen ranken sich für die Teambesatzung um sein filmisches Schaffen, das ihn nach Kanada, Alaska, Spanien, aber auch aktuell in die traumhafte Landschaft von Bosnien geführt hat. Eine Frage aber interessiert Naturschützer dann doch. Warum fängt man so begeistert Welse? Und schmecken sie überhaupt? „Ja, bis einen Meter lang!“, so der begeisterte Angler. Und die anderen? „Die bekommen ein Küsschen und werden wieder entlassen“, lautet die auch für engagierte Naturfreunde beruhigende Antwort. Da gerade alte Fische allgemein überdurchschnittlich zur Reproduktion beitragen, ein gutes Vorbild für den langfristigen Erhalt dieses stattlichen Räubers. Als Leckerbissen hatte er uns eine Havelfisch-Suppe mitgebracht, die unser Fotograf schön in Szene zu setzen wusste.

Nach dem Besuch geht es – unterbrochen von kurzem Grundkontakt – endlich auf die Havel. Eine große Biberburg erregt sofort unsere Aufmerksamkeit. Mit aktuell 61 Arten ist auch die Liste der Vögel schon deutlich im Wachsen. Mit Baumfalke (Schwalben jagend), jungen rufenden Waldohreulen in der Nacht und Neuntöter (einen großen Mistkäfer zerlegend) sind schon spannende Arten gesichtet und verhört. Trauerseeschwalbe, Drosselrohrsänger und Rohrweihe sind auch nicht zu verachten. Auf der Liste fehlen aber noch einige typische Bewohner wie der Eisvogel, die wir nun auf der stark eingeengten Havel zwischen Plaue (wo wir einkaufen und den Schlossgarten besichtigen) und Pritzerbe noch zu sehen hoffen. Ferngläser und Fotoapparate sind jedenfalls im Anschlag!

Gefreut haben wir uns auch über unseren tierischen Gast Xavi! Xavi